Luso l „Wir sind nun zu dem Punkt gekommen, der vor einigen Jahren gefordert wurde“, begrüßte Ortsbürgermeister Ralf Müller am Mittwochabend die Einwohner von Luso. Der Punkt ist der, Luso nun auch an das Erdgasnetz anzuschließen. Dank der Initiative von Willi Kathe war eine Bedarfsmeldung erstellt worden. Auf die folgte nun der Informationsabend im Feuerwehrgerätehaus in Bone.

Die Gasstadtwerke Zerbst GmbH (GSZ) und ihr Partnerunternehmen Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) prüfen derzeit die erdgasseitige Erschließung von Luso. Die Voraussetzungen sind recht gut. Die Hochdruckleitung geht ganz nahe an dem Dorf vorbei.

Von Menge der Haushalte abhängig

Aber wie überall kommt es am Ende darauf an, wie viele Lusoer Haushalte sich anschließen wollen. „Bei 20 anschließbaren Haushalten rechnen wir mit 70 Prozent“, machte GSZ-Geschäftsführer Jürgen Konratt die Rechnung auf. 14, 15 Vorverträge sollten wir schon haben, sagte er. Schließlich geht es um Wirtschaftlichkeit. Zwischen 15 und 18 Jahren geht man für die Refinanzierung eines solchen Projektes aus. Komme man nicht auf die Anzahl der Verträge verlängere sich die Refinanzierung und es gibt kein Okay vom Aufsichtsrat, machte Konratt deutlich.

Dem Aufsichtsrat wird das Vorhaben im Juni vorgelegt, dann fällt die Entscheidung. Ohne genügend Vorverträge bräuchte man jedoch gar nicht erst im Aufsichtsrat anfragen, so Konratt. Er versicherte, dass die Vorverträge unverbindlich sind, bis man mit dem Bauen anfange. Bis Mitte/Ende März sollen die Vorverträge vorliegen. Wenn die Anzahl ähnlich ist, wie die Interessenbekundungen gebe es da keine Probleme.

Entscheidung über Orte im Juni

Im Juni werde auch entschieden, welche Orte noch für den Anschluss bis 2022 angefragt werden. Ab 2023 werde es dann wohl nicht mehr um den Ausbau weiterer Ortsnetze gehen. Weil man davon ausgeht, dass in den nächsten zwei, drei Jahren alle ihre Heizungsanlagen erneuert haben werden.

Inzwischen wurden neun Orte der Einheitsgemeinde Zerbst an das Erdgasnetz angeschlossen: Bone, Pulspforde, Walternienburg, Deetz, Lindau, Nedlitz, Dobritz und im vergangenen Jahr Reuden und Grimme. Für Luso sei der Anschluss an die Hochdruckleitung, die ursprünglich errichtet wurde für die Biogasanlage auf dem Flugplatz, schon ein Stück weit vorbereitet, erklärte EMS-Geschäftsführer Jens Brenner. Da ist schon ein Schiebekreuz eingebaut worden. An der Stelle werde dann die Gasdruckregelstation errichtet, von wo die Mitteldruckleitung nach Luso rein führt.

Erfahrungswerte sammeln

Jens Brenner ging für die Lusoer noch einmal auf die Vorteile einer Erdgasheizung ein, auf die Fördermöglichkeiten, Kosten und Preisvorteile. Jürgen Konratt riet den Lusoern sich bei den Bekannten, Freunden und Verwandten in den Nachbardörfern umzuhören, welche Erfahrungen sie mit Erdgasheizen gemacht.

Die Lusoer, die fast alle Sitzmöglichkeiten im Feuerwehrgerätehaus ausschöpften, nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Weitere Fragen bekommen sie beantwortet, wenn das Energie-Infomobil nach Luso kommt. Das wird am Sonnabend, 22. Februar sein. Da stehen dann die Ansprechpartner auf dem Dorfplatz in Luso in der Zeit von 10 bis 14 Uhr zur Verfügung.