Geduldsfaden ist gerissen

Lindauer Ortschef will den Burgturmumbau nach langem Suchen von Firmen selbst in die Hand nehmen

Der Burgturm in Lindau ist noch immer nicht für eine Evakuierung von Personen umgebaut. Nun will Ortsbürgermeister Helmut Seidler selbst zur Tat schreiten.

Von Thomas Höfs
Ortsbürgermeister Helmut Seidler (l.) und Horst-Joachim Krüger vom Heimat- und Verkehrsverein Lindau stehen unter dem Burgturm. Eine Zinne soll hier umgebaut werden, um eine Evakuierung im Brandfall zu ermöglichen.
Ortsbürgermeister Helmut Seidler (l.) und Horst-Joachim Krüger vom Heimat- und Verkehrsverein Lindau stehen unter dem Burgturm. Eine Zinne soll hier umgebaut werden, um eine Evakuierung im Brandfall zu ermöglichen. Foto: Thomas Höfs

Lindau - Der Umbau der Lindauer Burg lässt weiter auf sich warten. Um den mehrgeschossigen Burgturm mit einer größeren Zahl von Personen wieder nutzen zu können, muss das Dachgeschoss leicht umgebaut werden. Denn im Brandfall soll die obere Plattform als Rückzugsort für Personen dienen. Die Feuerwehr soll dann die Menschen über eine Schiebeleiter sicher auf den Boden holen können. Das Problem bei der Menschenrettung ist allerdings, dass die Zinnen des aus Backsteinen erbauten Turms zu eng stehen. Menschen können hier nicht die steinerne Barriere überwinden.

In den vergangenen Monaten ging es für Ortsbürgermeister Helmut Seidler und den Chef des Heimat- und Verkehrsvereins Lindau, Horst-Joachim Krüger, darum, die entsprechenden Genehmigungen zum Umbau des Turms zu erhalten. Denn die Anlage steht unter Denkmalschutz. Die Denkmalfachleute haben den Abbau einer Zinne längst genehmigt, sagt Helmut Seidler. Doch der Kommune falle es schwer, ein Unternehmen zu finden, welches den Auftrag ausführen solle. In den vergangenen Wochen habe es immer wieder positive Nachrichten gegeben, was die Unternehmenssuche anging. Dennoch war bislang kein Handwerker vor Ort, bedauert der Ortsbürgermeister. Er wolle die Sache nun selbst in die Hand nehmen, kündigte er an. Noch länger wolle er nicht warten. Denn der Verein wolle die Burg in den kommenden Monaten wieder als Veranstaltungsort nutzen. Das sei aber nur möglich, wenn auch die Sicherheitsauflagen erfüllt seien. Die Zinne aus Ziegelsteinen soll durch eine sogenannte Attrappe ersetzt werden. Im Bedarfsfall soll sie einfach entfernbar sein, um den Zugang zu einer Leiter zu ermöglichen.

Risiko eines Brandes laut Ortschef eher gering

In einer Übung hatte die Feuerwehr der Kleinstadt erreicht, dass ihre technische Ausrüstung ausreicht, um Menschen von dem Turm im Brandfall sicher retten zu können. In Zukunft solle die Feuerwehr dies regelmäßig üben, um im Ernstfall schnell vor Ort zu sein. Das Risiko eines Brandes in dem Turm sieht der Ortsbürgermeister allerdings als sehr gering an. Es gebe kaum größere Brandlasten in Form von Holz oder anderen brennbaren Dingen in dem Turm. Deshalb sei das Risiko eines Brandes eher gering, meinte er. Dennoch wolle er nun die Auflagen der zuständigen Kreisbehörde erfüllen, um die Burg wieder nutzbar zu machen. Der Heimat- und Fahrverein wartet seit Monaten darauf, die Anlage wieder für eigene Veranstaltungen nutzen zu können.