Zerbst l Knapp fünf Wochen waren die Geschäfte geschlossen und alle größeren Kaufhäuser und Märkte sind es noch immer. Seit vergangenen Montag darf der Einzelhandel nun wieder öffnen – vorausgesetzt die Verkaufsfläche ist nicht größer als 800 Quadratmeter, darunter auch das „Kaufhaus am Markt“, das zur Konsumgenossenschaft Burg-Genthin-Zerbst gehört. „Da hatten wir echt Glück und waren überglücklich, dass wir mit 790 Quadratmetern mit unter den Geschäften gefallen sind, die wieder aufschließen dürfen“, sind sich die beiden Filial-Verantwortlichen Andrea Gorzel und Sylvana Böhm einig.

Sehnsüchtig haben die beiden Frauen die Pressekonferenzen und Nachrichten verfolgt, um zu erfahren, wann sie endlich wieder an den Start gehen können. „Ich habe im Wohnzimmer einen Freudentanz aufgeführt, als mitgeteilt wurde, welche Läden wieder öffnen dürfen“, erzählt Sylvana Böhm lachend. Inzwischen sei das Kaufhaus so etwas wie ein zweites Zuhause. Als es hieß, der Laden müsse ab dem 18. März wegen der Kontaktbeschränkungen infolge der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen werden, seien die Frauen am Boden zerstört gewesen.

Keine Kurzarbeit notwendig

„Wir waren echt traurig. Doch glücklicherweise muss niemand von uns in Kurzarbeit“, sagt Andrea Gorzel. Die Frauen seien allesamt in den umliegenden und wohnortnahem NP-Märkten eingesetzt worden, die ebenfalls zur Konsumgenossenschaft gehören. „So hatte niemand von uns finanzielle Einbußen und wir mussten nicht zuhause sitzen“, so Gorzel.

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Die insgesamt sieben Verkäuferinnen machen ihren Job mit Herzblut. Einige von ihnen sind immerhin seit mehr als 30 Jahren im Kaufhaus am Markt beschäftigt. „Viele Kunden kommen schon genauso lange hier einkaufen, wie wir hier arbeiten“, sagt Sylvana Böhm. Man kenne sich und mittlerweile auch den Geschmack mancher Kunden – halte auch mal ein Schwätzchen.

Persönliche Beratung ist wichtig für Kunden

Das wissen auch die Kunden zu schätzen, wie Inge Grieb bestätigt. „Ich bin Stammkundin und komme sehr gerne hier einkaufen“, verrät sie. Im Internet einkaufen sei nicht ihr Ding. „Ich fasse die Sachen lieber an, probiere und lasse mich von den Frauen beraten“, sagt Inge Grieb. Sie sei sehr froh, dass wenigstens ein Teil der Geschäfte wieder geöffnet hat. „Auch mit der Mundschutzpflicht in Geschäften kann ich leben, Hauptsache man kann wieder einkaufen“, sagt sie.

Inge Grieb ist bei Weitem nicht allein mit ihrer Meinung. „Als wir am vergangenen Montag wieder geöffnet haben, waren viele Kunden überglücklich. Alle haben strahlend den Laden betreten und uns beglückwünscht – gerade auch die Stammkunden“, schildern Andrea Gorzel und Sylvana Böhm. Und der Kundenstrom sei keinesfalls verhalten gewesen. „Wie haben eigentlich keinen Unterschied gespürt, als vor der Zwangsschließung“, sind sich die Frauen einig.

Neue Aktionen in Konkurrenz zum Onlinehandel

Traurig seien sie nur über die Absage aller Zerbster Stadtfeste in diesem Jahr. „Die Feste, egal ob Bollenmarkt, Spargel- oder Heimatfest, sind auch für uns immer Highlights“, erklärt Böhm. Viele Festbesucher von Außerhalb seien auch immer in ihren Laden gekommen, haben sich umgesehen und das ein oder andere eingekauft. „Auf diese Kundschaft werden wir in diesem Jahr wohl verzichten müssen. Bedauerlich. Gerade jetzt, wo fünf Wochen geschlossen war“, sagt Gorzel.

Das Team sei außerordentlich engagiert, den Kunden immer wieder etwas Neues bieten zu können. „Außerdem ist der Onlinehandel eine starke Konkurrenz, nicht erst seit Corona. So machen wir uns immer wieder Gedanken über neue Aktionen. Um die Schließung einigermaßen kompensieren zu können, gibt es ab nächsten Montag eine Woche lang das ´Shopping in den Mai´, mit 20 Prozent Rabatt auf alles. So wollen wir uns bei unserer Kundschaft für ihre Treue und ihr Vertrauen bedanken“, betonen die Frauen.

Weiter für Kunden da sein

Jetzt wollen die Frauen erst einmal wieder so richtig durchstarten. Sie brennen für ihren Job und ihre Kunden. „Wir werden weiter für unsere Kundschaft da sein, so wie die Zerbster das von uns gewohnt sind“, ist sich das Team einig. Alle hoffen natürlich, dass es nicht zu einer erneuten Schließung der Geschäfte kommen wird.