Zerbst l „Müll ohne Ende – so was hab’ ich noch nicht gesehen.“ Karin Thiele ist spürbar entsetzt über das, was sie beim Sonntagsspaziergang entdeckte. Als die Zerbsterin von der Dobritzer Straße in Richtung der ehemaligen Deponie abbog, kam sie an dem dortigen Garagenkomplex vorbei. „Ich war total geplättet“, erzählt sie von dem unerwarteten Bild, das sich ihr bot. Mehrere der gut 80 Garagen – manche anscheinend aufgebrochen – seien völlig vermüllt, teils bis hoch an die Decke. „Da muss sich keiner drum kümmern“, fehlt Karin Thiele das Verständnis.

Ob Autoreifen, Matratzen, Farbeimer oder Kloschüsseln – vielfältig ist das Spektrum der Dinge, die sich in einzelnen, längst torlosen oder zumindest offen stehenden Garagen zeigen. Bei manchen fehlt nicht nur das Dach, sondern auch die Vorderwand. Das hoch gewachsene Unkraut zeugt davon, dass einige Garagen längere Zeit nicht mehr genutzt wurden.

Im Gegensatz beispielsweise zum Garagenkomplex in der Güterglücker Straße ist die Stadt Zerbst in dem Fall nicht Eigentümerin des gesamten Grund und Bodens, wie Heike Krüger, Leiterin des Bau- und Liegenschaftsamtes, auf Nachfrage informiert. Nur die Flächen von vier oder fünf Garagen gehören demnach der Stadt. „Das meiste ist privat“, sagt sie. Das wiederum schränkt die Handlungsfähigkeit des Ordnungsamtes ein. Nur, wenn öffentliche Gefahr drohe, könne es tätig werden, sagt Amtsleiterin Kerstin Gudella. Ansonsten könne jeder auf seinem Grund und Boden tun und lassen, was er will. „Wir schauen uns das aber mal an“, verspricht sie.