Walternienburg l Musik und Tanzen gehört zwar auch in anderen Fächern zur Unterrichtsgestaltung an der Walternienburger Grundschule An der Nuthe, aber einen Musiklehrer gibt es nicht und deshalb wird auch kein Musikunterricht erteilt. Um das zu kompensieren, werden Musikprojekte durchgeführt. Alle Klassen kamen in der vergangenen Woche in den Genuss.

Die Projektarbeit übernahmen Musiker oder Instrumentallehrer vom Musikalischen Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt, das seit seiner Gründung 2005 mit Projektangeboten für Schüler tätig ist. Ziel hierbei ist es, Schülern zeitgenössische Musik im regionalen Bezug oder auch die in unserem Bundesland lebenden Komponisten dem jungen Publikum nahe zu bringen.

Ergebnisse auf CD gebrannt

Das Musikalische Kompetenzzentrum ist ein Landesprojekt und im Fachbereich Kunst und Kultur der Landeshauptstadt Magdeburg verortet. Finanziert über Landesmittel können die Projekte an den Schulen realisiert werden. Kerstin Bette hatte sich für die Walternienburger Grundschule erkundigt und die verschiedenen in Frage kommenden Angebote heraus gesucht. „Schon im vergangenen Schuljahr hatten wir das angemeldet“, erzählte Kerstin Bette. Aber durch Corona konnten die Projekte nicht durchgeführt werden.

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Das Schöne an den Projekten: Bei jedem gibt es am Ende ein Ergebnis, freute sich Schulleiterin Birka Heinsdorf. Diese Ergebnisse in Form von auf CD festgehaltenen Aufnahmen, sollen an diesem Freitag, dem „Tag des Singens“, an der Schule vorgestellt werden.

Rap mit Töpfen und Kochlöffeln

Da wird dann von den Drittklässlern zu hören sein, wie die Umwelt klingt. Die Schüler waren gefragt, Alltagsgegenstände mitzubringen. So erklangen Kochlöffel, Töpfe, Becher, Stifte und ähnliche Dinge. Zu einem Rap wurde am Ende alles zusammengestellt. Für Lotta, die an dem Tag des Projektes Geburtstag hatte, kam ein Song mit drei Strophen heraus. Die Kinder lernten dabei, die Töne ihrer Umgebung bewusster wahrzunehmen, konnte Petra Hellmuth beobachten.

Ein Hörspiel produzierten die Viertklässler. Sie mussten sich eine Geschichte ausdenken, Texte schreiben und sprechen, dazu Geräusche aufnehmen. Am Laptop konnte dann das Material bearbeitet werden. Aufnahmen wurden geschnitten, Geräusche eingespielt etc. Das war schon eine besondere Herausforderung für die Viertklässler, die gleich zweimal drei Unterrichtsstunden dafür zur Verfügung hatten.

Kinder lernen, sich musikalisch auszudrücken

Aber auch für Klasse 1/2 gab es ein altersgerechtes Angebot. Gören Eggert, Schlagzeuger und Schlagzeuglehrer, der als Honorarkraft für das Musikalische Kompetenzzentrum arbeitet, hatte Cajons mitgebracht. Aus dem Spanischen übersetzt, könnte man hier von Holzkisten sprechen. Im Deutschen wird das Instrument auch Kistentrommel genannt und ist ein aus Peru stammendes Perkussionsinstrument mit einem trommelähnlichen Klang.

„Es ist einfach zu spielen und gut geeignet für Gruppenaktionen“, so Gören Eggert. Auch mit Kindern lasse sich gut arbeiten. Ein Rhythmus wird angespielt, die Mädchen und Jungen versuchen ihn nachzuspielen. Zur Unterstützung wird ein Reim gesprochen. Im Kreis herum wandert der Rhythmus. Dann versucht Gören Eggert sich mit den Kindern zu unterhalten – über das Instrument versteht sich. Ein paar Handschläge auf die Kiste – der Angesprochene antwortet mit Trommelklängen. „Die Kinder lernen sich musikalisch auszudrücken“, beschreibt es Gören Eggert.

Kinder haben gutes Rhythmusgefühl

Zwei Drittel der Kinder haben ein gutes Rhythmusgefühl, hat der Musiker die Erfahrung gemacht. Er hat noch mehr Instrumente nach Walternienburg mitgebracht: Glocken, Tamburin, Schüttelkisten. Zusammen wird musiziert und nach und nach hört sich das immer besser an. „Nach einer gewissen Zeit entsteht ein gemeinsamer Rhythmus“, bestätigt der Musiker.