Walternienburg l Die Bauarbeiten an der Arche in Walternienburg gehen planmäßig voran. Die Streifenfundamente sind bereits gegossen. Aktuell arbeiten die Bauarbeiter an der Bodenplatte. Das Bauprojekt der evangelischen Kirchengemeinde ist mit gut eineinhalb Jahren Verspätung gestartet. Die Kirchengemeinde konnte die Fördermittelgeber überzeugen, das Projekt weit über den einst geplanten Zeitrahmen hinaus zu finanzieren, sagte die Magdeburger Architektin Sina Stiebler, die das Bauprojekt im Auftrag der Kirchengemeinde betreut.

Einstiger Platz der Kirche

Auf einer Fläche von rund 170 Quadratmeter soll das neue Gemeindehaus dort entstehen, wo einst die Kirche im Ort gestanden hatte. In den 1980er Jahren wurde die marode Kirche abgerissen. Bei den Erdarbeiten tauchten die noch vorhandenen Fundamente der Kirche wieder auf. Die Fundamente der Kirche wurden nicht abgebaut, sondern bleiben erhalten und werden ein Teil des neuen Fundaments, sagte die Architektin. Sie habe das mit dem Statiker besprochen, sagte sie. Außerdem sei dies für die Nachwelt dokumentiert worden. Es sei beruhigend zu wissen, dass die alten Kirchenfundamente nun auch ein Teil des neuen Gemeindehauses werden, sagte sie.

Schon in der kommenden Woche rollen die Betonfahrzeuge in den Elbort, um das Material für die Bodenplatte zu liefern. Schon Anfang Mai soll der eigentliche Hochbau beginnen. Dabei setzt die Planerin auf Holz. Eine Zimmerei mit eigenem Sägewerk stelle die Komponenten her. Sie werden vormontiert und anschließend auf der Baustelle aufgebaut.

Fertigstellung im September

Bereits im Juni sollen die Dachdecker folgen. Anschließend gehe es bereits an den Innenausbau, lautet die anspruchsvolle Planung. Doch die Zeit drängt, weiß die Planerin. Bis September muss das Haus fertig sein. Der Zeitplan sei ambitioniert, aber umsetzbar, meint sie.

Das neue Gemeindehaus heißt Arche, weil es ein Grundriss wie ein Schiff besitzt. Der Bug zeigt dabei in Richtung Elbe. Schon jetzt erhebt sich die Gründung deutlich über dem tiefer liegenden Gelände in der Nachbarschaft. Der Blick ist dabei frei auf die Elbwiesen. Die Lage ist einzigartig, schwärmt auch Sina Stiebler von dem Grundstück. Das Haus soll als Treffpunkt für die Kirchengemeinde dienen. Neben Treffen wird es dort auch Gottesdienste geben. Daneben soll das Haus aber ebenso eine wichtige Funktion als Anlaufpunkt für Touristen sein, sieht die Planung vor.

Walternienburg liegt am Elberadweg. Jährlich radeln hier viele Menschen vorbei. Sie haben dann die Wahl die Burg oder die Arche zu besuchen, um etwas zu verschnaufen und etwas über die Region zu erfahren. Dabei ist die Arche nicht der einzige kirchliche Anlaufpunkt am Elberadweg. Nur einige Kilometer weiter hat auch die Kirche Anhalt einen Anlaufpunkt für die Radfahrer mit der Radfahrerkirche in Steckby.

Für die Bürger

Mit der Arche wird Walternienburg einen weiteren Anlaufpunkt bekommen, den die Bürger in der Zukunft rege nutzen sollen. Außerdem schließt sich mit dem Bau eine große Baulücke an prominenter Stelle im Ort. Unterm Strich werde dies den Ort weiter beleben und zur Attraktivität beitragen, ist die Architektin überzeugt.