Zerbst l Insgesamt 15 sogenannte Balkonkonzerte haben Fabian Niese und Florian Straube im Frühjahr und Sommer vor Zerbster Pflegeeinrichtungen organisiert – und das äußerst erfolgreich. Nicht nur die Bewohner, Patienten, das Pflegepersonal und die Ärzteschaft zeigten sich am Ende begeistert, auch die Akteure waren erfreut und zufrieden über die durchweg positive Resonanz.

Jetzt hatten die beiden rührigen Zerbster eine neue Idee. „Balkonkonzerte sind dieser Jahreszeit und bei den derzeitigen Infektionszahlen eher schwierig durchführbar“, sagt Florian. So kamen sie auf die Idee, eine kleine Show zu initiieren, aufzuzeichnen und diese dann für alle bei Youtube hochzuladen. „Diese Variante hat natürlich einen Vorteil, alle können darauf zugreifen und die Aufzeichnung kann immer wieder angeschaut werden“, erklärt Fabian Niese.

Lokale Kultur genießen

Und warum Kulturpäuschen? „Der Name des Projektes geht auf mein Konto. Wir wollen die Zerbster und natürlich auch alle anderen ermutigen oder ermuntern, ein Päuschen einzulegen, um mal wieder etwas Kultur zu genießen – lokale Kultur, versteht sich“, sagt Fabian.

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Man könnte den Namen des Projektes allerdings auch anders deuten. Denn aus dem „Zwangs-Päuschen“, das die Event- und Messe-Branche, Kinos, Theater, Musiker, Künstler, Techniker oder Chöre einlegen mussten und noch immer müssen, ist längst eine ausgewachsene Pause geworden, die wohl kurzfristig auch nicht beendet werden wird.

Kultur und Singen nicht verbieten

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD), der in der Show mit einem Grußwort zu sehen sein wird, bringt es auf den Punkt: „Wir verbieten gerade das, was uns ausmacht, Kultur, Singen, Tanzen. Das dürfen wir nicht zulassen. Das hat auch die positive Resonanz auf das Open-Air Krippenspiel am Heiligabend deutlich gemacht“, betont Dittmann.

Er habe die Idee von Anfang an gut gefunden und natürlich auch unterstützt, „auch wenn wir uns zwischenzeitlich nicht mehr sicher waren, ob es momentan ein guter Zeitpunkt für das Projekt ist. Inzwischen bin ich aber froh, dass das Pendel in die positive Richtung ausgeschlagen hat“, sagt der Rathauschef. Dittmann: „Genau in dieser Diskussion wird die Unsicherheit von uns allen deutlich. Was ist richtig? Was ist falsch?“ Er habe nicht überlegen müssen, ob er sich in das Projekt einbringt.

Show geht in erster Januar-Woche online

Auch Pfarrer Albrecht Lindemann war sofort bereit, sich an dem Projekt „Kulturpäuschen“ zu beteiligen und einen kleinen Redebeitrag einzusprechen: „Ich bin gespannt, wen und was es alles zu sehen und zu hören gibt. Ich verlasse mich in Zerbst grundsätzlich auf den guten Willen der Beteiligten und habe deshalb gern einen Beitrag geleistet, obwohl ich keine Ahnung habe, was am Ende herauskommen wird. Es ist schön, wie immer neue Ideen mit großer Einsatzbereitschaft umgesetzt werden“, betont der Pfarrer.

Neben Pfarrer Albrecht Lindemann und Andreas Dittmann werden unter anderem auch Lutz Voßfeldt von den Zerbster Karnevalisten, Nuthas Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe, Lukas Bergholz, Gewinner des Reiner-Lemoine-Gründerpreises 2019 oder auch ein Volksstimme-Lokalredakteur zu Wort kommen.

Viele lokale Künstler dabei

Die Zuschauer dürfen sich auf musikalische Beiträge unter anderem von Michael Rösler, den Artcores-Mitgliedern Florian Markmann und Sebastian Faßbutter, Kelly Straube, Martin Zimmermann, oder den Brüdern Ralf und Frank Faßbutter freuen. Die Moderation übernimmt Eckhard „Ecki“ Straube.

Zu sehen ist die Show dann auf dem Kanal der Eventfabrik Zerbst bei Youtube. Ab wann genau ist allerdings noch nicht klar. „Die letzten Beiträge haben wir am Mittwoch eingespielt. Dann sind wir sicherlich noch einige Tagen mit dem Schneiden beschäftigt“, schildern Florian und Fabian.

Beide gehen jedoch davon aus, dass die Show in der ersten Januar-Woche online gehen wird – einfach auf der Internetseite von Youtube im Suchfeld Eventfabrik Zerbst eingeben.