Rätselnuss ist diesmal schwer zu knacken

Nicht alle Leser erraten das Kriegerdenkmal an der Kirche in Steutz beim Heimatfotorätsel

Das aktuelle Heimatfotorätsel entführte dieses Mal nach Steutz. Das gesuchte Motiv führte einige Leser diesmal auf die falsche Spur. Nur wenige errieten die richtige Antwort.

Von Lan Dinh
Der aufgehenden Sonne blickt die Hauptfigur in der Mitte des Denkmals entgegen.
Der aufgehenden Sonne blickt die Hauptfigur in der Mitte des Denkmals entgegen. Foto: Daniela Apel

Zerbst - „Das ist eindeutig die Marienkirche in Steutz. Das Monument an der Ostseite soll an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnern. 30 Namen wurden darauf verewigt. Die drei Statuen, die man auf dem Foto sieht, wurden 1922 von einem Dessauer Bildhauer errichtet“, konnte unser Leser Wolfgang Platte sofort sagen. Er wusste sehr viel über die Kirche und das Denkmal zu erzählen: „In den 90er-Jahren ist neben den 30 Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen auch eine Inschrift für die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen hinzugekommen.“ Der Steutzer erzählte einiges zur Kirche, die das Dorfbild so sehr prägt und die er seit klein auf kennt: Die 35 Meter hohe Kirche selbst stammt laut ihm aus dem 12. Jahrhundert und ist in der Vergangenheit zwei Mal abgebrannt. Nach dem zweiten Brand wurde die Kirche 1846 bis 49 im Stil der Neoromanik wieder aufgebaut und erhielt den westlichen Backsteinturm. Dass Wolfgang Platte so viel weiß, liege daran, dass er sich intensiv mit der Ortsgeschichte befasst habe und zu einer Broschüre über die Dorfchronik beigetragen hat.

Im Internet kann außerdem nachgelesen werden, dass Fürst Leopold Friedrich von Anhalt-Dessau der Gemeinde damals den neuen Taufstein stiftete. Außerdem sind beide Altarfenster an der Ostseite mit den Motiven des brennenden Dornbusches und des Fischzugs Petri nach Abschluss der jüngsten Sanierung der Kirche 1995 entstanden.

Kirche ist sehr gut versteckt

Isolde Wallendorf war leider nicht auf die richtige Antwort gestoßen. Sie hat auf die St. Trinitatis-Kirche in Zerbst getippt und erklärte: „Ich bin eigentlich der Ansicht, dass es im Umland nur solche kleinen Kirchen mit kleinen Fenstern gibt“.

Auch Detlef Teßmann war leider nicht auf der richtigen Spur und hat erst auf die Fürstenkirche in Zerbst getippt. Als er von der richtigen Antwort erfuhr, sagte er am Telefon: „Ich fahre immer mal an Steutz vorbei, dabei ist die Kirche sehr versteckt und man erkennt sie nur an dem Turm, darum kenne ich mich mit der Kirche nicht so aus. “

Helmut Lehmann als Heimaträtselexperte versuchte ebenso sein Glück und lag mit seiner Antwort zumindest bei einer Sache richtig: „Der Mann, der auf dem Foto zu sehen ist, ist Wolfgang Krieg“, wusste unser Leser sofort Bescheid. Er hat bei der Firma Keck gearbeitet, die für die Restaurierungsarbeiten der Figuren zuständig gewesen sei. Er wusste ein weiteres spannendes Detail: „Die Skulpturen wie auf dem Foto sind in Zerbst verstreut. Wenn ich mich recht erinnere, steht eine bei der Berufsschule, die saniert wird. Und zwei auf dem Platz vor dem Bahnhof.“ Um welche Kirche es nun handelte, da kam auch er ins Grübeln und war ebenfalls über die richtige Lösung erstaunt.

Kirche nach Bauarbeiten viel schöner geworden

Brigitte Bergt aus Steutz hat ganz spontan am Rätsel teilgenommen und erzählte am Telefon: „Das ist die Steutzer Kirche von der Rückseite. Ich kann mich an die schönen großen Fenster erinnern. Das muss nach der Wende gewesen sein, da hat die Kirche die neuen Fenster bekommen. Pfarrer Hiller hat sich sehr für die Bauarbeiten eingesetzt. Nach den Bauarbeiten ist die Kirche wirklich sehr schön geworden“, schwärmte Brigitte Bergt. Die Restaurierung der Fenster im Hintergrund wurde im übrigen durch eine Spende der Rotarier in Bingen ermöglicht.

Gernot Reinald lag mit seiner Antwort, die er uns per Mail schickte, richtig: „Die Sandsteinfiguren befinden sich auf der Rückseite der Steutzer Kirche. “

Auch die Rategruppe des Wohnbereichs 5 des Seniorenheims Willy Wegener aus Zerbst hat mitgemacht, wurde aus dem Rätselmotiv aber leider nicht schlau.

Kriegerdenkmal unterscheidet sich von ähnlichen Gedenkstätten

Rosemarie Klitsch lag mit ihrer Antwort leider nicht richtig und verwechselte die Figuren mit denen auf dem Zerbster Schloss, wie sie in ihrer Mail vermutet.

In einem Artikel vom 1. Juli 1995 aus dem Volksstimme-Archiv wird erwähnt, dass es nach Angaben von Pastor Johannes Hiller das erste Mal überhaupt ist, dass das Denkmal aus den Zwanziger-Jahren, das an die gefallenen Soldaten erinnern soll, restauriert werde.

Das Steutzer Kriegerdenkmal unterscheide sich von vielen ähnlichen Gedenkstätten durch seine Gestaltung, steht weiter in dem Artikel aus dem Jahr 1995. Denn es gebe nicht nur eine Tafel, wo die Namen der gefallenen Soldaten aus der Gemeinde verzeichnet seien, sondern eben auch die drei Figuren. Jedoch sei nach den Einschätzungen des Pastors nicht in allen Einzelheiten zu erklären, was sie darstellen sollen.

Gewonnen hat am Ende unser Leser Wolfgang Platte aus Steutz. Zwecks Abholung bitten wir um telefonische Terminvereinbarung unter 03923/73 69 24.

Das gesuchte Motiv ist das Kriegerdenkmal an der Kirche in Steutz. Das Schwarz-Weiß-Foto stammt aus dem Jahr 1995.
Das gesuchte Motiv ist das Kriegerdenkmal an der Kirche in Steutz. Das Schwarz-Weiß-Foto stammt aus dem Jahr 1995.
Foto: Petra Lohse