Covid

Ob sich das Klinikum in Zerbst für den möglichen Ausbruch der vierten Corona-Welle vorbereitet sieht

Sind wir schon mitten in der vierten Welle, ist es noch die dritte oder gar schon die fünfte? Corona hält neben der ganzen Welt sicherlich auch Zerbst fest im Griff. Wie sieht die Situation an vorderster Front, also im Zerbster Klinikum aus? Die Volksstimme hat nachgefragt.

Von Sebastian Rose 06.10.2021
Die Helios-Klinik in Zerbst sieht sich gut auf eine mögliche vierte Welle vorbereitet.
Die Helios-Klinik in Zerbst sieht sich gut auf eine mögliche vierte Welle vorbereitet. Symbolfoto:imago

Zerbst - Zurzeit herrschen große Diskussionen um eine vierte große Welle des Coronavirus. Virologe Christian Drosten ist sich beispielsweise sicher: Im Herbst gibt es eine vierte Welle, wie er im NDR-Podcast "Coronavirus Update" erklärt.  Hendrick Streeck ist andererseits "nicht ganz so pessimistisch wie Drosten", sagt er im Interview mit Sender N-TV.

Wie sieht also die Situation im Zerbster Krankenhaus aus? "Seit Beginn der Pandemie haben wir insgesamt 106 Patienten mit COVID-19 behandelt. 40 davon wurden intensivmedizinisch betreut", schreibt Christiane Hildebrandt von der Helios Klinik auf Nachfrage der Volksstimme. "Gegenwärtig behandeln wir keine Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind", heißt es Ende September.

Keine Eingriffe werden verschoben

Zudem werden gegenwärtig keine elektiven, also nicht dringliche, Eingriffe verschoben. Durch die Erfahrungen, die das Klinikum während der ersten drei Corona-Wellen gesammelt habe, sehe sich die Einrichtung auch gut auf eine weitere vorbereitet. "Wir können im Ernstfall schnell die verfügbaren personellen und strukturellen Ressourcen bündeln. Sollten wieder mehr Covid-Erkrankte eine stationäre Behandlung in unserer Klinik benötigen, können wir zügig darauf reagieren und das Elektivprogramm nach einem Stufenplan schrittweise regulieren, um so mehr Kapazitäten für diejenigen Patienten schaffen, die einer dringenden stationären Behandlung bedürfen", so Hildebrandt weiter.

Mit einem umfangreichen Hygiene- und Sicherheitskonzept schützt die Klinik laut eigenen Aussagen die Gesundheit der Patienten und Mitarbeiter. Dazu gehöre unter anderem ein individueller Risiko-Check bei der Patienten-Aufnahme, eine strikte Trennung von Patienten mit erhöhtem Corona-Risiko, Maskenpflicht sowie Abstands- und Hygieneregeln, Corona-Tests für mehr Sicherheit sowie möglichst kurze Krankenhausaufenthalte. Auch die Besucherregistrierung sowie Einschränkung der Besucherzahlen zählen dazu.

"Als Klinik sagen wir klar: Lassen Sie sich Impfen!"

Christiane Hildebrandt, Helios Klinik Zerbst

"Daneben hat sich auch in der Behandlung der Erkrankung vieles getan. Prozessabläufe beispielsweise, auch in der Behandlung von schwer erkrankten, intensivpflichtigen Patienten, haben sich standardisiert. Zudem arbeiten wir im Helios Klinikverbund eng mit den anderen Kliniken in Sachsen-Anhalt zusammen und können einander jederzeit sowohl räumlich als auch personell unterstützen", erklärt Hildebrant. 

Am Ende sieht sie die Steigerung der aktuellen Impfquote als einziges Mittel im Kampf gegen eine weitreichende vierte Welle an. "Alle, die ein Impfangebot erhalten, haben, sollten es auch annehmen, und damit nicht nur sich, sondern auch die Menschen in ihrem Umfeld zu schützen. Als Klinik sagen wir klar: „Lassen Sie sich impfen!“