Zerbst l „Es ist eine schöne Aufgabe, die zwar viel Arbeit macht, aber auch viel Spaß bereitet“, sagt Monika Redling. Acht Jahre fungierte sie als Geschäftsführerin des Zerbster Verkehrsvereins. Jetzt möchte sie diese Aufgabe abgeben. „Ich habe noch eine Menge Ideen, die ich einbringen würde“, erklärt sie, dass ihr einfach die Zeit für diese ehrenamtliche Funktion fehle. „Meine gewerbliche Tätigkeit braucht meine ganze Kraft.“ Mit dem Hinweis auf die Firma, die sie gemeinsam mit ihrem Mann betreibt, begründet die 63-Jährige ihren Entschluss, nicht erneut bei den bevorstehenden Vorstandswahlen anzutreten. Auch Vereinsvorsitzender Klaus Grigoleit wird sich zurückziehen. Während für ihn die Nachfolge gesichert scheint, gibt es unter den knapp 50 Mitgliedern keinen Kandidaten für die frei werdende Stelle von Monika Redling.

Deshalb hat sich der Verkehrsverein entschieden, öffentlich nach einem neuen Geschäftsführer beziehungsweise einer neuen Geschäftsführerin zu suchen. Und die Zeit drängt: „Bis zum 23. März muss eine Lösung gefunden werden“, verweist Monika Redling auf die dann durchzuführenden Vorstandswahlen. Zugleich hofft sie auf Bewerber. Diese sollten kontaktfreudig sein, gern selbständig arbeiten, Spaß an Kultur haben und sich in Stadt und Kreis auskennen. „Man muss nicht im Mittelpunkt stehen, dafür ist der Vorsitzende da“, sieht Monika Redling lächelnd zu Klaus Grigoleit hinüber.

„Organisatorische und verwaltungstechnische Aufgaben kommen auf den Geschäftsführer zu“, erklärt der Vorsitzende. „Es ist eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit, die auch Anerkennung findet“, bemerkt Monika Redling mit Blick auf den Zweck des Vereins. In dessen Händen liegt die traditionelle Pferdemarktlotterie, deren Einnahmen wiederum die finanzielle Grundlage für die Veranstaltung des Zerbster Bollenmarktes und Spargelfestes bilden. Daraus resultierend ergeben sich vielfältige Zuständigkeiten, um die sich der Geschäftsführer kümmert. „Das Bühnenprogramm vorbereiten, Genehmigungen einholen, einen Standplatzplan erstellen, Händlerverträge abschließen“, listet Monika Redling auf. Als reizvoll betrachtete sie stets, dass man viele Dinge entwickeln und verwirklichen kann.

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Veränderung gegen Routine

Nichtsdestotrotz schleicht sich mitunter im Alltagsstress dennoch Routine ein, die darin mündet, es so zu machen wie immer. „Das ist tödlich“, findet Klaus Grigoleit. Aus dem Grund erachtet er als wichtig, die Zusammensetzung des Vorstandes regelmäßig zu ändern, um frische Ideen in das Bewährte hineinzubringen. „Sonst schleicht sich Routine ein und das ist ein Hemmnis für die Entwicklung“, meint der Vereinsvorsitzende.

Der- oder diejenige, die in die Fußstapfen von Monika Redling tritt, wird nicht auf sich allein gestellt sein. „Über die B & A Strukturförderungsgesellschaft haben wir in den zurückliegenden Jahren fast durchweg eine Kraft für die Geschäftsführung erhalten. Da sind wir sehr dankbar“, sagt Monika Redling.

Unterdessen erzählt Klaus Grigoleit von der Vision, sich mit anderen Vereinen aus Zerbst und dem Umland wie dem Schlossverein und dem Katharinaverein oder auch den Heimatvereinen zusammenzuschließen und ein gemeinsames Büro zu schaffen, in dem jemand hauptamtlich die anfallenden organisatorischen Aufgaben für die einzelnen Vereine übernimmt. „Die Finanzierung ist noch offen“, bemerkt Grigoleit, dass der Gedanke weiter verfolgt wird.

Bewerbung ab sofort

Doch zurück zur aktuellen Stellenausschreibung des Verkehrsvereins. Interessenten können sich persönlich in der Zerbster Kirschallee 3 vorstellen oder telefonisch unter 03923/78 44 66 melden. „Eine Kontaktaufnahme jetzt im Februar wäre schön, um dem Bewerber zu zeigen, was auf ihn zukommt“, sagt Monika Redling. Zugleich wird sie dem zukünftigen Geschäftsführer bei der Einarbeitung in die neue Tätigkeit zur Seite stehen. Nicht unwesentlich zu erwähnen ist, dass jener eine Aufwandserstattung erhält. Klaus Grigoleit spricht von einem Mini-Job, der auch entsprechend angemeldet wird.

Übrigens ist der Verkehrsverein nicht allein auf der Suche nach einem Nachfolger für Monika Redling. „Wir brauchen ebenfalls aktive Mitglieder, die sich einbringen wollen“, sagt Klaus Grigoleit. Wer mag, kann einfach mal ganz ungezwungen bei den Vereinsabenden vorbeischauen, die stets am letzten Dienstag im Monat ab 19 Uhr im Zerbster „Gildehaus“ stattfinden.