Zerbst l Ein eindrucksvoller Taubenschwarm zieht immer wieder seine Runde über dem Zerbster Bahnhofsgebäude, in dem sich die Vögel eingenistet haben. In einem der oberen Fenster auf Gleisseite existiert eine Einflugschneise, durch die die Tiere ins Innere gelangen. Ihre Spuren verteilen sich derweil über das gesamte Gelände. Überall liegen Federn und Kot.

Als „ganz, ganz schlimm“ empfindet Sabine Giermann diesen „unmöglichen“ und „nicht hygienischen“ Zustand. Die Zerbsterin spricht von einem Taubenproblem, das sie nicht nur täglich erlebt, wenn sie mit dem Zug fährt. Denn sie wohnt direkt gegenüber in der Karl-Marx-Straße, wie sie gegenüber der Volksstimme erzählt. Auch die dortigen Wohnhäuser fliegen die Vögel längst an. „Das ist nicht mehr angenehm“, spielt Sabine Giermann auf die Hinterlassenschaften der Tiere an. „50 sind es bestimmt“, schätzt sie.

Eigentümer soll alles dicht machen

Kerstin Gudella weiß um die vielen Tauben auf dem Zerbster Bahnhof. „Wir fordern den Eigentümer des Objektes regelmäßig auf, alles zu verschließen, damit die Vögel keinen Unterschlupf finden“, berichtet die Ordnungsamtsleiterin auf Nachfrage. Dies sei zwischenzeitlich auch geschehen, weiß sie. Mittlerweile haben sich die Tauben das bereits seit Langem ungenutzte Bahnhofsgebäude allerdings zurückerobert. „Wir greifen den Bürgerhinweis auf und werden den Besitzer erneut anschreiben“, verspricht Kerstin Gudella.

Auch in anderen Ecken der Stadt hatten sich vermehrt Tauben angesiedelt. Durch das gezielte Anlegen von Futterstellen durch eine zertifizierte Fachfirma konnte die Population auch verringert werden. Dennoch sind längst nicht alle Tiere verschwunden. Um ihre Anzahl weiter zu reduzieren und ihre zwischenzeitlich außer Kontrolle geratene Vermehrung zu verhindern, sollen als Dauermaßnahme Nistmöglichkeiten geschaffen werden, um die Gelege entnehmen zu können. Um das Vorhaben zu realisieren, braucht es Personal, wie die Ordnungsamtsleiterin ausführt. Sie hofft hier auf eine entsprechende Maßnahme. Um die Tiere anzulocken, dürften diese mit dem Bahnhofsgebäude zudem keine alternativen Rückzugsmöglichkeiten haben. „Das funktioniert sonst nicht“, so Gudella.