Güterglück l Mit den Bienen beschäftigen sich die Glückskinder seit Monaten. Die kleinen Insekten begeistern Mädchen und Jungen gleichermaßen, sagt Marion Tauber. Die Erzieherin hat sich mit ihrer Igelgruppe intensiv mit den kleinen Fliegern befasst. Gestern gab es den Höhepunkt des Projektes mit dem Besuch eines echten Imkers.

Matthias Willno züchtet seit sieben Jahren die fleißigen Insekten. Von seinem Opa habe er das Hobby übernommen. 20 Völker hat er bei sich zuhause in Lindau zu stehen. Was ein Imker so an Ausrüstung besitzen muss, zeigt er den Kindern. Mitgebracht hat er außerdem einen alten Bienenstock. In Körben wurden die Insekten früher gehalten, zeigt er. Heute sehen die Bienenstöcke etwas anders aus.

Wuseliger Bienenstock

Doch wie es in einem Bienenstock zugeht, sehen die Mädchen und Jungen anschließend. Hinter Glas laufen die gestreiften Insekten auf einer Bienenwabe. „Na, wer findet die Königin“, fragt er. Mehr als ein Dutzend Kinderaugen suchen anschließend fieberhaft nach dem größten Insekt. „Ich hab sie. Ich hab sie“, ruft ein Mädchen. Das mit dem Punkt auf dem Rücken müsse sie sein, meint sie. „Ja das ist sie“, bestätigt der Imker. Im Frühling, wenn die Bienen von Sonnenauf- bis -untergang ständig unterwegs sind und den Blütenpollen sammeln, sorgt die Königin für stetigen Nachwuchs. Da die Honigbienen die Anstrengungen nur ein paar Wochen überleben, muss der Stock immer wieder neue Bienen produzieren, wenn es in der Umgebung ausreichend Futter gibt. In dieser Zeit erreichen die Insekten ihre produktivste Phase im Jahr. „Bis zu 2000 Eier legt die Königin dann am Tag“, sagt Matthias Willno.

Bilder

Andere Bienen kümmern sich um die Aufzucht der jungen Bienen. Sie versorgen sie mit Nahrung und überwachen die Brut. Streng geteilt ist der Bienenstock. In einem Teil lagern die Insekten die Nahrung ein, der andere Teil steht für die Brut bereit. Dabei sind die Insekten so fleißig, dass sie regelmäßig mehr Honig produzieren, als sie für den Nachwuchs und das Überleben benötigen, weiß er aus langjähriger Erfahrung. Dass es nicht zu sehr großen Überschüssen kommt, müsse der Imker durch seine Arbeit verhindern. Sind die Honigwaben voll, bestehe die Gefahr, dass sich das Volk teilt. Ein Teil der Bienen zieht dann aus und gründet einen neuen Staat. Die Sammelleistung des verbliebenen Volkes bricht anschließend drastisch ein, schildert er. Deswegen müsse der Imker aufpassen, dass dies nicht geschieht.

Mehrere Kilogramm Honig können in einer vollen Bienenwabe sein. Um den Honig aus den Waben zu bekommen, nutzt der Imker ein einfaches Prinzip. Er versetzt die Waben in der Honigschleuder in eine schnelle Drehbewegung. Dadurch fließt der Honig aus den Waben. Wenn die Trachten blühen, beschreibt er, komme so schnell sehr viel zusammen. Dann schleudere er schon mal von morgens bis abends den Honig. In diesem Jahr blieben die Honigerträge aber weit unter den Erwartungen zurück, erzählt er. „Ich habe etwa 30 bis 40 Prozent weniger Honig geerntet.“ Aktuell finden die Bienen in der Natur sehr wenig Nahrung.

Zwischentrachten anbauen

Zwar werden die Landwirte in den kommenden Wochen noch sogenannte Zwischentrachten anbauen. Das komme für die Honigbiene aber zu spät. Die Insekten seien dann bereits in Erwartung des Winters. Beginne dann die Landschaft zu blühen, verausgabten sich die Winterbienen und sterben früher ab, erzählt er. Das sei für den Bienenstock nicht so gut.

Doch während der Imker immer für gute Bedingungen in seinem Bienenstock sorgen kann, haben die wildlebenden Arten in diesem Sommer weniger Glück. Die Dürre mache den Insekten sehr zu schaffen, hat auch er beobachtet.

Damit der Tag den Kindern noch lange in Erinnerung bleibt, hat er Honig mitgebracht. Wie ein Imker können sich die Kinder jeweils ein Glas davon abfüllen und mitnehmen. Aus den Wachsplatten fertigen sie Kerzen an. Anprobieren wollen einige Kinder auch das Imker-Kostüm. In der Praxis, erzählt Matthias Willno verzichte er auf den Schutz. Natürlich sei er während der Arbeit schon von den Bienen gestochen worden.