Steckby l „Wir schließen die Kirche für euch wieder auf, sobald auf dem Elberadweg wieder geradelt werden darf und natürlich auf Anfrage im Pfarramt“, heißt es da von Seiten der Kirchengemeinde.

Trotz alledem ist die Radfahrersaison bei dem schönen Wetter längst in Gange. Viele Menschen, auch Familien, nutzen die Zeit, um sich mit Radfahren im Umkreis ihres Wohnortes fit zu halten. Dass viele Besucher aus anderen Regionen, Bundesländern, gar aus dem Ausland in diesem Jahr noch Zerbst und Umgebung besuchen werden, damit ist eher nicht zu rechnen. So wird wahrscheinlich auch die Statistik für die Radfahrerkirche Steckby für 2020 ganz anders ausfallen.

15.000 Besucher seit 2008

Für 2019 konnte die Erfolgsgeschichte der Radfahrerkirche Steckby fortgeschrieben werden. Seit ihrer Eröffnung im Mai 2008 konnten rund 15.000 Besucher – zu den Radfahrern kommen seit 2013 auch noch die Pilger hinzu – willkommen geheißen werden. 750 Besucher kamen davon im vergangenen Jahr (siehe Infokasten).

Zum dritten Mal seit der Eröffnung waren die meisten Radfahrer und Pilger aus Sachsen unterwegs und zogen damit in der „Länderwertung“ mit Niedersachsen gleich, gefolgt von Nordrhein–Westfalen. Die absoluten Besucherzahlen blieben gegenüber dem Vorjahr fast konstant. Die Besucheranteile aus Bayern und Sachsen sowie Rheinland-Pfalz stiegen am stärksten an. Der Anteil der Besucher aus der Region Bremen, Hessen und Schleswig-Holstein blieb das vierte beziehungsweise fünfte Jahr in Folge gleich. Deutlich weniger Gäste kamen 2019 aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und der Region Hamburg.

Von Schweiz über Tschechien bis Dänemark

Der Anteil der ausländischen Gäste 2019 stellt gegenüber der Saison 2018 einen vier Prozent geringeren Anteil dar. In der Länderwertung gibt es starke Unterschiede. Die Schweiz gemeinsam mit Tschechien liegen als stärkste ausländische Nationen mit je fast einem Drittel aller die Radfahrerkirche von außerhalb Deutschlands besuchenden Gästen vorn. Beide Nationen liegen beim Besucheranteil etwa gleich auf. Die Besucher aus den Niederlanden stellen immer noch die drittstärkste Besuchergruppe dar. Erstmals waren 2019 Gäste aus Dänemark da.

Auf Grund eines Einbruchs gingen im vergangenen Jahr ein Teil der Spenden in der Kirche verloren. Das möchten die Steckbyer nicht noch einmal erleben, um ihr Angebot zur unkonventionellen Begegnung mit Gott in gewohnter Qualität aufrecht erhalten können.

Besucher verewigen sich auf Karte

Viele Eintragungen im ausliegenden Anliegenbuch zeugen von der Freude über die offene Kirche. Die Besucher sind hier aufgefordert, sich auf einer großen Karte im Vestibül der Radfahrerkirche mit einem Punkt zu ihrem Heimatort eintragen.

St. Nicolai ist der Schutzpatron der Kirche zu Steckby und der der Reisenden. Seinen Namen hat die Kirchengemeinde aufgegriffen und ihr Gotteshaus zu einem Ort gemacht, an dem sich Rad- und Pilgerwege kreuzen. Die um 1200 erbaute Feldsteinkirche liegt direkt am Elberadweg R2, der von Prag nach Hamburg führt.