Zerbst l Die Arbeit im Stadtrat und in den Ausschüssen soll zum 1. Januar 2020 digitalisiert werden, das hat der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung beschlossen. Dazu werden alle Ratsmitglieder, Amtsleiter und Ortsbürgermeister mit einem Tablet ausgestattet.

Insgesamt investiert die Stadt Zerbst etwas mehr als 51.000 Euro in die digitale Zukunft des Stadtrates und seiner Ausschüsse. Hinzu kommen jährliche Kosten beispielsweise für Wartung und Lizenzgebühren von etwa 3200 Euro.

Kurierdienst ist aufwendig

In der Septembersitzung wurde den Ausschussmitgliedern das Konzept zur digitalen Ratsarbeit vorgestellt. Mit der Einführung soll die Arbeit des Stadtrates und der Ausschüsse effizienter gestaltet und damit der Service für die Gremienmitglieder gesteigert werden.

Die Arbeitsabläufe der Verwaltungstätigkeit sollen verschlankt, dadurch die Qualität erhöht und der Aufwand minimiert werden, so der Plan.

„Derzeit erfolgt der Versand der Unterlagen für die Ausschuss- oder Stadtratssitzungen, wie beispielsweise die Tagesordnung oder die Beschlussvorlagen an insgesamt 47 Personen – Stadträte, Ortsbürgermeister, Amtsleiter“, erklärt Nico Ruhmer, Amtsleiter Zentrale Dienste im Rathaus. Davon erhielten 18 die Unterlagen digital per E-Mail und 29 Personen in Papierform per Kurierdienst oder per Post erhalten. „Für die Verwaltung ist diese Verfahrensweise sehr zeitaufwendig und kostenintensiv“, so Ruhmer.

Allein 2017 seien für die Ratsarbeit insgesamt 195.000 Blatt Papier gedruckt worden, davon 33 000 farbig. „Die Kosten dafür belaufen sich auf 19.756 Euro im Jahr, inklusive des Portos und der Personalkosten“, rechnet Ruhmer vor.

Gerätekauf ist günstiger

Mit der digitalen Arbeitsweise ließen sich so abzüglich der rund 3000 Euro für Lizenzgebühren 16.530 Euro pro Jahr einsparen. Auch beim Kauf der Geräte ließe sich gegenüber dem Leasing Geld einsparen. „Hier würden die jährlichen Kosten etwa 11.600 Euro betragen, deshalb schlagen wir als Verwaltung die Kauf-Variante vor“, erläutert Nico Ruhmer.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) verwies nochmals auf die Einsparungen und die Transparenz gegenüber dem Bürger, „und wir retten vielleicht noch einen kleinen Wald“, wenn die Beschlüsse des Stadtrates im Internet einsehbar sind“, sagte Dittmann und ergänzte: „Die Geräte bleiben natürlich Eigentum der Stadt Zerbst. Sollte ein Ratsmitglied ausscheiden, so wird das Gerät selbstverständlich an den Nachfolger weitergereicht.“

Der Ausschuss stimmte bei einer Stimmenthaltung der Vorlage zu. Das letzte Wort hat nun der Zerbster Stadtrat.