Zerbst l Ein mutterseelenallein vor sich hin bratendes Schnitzel hat am Sonntag gegen 14 Uhr Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst auf den Plan gerufen. Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Zerbster Bahnhofstraße werden durch das Tönen von Rauchmeldern und Brandgeruch aus einer Nachbarwohnung aufgeschreckt.

Nach ihrem Eintreffen verschaffen sich die Kameraden Zutritt zur betreffenden Wohnung. „Zu unserem Entsetzen haben wir festgestellt, dass sich der Mieter noch in der verqualmten Wohnung aufhielt. Er hat auf dem Sofa tief und fest geschlafen und weder den Rauchmelder, den Brandgeruch noch das Eindringen der Feuerwehr in die Wohnung wahrgenommen“, sagt Ortswehrleiter und Feuerwehrsprecher Steffen Schneider.

Wohnung gelüftet

Die Pfanne sei entsorgt und die Wohnung gelüftet worden. „Der junge Mann hatte Glück, dass die Nachbarn den Rauchmelder bemerkt haben. Auch dieser Qualm ist bei längerem Einatmen sehr gefährlich“, so Schneider. Der Mieter ist augenscheinlich unverletzt, wurde aber vom Rettungsdienst vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. „Gott sei Dank haben wir hier Schlimmeres verhindern können“, betont der Einsatzleiter erleichtert.

In diesem Zusammenhang wird Schneider nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, beim Verlassen der Wohnung oder vor dem Schlafengehen vorsichtshalber einen Blick in die Küche zu werfen. „Vergessenes Essen auf dem Herd oder im Backofen sind gar nicht so selten. Sie können durchaus zur Ursache für einen ausgedehnten Wohnungsbrand werden“, warnt der erfahrene Feuerwehrmann.

Natürlich komme es immer wieder auch zu Fehlalarmen durch Rauchmelder. „Doch in erster Linie würden Rauchmelder Leben retten“, gibt Steffen Schneider zu bedenken. Erst Anfang September 2019 ist in Magdeburg ein 77-jähriger Mann durch einen Wohungsbrand ums Leben gekommen – Auslöser ist auch hier ein Kochtopf in der Küche.

Brandmelder schlägt an

Bereits am Sonnabend gegen 16.30 Uhr ist die Feuerwehr zu einem Unternehmen im Gewerbegebiet Neuer Weg in Zerbst gerufen worden. Dort hat die Brandmeldeanlage (BMA) Alarm geschlagen. „Nach Aussagen von Mitarbeitern sei an der Elektrik gewerkelt worden. Dies könnte die BMA ausgelöst haben“, sagt Einsatzleiter René Borkowitz. Nach der üblichen und eingehenden Kontrolle sind die Einsatzkräfte wieder abgerückt.