Zerbst l Für den 15. Mai war der Saisonstart im Zerbster Erlebnisbad geplant. Witterungsabhängig sollte die Öffnung erfolgen. Aufgrund der Corona-Pandemie bezweifelt Jürgen Konratt allerdings, dass es dazu kommt. „Ich rechne nicht damit“, gesteht der Geschäftsführer der kommunalen Stadtwerke. Dennoch wird derzeit alles vorbereitet, um im Freibad Gäste begrüßen zu können.

„Die Chemie ist bestellt, die Technik wird überprüft und notwendige Reparaturen finden statt“, listet er auf. Die Ausbesserung des Fliesenspiegels im Nicht-Schwimmer- und im Planschbecken gehört dazu. Daneben wird emsig geputzt und beispielsweise der Umkleide- und Sanitärbereich gründlich gereinigt.

Jürgen Konratt ärgert sich, dass die Politik momentan über Lockerungen in den verschiedensten Bereichen debattiert, nur nicht über die Freibäder. Hier würde er sich ebenfalls klare Äußerungen wünschen. Die aktuelle Prognose des Bäder-Verbandes sehe eine mögliche Öffnung um den 12./14. Juni vor, sagt der Stadtwerke-Chef. Wie jetzt überall wären gewisse Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Wie das in der Praxis genau ausschauen könnte, muss im Detail betrachtet werden. „Eine Mundschutzpflicht wird nicht funktionieren“, merkt Konratt an.

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Personal steht in den Startlöchern

Das Personal zumindest steht in den Startlöchern. Noch befinden sich die acht Mitarbeiter in Kurzarbeit und sind nicht mehr als zehn Stunden die Woche im Einsatz, wie der Geschäftsführer erzählt. Es ist die wirtschaftliche Konsequenz aus der Corona-Krise, in deren Folge er am 15. März die Schwimmhalle schließen musste.

Der finanzielle Verlust sei noch nicht abzuschätzen, sagt Jürgen Konratt. Zu viele Faktoren spielte da hinein. Die sinkenden Einnahmen durch fehlende Badegäste gehören genauso dazu wie durchaus geringere Betriebskosten, da die Schwimmhalle seither quasi nur im Ruhemodus läuft. Das bedeutet, die Lüftung wurde auf 18 Grad heruntergefahren und die Wassertemperatur auf 20 Grad Celsius, während die Leistung der Pumpen auf 85 Prozent gedrosselt ist. Weiter laufen nach wie vor die Wasseranalysen. Auch um das Sauberhalten der Gullys kümmern sich die Mitarbeiter, um zu verhindern, dass es in der Schwimmhalle unangenehm riecht.

Einsatzbereitschaft ist immer da

Das Bäder-Team setzt sich aus zwei Schwimmmeistern und zwei Fachangestellten für Bäderbetrieb sowie vier Service-Kräften zusammen. Auch einen Azubi gibt es gegenwärtig. Um eine permanente Einsatzbereitschaft sicherzustellen, sind sie auf zwei Gruppen aufgeteilt. Sollte eine wegen eines Corona-Verdachts ausfallen, wäre die andere bereit einzuspringen.

Bleibt abzuwarten, wie die Politik hinsichtlich der Öffnung der Freibäder entscheidet. Vorsorglich zumindest wurde im Erlebnisbad schon mal am Freitag begonnen, die einzelnen Becken zu befüllen. Denn das braucht seine Zeit. Eine Woche dauert es, bis das Nuthe-Wasser hineingepumpt ist. Dann kommen nochmal einige Tage hinzu, um es zu filtern und chemisch aufzubereiten.