Zerbst l Innerhalb von fünf Minuten satte 2,8 Kilogramm Spargel zu schälen und das auch noch küchenfertig – diese Leistung hat den Zerbster Tom Hebäcker im vergangenen Jahr zum Spargelschäl-Weltmeister gemacht. Aktiv auf den Wettbewerb vorbereitet habe er sich aber nicht, so der Gastronom. „Ich habe mich 30 Minuten bevor es los ging spontan angemeldet und mitgemacht. Hat ja dann auch geklappt“, sagt Hebäcker. Allerdings habe er in seinem Beruf als Koch, den er schon seit rund 28 Jahren ausübt, ja auch genug Übung im Schälen gehabt, sagt der Zerbster.

Weitere Klinge angebracht

Neben der Übung ist aber vor allem auch das Werkzeug entscheidend, so Hebäcker. Aus diesem Grund hat er seinen Spargelschäler auch etwas aufgemotzt. „Ich habe auf der Rückseite der Schäl-Klinge eine weitere Klinge angebracht, mit der man dann direkt das Spargelende abschneiden kann“, erklärt der Weltmeister.

Und letztlich kommt es natürlich auch auf den Spargel selbst an. Dieser dürfe nicht zu frisch und nicht zu kalt sein. Sonst könne er leicht brechen, sagt Tom Hebäcker.

Motivation zur Teilnahme

Seine Motivation am Wettbewerb teilzunehmen ergab sich so: „Ich war vor einigen Jahren beruflich außerhalb von Zerbst und Sachsen-Anhalt unterwegs, habe aber weiterhin die Nachrichten aus meiner Heimat verfolgt. So habe ich auch die Schälmeisterschaft mitbekommen. Bei den Mengen, mit denen die Wettbewerbsteilnehmer in der Zeitung standen, dachte ich mir immer: ‚Das würde ich auch schaffen.‘ Ich habe nämlichmitunter jeden Tag 30 bis 40 Kilogramm Spargel geschält“, blickt Tom Hebäcker zurück.

Seit 2001 ist der Zerbster wieder in seiner Heimatstadt und hat seitdem schon mehrfach beim Spargelfest am Schäl-Wettbewerb teilgenommen. „Meistens war ich auch im Finale mit dabei. Dass ich gewinne, war aber im vergangenen Jahr das erste Mal“, sagt Hebäcker.

Titel für Zerbster

Gewonnen hat nämlich viele Jahre lang Steffen Hinkelmann aus Lüdershagen bei Stralsund. Der mehrfache Spargelschäl-Weltmeister war jedoch im Jahr 2018 nicht bei der Schäl-Meisterschaft dabei und Hebäcker hat den WM-Titel wieder nach Zerbst geholt.

Tom Hebäcker zieht den Hut vor Hinkelmann. „Der schält einen in Grund und Boden. Das ist Wahnsinn“ sagt der amtierende Weltmeister. Der Unterschied zwischen Hebäcker und Hinkelmann: Der Zerbster übt nicht. Der Norddeutsche schält mitunter mehrere hundert Kilo Spargel zur Vorbereitung, vergleicht sich Tom Hebäcker mit Hinkelmann.

Was den Zerbster nach seinem Erfolg im vergangenen Jahr überrascht hat, war vor allem die Resonanz von Freunden, Bekannten und den Medien. „Ich habe so viele Anrufe bekommen und Gratulationen und übers Feedback über das Internet bekommen – das war Wahnsinn. Und auch die Medien, zum Beispiel RTL, wurden aufmerksam. Damit habe ich echt nicht gerechnet. Die wollten, dass ich bei ihnen in einer Show auftrete. Als ich die am Telefon hatte, habe ich das erst gar nicht geglaubt“, so Tom Hebäcker.

Titelverteidigung im Mai

Und am 4. und 5. Mai ist es wieder soweit: Das Spargelfest und somit der Schäl-Wettbewerb stehen bevor. Für den Zerbster steht das Ziel fest: Titelverteidigung.

Aber ganz so verbissen sieht er es auch wieder nicht. „Die Hauptsache für mich war, dass ich zumindest einmal den Titel gewinne. Das habe ich geschafft, das ist das Wichtigste.“ Zudem will der Gastronom seinen Wert aus dem Jahr 2018 knacken. Rund drei Kilogramm Spargel müsste er also in fünf Minuten schälen.