Energie

Stadt Zerbst will teilweise Straßenlampen abschalten

In Schönebeck werden „überbeleuchtete Straßen“ mit weniger Lichtmitteln als vorher ausgestattet. Wie sieht es in Zerbst aus? Wie die Stadtverwaltung Zerbst auf Nachfrage der Volksstimme mitteilt, will sie stellenweise die Straßenbeleuchtungen ganz abschalten, allerdings in einem anderen Kontext.

Von Sebastian Rose
Wie hier in Schönebeck sind die Unterschiede zwischen alten und neuen Straßenlampen klar erkennbar. Auch in Zerbst.
Wie hier in Schönebeck sind die Unterschiede zwischen alten und neuen Straßenlampen klar erkennbar. Auch in Zerbst. Foto: Andre Schneider

Zerbst - Wer des Öfteren mit Behörden und Verwaltungen zu tun hat, hat sich wohl mittlerweile an deren Sprachgebrauch gewöhnt. In manchen Fällen kommt es trotzdem vor, dass nach Antworten von Stadt- und Kreisverwaltungen dann Verwunderung aufkommt.

„Die Umstellung erfolgte größtenteils unter Beibehaltung der gleichen Helligkeit. Da bei der Natrium-Hochdruckdampftechnik nur Leistungen von 50, 70, 100 und 150 Watt eingesetzt werden können, waren verschiedene Straßen der Norm entsprechend überbeleuchtet“, heißt es beispielsweise in so einer Antwort von Schönebecks Pressesprecher Frank Nahrstedt.

Gemeint sind hier die Straßenbeleuchtungen. Die Elbstadt will „überbeleuchtete Straßen“ runterregeln. Dies geschieht durch die Auswechslung alter Glühlampen durch neue LED-Birnen. Es kann also sein, dass ältere Lampen in gewissen Straßenzügen in der Vergangenheit heller gewesen sind, in manchen eben auch dunkler. Die zu hellen Straßen werden im Verwaltungsjargon als „überbeleuchtet“ tituliert.

25 Prozent Energiesparlampen

Wie sieht es in Zerbst aus? „Ein Konzept zu überbeleuchteten Straßen existiert in der Stadt Zerbst/Anhalt nicht, jedoch werden in einzelnen Straßenzügen Lampen teilweise abgeschaltet. Des Weiteren führt die Aussonderung alter HQL-Leuchten, der Einsatz von moderner Dimmtechnologie (dimmLIGHT), von Astro-Uhren und LED-Leuchtmitteln zu einer zunehmenden Energieersparnis“, antwortet Antje Rohm von der Stadt Zerbst.

Heißt also: Die Umwelt wird durch geringere Einsatzstunden weniger belastet.

„Die Stadt Zerbst/Anhalt nutzt zur Beleuchtung der Straße derzeit Quecksilberdampflampen (HQL-Leuchten, Natriumdampf-Hochdrucklampen (NAV-Leuchtmittel), Leuchtstoffröhren, Gaslaternen und LED-Technologie. Insgesamt sind im gesamten Stadtgebiet circa 4.000 Lichtpunkte vorhanden, von welchen circa 25 Prozent mit energiesparender LED- oder Dimmtechnik ausgestattet wurden“, so Rohm weiter.

„Bei der Instandhaltung und der Reparatur vorhandener Straßenbeleuchtung und der Neuanlage wird sukzessive energiesparende Technologie eingebaut.“

Der Umwelt zuliebe werden also in den nächsten Monaten und Jahren immer mehr LED-Lampen eingesetzt. Diese sind länger haltbar als herkömmliche Glühbirnen und nutzen für die Leuchtkraft weniger Energie.

Wie Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) nach Veröffentlichung des Beitrags nochmal erklärend feststellt, wird es die Abschaltung ganzer Straßenzüge in Zerbst nicht geben. Da wo kein Dimmlight oder LED zum Einsatz käme, aber Straßenlampen sehr dicht ständen, würden einzelne Straßenlampen abgestellt werden. Eine Grundbeleuchtung bliebe aber bestehen.