Natur ganz nah

Steutzer Kinder gehen auf Tuchfühlung mit den Tieren des Waldes

Die Steutzer Kita-Kinder dürfen über das Wildschweinfell streichen. Foto: Petra Wiese
Stefanie Neumann bringt den Sandmännchenkindern die Tiere des Waldes näher.
Foto: Petra Wiese

Steutz (pwi). Behutsam streichen die Kinderhände über das Fell eines Wildschweines. Vorsichtig berühren zarte Finger das Gebiss eines Fuchses. Neugierig sehen sich die Steppkes die ausgestopften Tiere an, die Stefanie Neumann und Jakob Lehmann mitgebracht haben. Die beiden sind mit dem Umweltmobil des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt aus Langenweddingen nach Steutz in die Kita Sandmännchen gekommen. 

Viele Präparate zum Anfassen dabei

In dem Wagen gibt es ganz viele Präparate von heimischen Tierarten. Da sind verschiedene Felle zu finden, Tierschädel, Stangen und sogar Losungen vervollständigen das Anschauungsmaterial. Anfassen ist erlaubt, und die Steppkes haben keine Hemmungen zu erfühlen und zu fragen. 

„Viele Kinder wissen heute gar nicht, was da im Wald lebt“, sagt Jakob Lehmann, der ein Freiwilliges ökologisches Jahr beim Landesjagdverband absolviert. Er war mit dem Umweltmobil jetzt auch das erste Mal unterwegs und ging Stefanie Neumann zur Hand in Steutz. Die junge Frau, die ein Studium der Forstwirtschaft absolviert hat, mit Jägerprüfung und Waldpädagogikzertifikat in der Tasche, ist beim Landesjagdverband in der Umweltbildung tätig.  

Das Land fördert die rollende Waldschule

Den Kindern will man die Tiere des Waldes näher bringen. Und da gibt es beim Landesjagdverband Sachsen-Anhalt im Rahmen des Projektes „Raus in die Natur“ die Möglichkeit, mit der rollenden Waldschule in die Einrichtungen zu fahren. In Grundschulen und Kitas von ganz Sachsen-Anhalt sind die Waldfachleute gern gesehene Gäste, wenn auch im Moment weniger Einrichtungen angefahren werden. Da das Projekt vom Land gefördert wird, entstehen für die Einrichtungen keine Kosten.

Marie Henke, die in der Steutzer Kita arbeitet, unterbreitete Kita-Leiterin Beate Joch den Vorschlag, das Umweltmobil zu bestellen. Und nicht nur die größeren Kinder, auch die kleineren Kinder durften sich alles anschauen und wurden spielerisch in die Zusammenhänge in der Natur eingeweiht. Einige Sandmännchenkinder bewiesen, dass sie doch schon einiges über die Waldtiere wissen. Den Unterschied von Feldhase und Kaninchen musste Stefanie Neumann allerdings genau erklären. Seit 2014 begeistert das Projekt „Raus in die Natur“ inzwischen immer wieder kleine und große Menschen.