Güterglück l Die Mitglieder des Güterglücker Heimatvereins haben ihren ersten Büchertausch- und Flohmarkt organisiert. Die Premiere sprach sich bis ins benachbarte Zerbst herum, freut sich Susanne Baumgart. Die Bürger aus der Stadt waren mit dem Rad nach Güterglück gefahren. „Das geht über die Radwege wunderbar und das Wetter passt auch“, freute sie sich.

Mit dem Büchertauschmarkt wollten die Güterglücker den Fokus auf die Literatur richten. Der Heimatverein betreibt eine Lesecafé im Gemeindehaus. Hier können die Bürger auch regelmäßig auf die kleine Bibliothek zugreifen, die die Mitglieder des Heimatvereins betreuen. Immer wieder bieten die Bürger dem Heimatverein auch Bücher für die Bibliothek an, schilderte sie. Allerdings ist der Platz in den Regalen begrenzt und eigentlich gut gefüllt. Daraus entstand die Idee, einen Tauschmarkt zu organisieren. Interessenten konnten ein Buch mitbringen und eintauschen oder für einen kleinen Betrag von 50 Cent ein Buch mitnehmen.

Auch Kinderlitaeratur

Die Auswahl erwies sich dabei als ungewöhnlich vielseitig. Vor allem reichlich Kinder- und Jugendliteratur lag auf den Tischen. Susanne Baumgarten hatte viele Bücher ihrer Enkel mitgebracht. Jede Menge Comichefte waren darunter und auch viele Teile der beliebten Reihe „Die drei ???“.

Am frühen Nachmittag zog sie Bilanz. 61 Bücher waren bis dahin über den Tisch gegangen. Das Ergebnis sei durchaus gut, schätzte sie ein. Allerdings hätten sich die Organisatoren noch mehr Publikum gewünscht.

Zumal die Auswahl alle Geschmäcker und Interessen ansprach. Neben weniger bekannten Titeln lagen auf den Tischen auch jede Menge Bestseller. Auch wenn sie vielleicht schon in die Jahre gekommen sind, verlieren die Romane kaum ihre Attraktivität und können auch heute noch ein breites Publikum begeistern.

Viele Romane

Susanne Baumgart liest selbst gern und viel. Bücher waren und sind das Tor zur Welt. Kaum ein anderes Medium ist in der Lage, die Fantasie eines Menschen so zu beflügeln, wie Literatur.

Allerdings setzt die Digitalisierung der Literatur deutlich zu. Heute lesen Schüler weniger als früher. Die moderne Technik lässt die Kinder sich mit anderen Sachen beschäftigen als mit Büchern. Dabei ist bekannt, dass Kinder, die regelmäßig lesen, die Schriftsprache besser und schneller lernen. Ihr Ausdruck verbessert sich außerdem. Lesen ist wichtig, auch wenn die Kinder noch nicht selbst lesen können, sondern den Geschichten lauschen, die Erwachsene ihnen vorlesen.

Heute, im digitalen Zeitalter, muss es aber nicht mehr nur unbedingt ein Buch sein, um zu lesen. Es gibt inzwischen eine Reihe digitaler Endgeräte, auf denen der Lesestoff verfügbar gemacht werden kann. Noch schätzen viele das gedruckte Buch. Allerdings gibt es viele Titel bereits in digitaler Form. Daneben müssen die Menschen auch nicht mehr selbst lesen. Eine Vielzahl von Büchern gibt es in vorgelesener Form als Hörbuch.

Dennoch bliebt das Lesen wichtig und daran wollen die Mitglieder des Heimatvereins weiter unterstützend wirken. Ob es eine zweite Auflage des Büchertauschmarktes geben wird, werde noch beraten, sagt Susanne Baumgart. Weiterhin öffnet einmal im Monat das Büchercafé seine Pforten und bietet in der kleinen Bibliothek eine Fülle von Literatur zum Ausleihen an.