Zerbst l Überschaubar ist die Anzahl an Sportlern am Mittwochnachmittag im Gesundheitscenter Fitnessworld Zerbst. Nur ein Herr trainiert im Cardiobereich auf dem Ergometer. „Zurzeit ist der Kundenandrang noch sehr verhalten“, muss Studioinhaber Mike Keller feststellen. Nur circa 30 bis 40 Prozent seiner Kundschaft würde er momentan betreuen. Dennoch sei er froh, dass Studio wieder öffnen zu können.

Seit 28. Mai dürfen die Fitnessstudios in Sachsen-Anhalt wieder Sportler trainieren lassen. Jedoch gelten auch hier strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Viele Studios haben deshalb ihr Kurs- und Wellnessangebot angepasst. Vor Betreten des Fitnessstudios müssen die Sportler sowohl ihre Hände desinfizieren, als auch ihre Kontaktdaten hinterlassen. Dadurch können Infektionsketten nachvollzogen werden. Bei den meisten Studios geschieht das ganz automatisch.

Chipkarte zeichnet Kontaktdaten auf

„Jeder Kunde besitzt bei uns eine Chipkarte, die er beim Check-In vorzeigen muss. Darauf sind alle wichtigen Daten gespeichert“, erklärt Mike Keller. Auch einzelne Geräte des Zirkels lassen sich dadurch bedienen. „Das Gerät stellt sich dann automatisch auf den jeweiligen Sportler ein, wodurch wir unnötiges Bedienen von Tasten vermeiden“, so Keller.

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Die Schließung der Fitnessstudios habe seiner Meinung nach vor allem die Kunden getroffen. „Der Bewegungsmangel wirkt sich nicht nur auf die Figur und die Fitness aus, sondern auch auf die Psyche“, sagt Mike Keller. Besonders die Gruppendynamik in den Kursen würde vielen fehlen.

Keine Kursangebote

Auf Kursangebote müssen auch die Kunden des DK Fitness und Wellness Loft vorerst verzichten. Auch die Duschen und die Sauna sind zurzeit tabu, wie Trainerin Anja berichtet. „Wir bitten unsere Kunden darum, bereits in Sportsachen zum Training zu kommen“, erzählt sie. Dort könne dann jedes zweite Gerät genutzt werden, um den Mindestabstand zu wahren. Die Kunden, wie Marcel Eltz aus Zerbst, zeigen sich verständnisvoll. „Ich bin froh, dass ich wieder hier trainieren kann und finde die Maßnahmen vollkommen in Ordnung“, sagt Eltz.

Ob Duschen und Umkleideräume genutzt werden können, entscheidet das Gesundheitsamt. Auf diese Entscheidung wartet momentan noch das Vitalis Fitness- und Gesundheitsstudio am Markt in Zerbst. Zurzeit dürfen die Umkleiden nur zum Verstauen der persönlichen Sachen genutzt werden, wie Trainerin Silke Zittlau erzählt.

Das Trainerteam und die Kunden freuen sich darüber wieder gemeinsam Sport treiben zu können. „Momentan sind noch viele im Urlaub oder müssen ihre Kinder betreuen, aber ab nächster Woche sollte es wieder voller werden“, hofft Silke Zittlau. Im Vitalis finden alle Kurse wieder statt. Die Sportler müssen sich allerdings zuvor in eine Liste eintragen, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, so Zittlau.

Kurse werden nach draußen verlegt

Ähnlich ist es in einem der kleineren Fitnessstudios in Zerbst. Im Fit In Form Frauenfigurstudio von Ulrike Grey musste aufgrund der Größe der Einrichtung die zulässige Personenzahl begrenzt werden. „Zum Glück finden einige unserer Kurse draußen statt“, erzählt Ulrike Grey. Denn im Studio selbst können die Geräte bislang noch nicht wieder genutzt werden. Einige habe sie sogar entfernt, um die Fläche als Trainingsraum für die Kurse nutzen zu können.

Auch ihre Kunden kommen bereits in Sportkleidung zum Kurs und müssen sich sowohl in eine Teilnehmerliste, als auch in eine „Corona-Liste“ eintragen. „Die Kunden kommen zum Glück wieder vermehrt ins Studio und zeigen sich sehr verständnisvoll“, freut sich Ulrike Grey über die Wiedereröffnung ihrer Einrichtung.

Andy Heinemann, Inhaber des Lifestyle Fitness- und Gesundheitscenters Zerbst, musste seine Kurse auf 12 Teilnehmer begrenzen. Bislang seien sie aber noch nicht ausgelastet, wie Heinemann berichtet. Die Duschen und einzelne Ausdauergeräte wurden abgesperrt. Die Hygienestandards seien aber gleich geblieben: „Wir haben unsere Flächen schon immer desinfiziert“, sagt Heinemann. Für ihn sei sowohl die Zwangsschließung der Fitnessstudios als auch die Wiedereröffnung unter strengen Richtlinien unwirklich gewesen. Für alle eine Ausnahmesituation.

Renovierungsarbeiten in der Zwangspause

Fast alle Studios haben aber während der Krise nicht den Kopf in den Sand, sondern Zeit und Geld in die Sanierung ihrer Einrichtungen gesteckt. Fassaden wurden neu gestrichen, Geräte gewartet und Räumlichkeiten renoviert. „Man hat halt alles erledigt, was sonst immer liegen bleibt“, sagt Mike Keller vom Gesundheitscenter Fitnessworld. Viele Mitarbeiter der Studios befanden sich zu dieser Zeit in Kurzarbeit.