Zerbst l „Gegen 21.15 Uhr wurde der Polizei ein Unfall auf der Bahnstrecke Dessau-Magdeburg im Bereich des Bahnhofs gemeldet, bei der eine Person tödlich verletzt wurde“, sagt Ralf Moritz, Sprecher der Polizeidirektion Ost in Dessau.

Die Lok des mit Kesseln beladenen Güterzuges kam erst wenige Meter vor dem Bahnübergang Kastanienallee/Friedensallee zum Stehen, während der letzte Wagen des Zuges noch am Anfang des Bahnsteigs 1 aus Richtung Dessau stand.

Ob es sich um ein Unglück oder einen Suizid handelt, dazu machte die Polizei keine Angaben. „Die Befragungen und Ermittlungen zu den Geschehensabläufen und zur Identifizierung der tödlich verletzten Person laufen“, so Moritz. Die Ermittlungen werden durch Beamte des Revierkriminaldienstes des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld geführt.

Bilder

Nach Volksstimme-Informationen handelt es sich bei dem Getöteten um eine männliche Person, die vor dem Unglück nervös am Bahnsteig auf und ab gegangen ist, bevor der Zug sich näherte. Der habe noch zweimal gehupt.

Bahnstrecke war gesperrt

„Nach bisherigem Stand gibt es keine Anzeichen auf ein Fremdverschulden“, erklärt der Polizeisprecher.

Die Schrankenanlage in der Biaser Straße blieb durch den stehenden Güterzug über Stunden geschlossen. Während der Untersuchung der Unglücksursache war die Bahnstrecke bis etwa 2.45 Uhr gesperrt. Es kam zu erheblichen Behinderungen und Zugausfällen.

Gegen 1.45 Uhr wurde auch die Zerbster Ortswehr zur Unglücksstelle gerufen. „Wir haben am Ende der Unfallaufnahme den Bahnsteig und die Gleisanlage gereinigt“, sagt Steffen Schneider, Zerbster Ortswehrleiter und Sprecher des Feuerwehrortsverbandes der Einheitsgemeinde Zerbst.

Belastung für Feuerwehrleute

Das sei natürlich eine emotionale Belastung auch für die Kameraden. „Das sind Einsätze, die nicht alltäglich sind, die betroffen und sprachlos machen, schockieren“, erklärt Schneider die nächtliche Situation am Zerbster Bahnhof.

Die Zerbster Wehr war mit 13 Einsatzkräften ausgerückt. Kurz vor 3 Uhr am Morgen war der Einsatz für die Feuerwehr dann beendet. Der Einsatz am Bahnhof war der vierte innerhalb von nur 24 Stunden.

Unfall auf der B 184

Gegen 17 Uhr war die Ortswehr bereits zu einem schweren Unfall auf der Bundesstraße 184 zwischen Jütrichau und Tornau gerufen worden. „Bei der Alarmierung hieß es, Personen seien im Fahrzeug eingeklemmt“, sagt Steffen Schneider. Da der Unfallmelder den Ort des Unglücks nicht näher beschreiben konnte, wurden sowohl die Zerbster als auch die Roßlauer Wehr gerufen.

„Als wir an der Unfallstelle eintrafen, waren bereits alle Personen aus ihren Fahrzeugen befreit“, erklärt der Zerbster Ortswehrleiter. Die Zerbster Wehr konnte wieder abrücken.

Bei dem Unfall waren drei Autos und ein Lkw zusammengestoßen. Fünf Personen wurden verletzt. Es entstand erheblicher Sachschaden. Die Bundesstraße war mehrere Stunden teilweise gesperrt. Mehr als 50 Einsatzkräfte waren im Einsatz.

Die Unfallursache ist noch unklar. Die Verletzten wurden in die Krankenhäuser nach Dessau und Zerbst gebracht.