Zerbst l Was viele längst befürchtet haben, ist seit dem 15. April Realität. Die Ministerpräsidenten der Länder haben gemeinsam mit der Bundeskanzlerin entschieden, dass weiterhin alle Veranstaltungen – insbesondere auch Großveranstaltungen – bis zum 31. August verboten werden.

„Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin hat in einer Videopressekonferenz deutlich gemacht, dass mit Großveranstaltungen im Sinne der Bund-Länder-Regelung vom 15. April 2020 alle Veranstaltungen ab 1000 Besucher gemeint sind und auch keine Lockerung dieser bundeseinheitlichen Festlegung bis zum 31. August 2020 erwartet werden darf“, sagt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Das bedeute, dass neben dem Heimat- und Schützenfest auch viele andere Veranstaltungen in diesem Jahr nicht stattfinden können.

Kein Kneipenfest und Pferdemarktlotterie

Schon Anfang April hatte der Verkehrsverein mit Rücksicht auf die momentane wirtschaftliche Lage der Unternehmen und Gewerbetreibenden die diesjährige Zerbster Pferdemarktlotterie abgesagt. Nachdem nun viele Geschäfte und Gastronomiebetriebe wegen der Ausbreitung des Coronavirus schließen mussten, könne man nicht von Firma zu Firma gehen und um Preise für die Lotterie bitten, erklärte Jürgen Dornblut, Vorsitzender des Zerbster Verkehrsvereins, die Absage der Lotterie. Betroffen ist aber nicht nur Sachsen-Anhalts längstes Volksfest.

Auch das Kneipenfest, das am vergangenen Sonnabend (25. April) stattfinden sollte, wurde gecancelt. Ausfallen müssen unter anderem auch das Maibaumsetzen am 30. April auf dem Markt, das traditionelle Konzert der Zerbster Band „The Artcores“ am 22. Mai zur Eröffnung der Open-Air-Saison im Schlossgarten, das Familienfest an Christi Himmelfahrt (21. Mai), ebenfalls im Schlossgarten, sowie die zweite Auflage der „Fête de la Musique“ am 21. Juni in der Zerbster Innenstadt. Ebenfalls bereits abgesagt ist der Zerbster Bollenmarkt am 10. und 11. Oktober.

Konzert nach Verbot nachholen

„The Artcores“ wollen ihr Konzert auf jeden Fall zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden lassen. „Wir bedauern die Verlängerung des Verbotes, sehen aber auch die Notwendigkeit der Beschränkungen“, sagt Bandmitglied Florian Straube. Die Band trifft es doppelt. „The Artcores“ spielen traditionell auch am Eröffnungsabend des Heimatfestes. „Sowie das Verbot aufgehoben oder entsprechend gelockert wird, werden wir unser Konzert auf alle Fälle nachholen“, verspricht Florian.

Von dem Verbot betroffen sind zahlreiche Stadt- und Dorffeste in der Einheitsgemeinde, wie in Lindau (6. und 7. Juni). Aufhänger des Events sollte das Jubiläum „60 Jahre Fanfarenzug Lindau“ werden. „Es ist schade um die viele Arbeit, die wir bis dato schon in die Vorbereitung gesteckt haben“, sagte Ortsbürgermeister Helmut Seidler jüngst.

Badeparty im Zerbster Erlebnisbad fällt aus

Ausfallen muss diesen Sommer auch die große Badeparty im Zerbster Erlebnisbad, die vom Zerbster Lions Club gemeinsam mit der DLRG und den Zerbster Stadtwerken veranstaltet wird. „Die Gesundheit geht vor“, sagt Kerstin Wilsdorf, Sprecherin des Zerbster Lions Club. Sie hoffe, dass es 2021 wieder jede Menge Spiel und Spaß im Freibad geben wird.

„Wie haben gesehen, das Großveranstaltungen und Bierfeste, wie Aprés-Ski in Ischgl, der Karneval in Heinsberg oder das Starkbierfest in Mitterteich/Tirschenreuth (Bayern) leider Plattformen gewesen sind, wodurch eine starke und schlimme Ausbreitung des Coronavirus möglich geworden ist“, begründeten die Ministerpräsidenten der Länder auf der Pressekonferenz das Verbot aller Großveranstaltungen bis zum 31. August.