Zerbst/Köthen l Insgesamt 5151 Mal hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld gekracht. Damit hat sich die Anzahl der Unfälle im Vergleich zu den Vorjahren nicht wesentlich verändert. Sie lag von 2015 bis 2019 zwischen 5027 und 5278. Das geht aus der Unfallstatistik für das Jahr 2019 hervor, die am Donnerstag vom zuständigen Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld in Köthen veröffentlicht wurde.

Die häufigste Ursache von Crashs waren im vergangenen Jahr, wie auch im Vorjahr, Unfälle mit Wild. Fast jeder vierte Unfall resultierte aus der Kollision mit Rehen, Wildschweinen und anderen Wildtieren. Auf Platz zwei der Unfallursachen folgt das Wenden und Rückwärtsfahren. Zu dieser Art von Unfällen zählt auch der klassische Parkplatzunfall, beispielsweise beim Ein- oder Ausparken.

Häufig zu wenig Abstand

Zu dichtes Auffahren und fehlender Sicherheitsabstand, auch resultierend aus Unaufmerksamkeit und Ablenkung, führte zu jedem neunten Unfall. Gegenüber dem Vorjahr tauschten die Unfallursachen Sicherheitsabstand und Wenden/Rückwärtsfahren die Plätze.

Unfälle aufgrund zu hoher Geschwindigkeit oder unter dem Einfluss von Alkohol ereigneten sich in Anhalt-Bitterfeld vergleichsweise selten. In Zerbst waren es elf Unfälle, bei denen Alkoholkonsum eine Rolle gespielt hat. Bei den 5151 Unfällen wurden insgesamt 735 Personen verletzt, 93 weniger als noch 2018. Davon wurden 247 Personen schwer und 488 Personen leicht verletzt. Das ist insgesamt ein Rückgang von 12,65, bei den Schwerverletzten um 10,83 und bei den Leichtverletzten ein Rückgang um 11,43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sieben Personen sind im vergangenen Jahr (neun 2018) auf den Straßen des Landkreises ums Leben gekommen, davon etwas weniger als die Hälfte – nämlich drei – allein in der Einheitsgemeinde Zerbst. Zum Vergleich: 2018 starb eine Person auf Zerbster Straßen, im Jahr 2017 waren es sieben.

Im Jahr 2019 gab es insgesamt 923 Unfälle mit Unfallflucht, das sind zwölf mehr als im Vorjahr. Davon konnten 355 Unfälle aufgeklärt werden. Die Quote liegt somit bei 38,5 Prozent. Im Jahr 2018 lag die Aufklärungsquote bei 40,9 Prozent. Die meisten Unfälle – nämlich 4054 – passieren mit Pkw. Wider Erwarten sind nur bei rund sieben Prozent (601) der Unfälle Lkw beteiligt. Bei den Fahrrädern sind es 265 und motorisierten Zweirädern 121.

Bei der Unfallbeteiligung, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, ist ein Rückgang bei den 20 bis 30-Jährigen um 169 auf 1667 zu verzeichnen. In der Gruppe der über 65-Jährigen ist allerdings ein Anstieg um 82 auf 1309 Unfallbeteiligte zu verzeichnen. Die Altersgruppe mit der höchsten Unfallbeteiligung (850) war im vergangenen Jahr die Gruppe der 50 bis 55-Jährigen.

Laut Statistik lässt sich kein Monat erkennen, in dem sich signifikant viele Unfälle ereigneten. Die wenigsten Crashs passierten in den Monaten Februar (338), März (357) und Januar (362). Die meisten Unfälle geschahen in den Monaten September (484), April (476) und Juni (464). An den Wochenenden ist regelmäßig ein deutlicher Rückgang der Unfallzahlen zu verzeichnen. Die meisten Unfälle ereigneten sich an einem Freitag, die wenigsten an einem Sonntag.

„Die Teilnahme am Straßenverkehr, ob als Kraftfahrer, Radfahrer oder Fußgänger, bleibt immer risikobehaftet. Straßenverkehr ist keine Nebensächlichkeit, sondern erfordert die volle Aufmerksamkeit und Konzentration – auf andere und auf sich“, zieht Revierleiter Matthias Króll ein Fazit aus den Zahlen.

Die Veränderung im Bereich der Unfallursachen spreche dafür, dass die Grundregel Nummer eins, nämlich Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme, seitens der Verkehrsteilnehmer keine ausreichende Beachtung finde.