Lindauer Burg

Wege kaum passierbar

In Lindau bereiten der Zustand des Burgareals und der mit viel Einsatz hergerichteten Wege Sorgen.

Von Petra Wiese

Lindau l Zugewucherte Hänge und jede Menge Unkraut, das sich auf den Wegen breit macht. Das Areal der Lindauer Burg einschließlich des Wegenetzes rund um Lindau, hat gelitten. Vorbei mit der sauberen Gepflegtheit, dem in Schach gehaltenen Bewuchs. Mit viel Geld und Zeit und Herzblut hatte man hier einiges geschaffen und gepflegt – bis zum Ende der Beschäftigungsgesellschaft B&A.

Plötzlich konnten Maßnahmen nicht mehr durchgeführt werden. „Zu Hochzeiten hatten wir sechs Leute hier von März bis Dezember“, erinnert der Lindauer Ortsbürgermeister Helmut Seidler. Immer wieder prangerte er die Situation an. Schließlich können solche Dinge weder ehrenamtlich noch vom personell unterbesetzten Bauhof geleistet werden. Pflegemaßnahmen blieben liegen. So könne das nicht weiter gehen, mahnte Seidler oft genug an.

„Alles was wir uns geschaffen haben, geht den Bach runter“, macht auch der Vorsitzende des Lindauer Heimat- und Verkehrsvereins, Horst Krüger, deutlich. Eigentlich sollte die touristische Schiene ja weiter ausgebaut werden. Für den Wanderweg rund um die Burg oder den Rundwanderung über den Teufelstein wird geworben, aber der Zustand der Wege hinterlässt unter Umständen keinen guten Eindruck. Allein der geschotterte Weg oben auf dem Burgwall ist inzwischen stellenweise fast zugewachsen. Chemische Mittel, wie sie auch andernorts eingesetzt werden, sieht Krüger als Möglichkeit, der Sache Herr zu werden, sei aber hier verboten.

Nun scheint aber das Bitten und Betteln der Lindauer erhört worden zu sein. In der vergangenen Woche waren vier Männer vom VHS-Bildungswerk, gefördert vom Jobcenter der KomBA Anhalt-Bitterfeld, in Lindau im Einsatz. So konnten zumindest ansatzweise einige Pflegearbeiten an der Oberburg und der Vorburg in Angriff genommen werden.

„Wir können nur unterstützend tätig sein“, erläuterte Torsten Rakuschan, der als Anleiter und Ausbilder beim VHS-Bildungswerk tätig ist und die Einsätze der ihm zur Verfügung stehenden Leute im grünen Bereich koordiniert.

Das sei nicht vergleichbar mit den vergangenen Maßnahmen, findet Seidler und spricht vom „Tropfen auf den heißen Stein“. Aber: „Ich bin dankbar, dass es mit dem Tropfen geklappt hat“, sagt der Ortsbürgermeister und hofft, dass noch weitere Tropfen folgen werden. Je nach angemeldetem Bedarf in den Ortschaften der Einheitsgemeinde setzt Rakuschan seine Leute ein. „Turnusmäßig kommen wir wieder“, versicherte er. Wann, ließ er jedoch offen.

Die Burg und ihr Umfeld ist das Aushängeschild der Stadt Lindau. Selbst zu Corona-Zeiten war das Interesse, die Burg zu besichtigen, da. Die Burg soll nach den Vorstellungen des Heimatvereins wieder mehr belebt werden. Zuletzt war man durch die Brandschutzauflagen zur Nutzung des Burgturms gehandicapt. Die Hoffnung auf eine Lösung des Problems besteht derweil. Eine Leiter, mit der Personen von der Aussichtsplattform des Turmes gerettet werden können, ist bei der Ortswehr vorhanden. Veranstaltungen mit um die 50 Personen unterm Kegeldach sollen also bald wieder möglich sein.

Horst Krüger setzt darauf, dass alle Veranstaltungen, die der Heimatverein auf dem Jahresplan 2020 ab September hat, auch stattfinden können. Für den August ist derweil noch eine Premiere vorgesehen. Da soll es Kino auf der Lindauer Burg geben – für einen überschaubaren Personenkreis. Vom Filmstudio Halle sind die Filme zu haben.

Im nächsten Jahr könnte das Amphitheater der Burganlage eventuell zur Freiluft-Kabarettbühne werden. Da sei man mit den Hengstmännern im Gespräch, verriet der Vereinsvorsitzende. Und auch zum Umweltzentrum Ronney gibt es Kontakte, demnächst verschiedene Angebote in Lindau zu installieren.