Zerbst | Er sei regelmäßiger Besucher des Zerbster Weihnachtsmarktes, verrät Chris Döhring. Der Geschäftsführer der Getec green energy GmbH schwärmt vom schönen Ambiente. „Es ist überschaubar und gemütlich und mit viel Herzblut organisiert“, erzählt er von der langen Vorfreude. Diese werde stets aufs Neue geschürt, wenn er mal wieder im Energiepark auf dem ehemaligen Militärflugplatz nahe der Stadt ist. Denn dort auf dem Gelände seines Unternehmens lagern in einem der Hangars die in mehrere Einzelteile zerlegten hölzernen Buden und die demontierte Pyramide, die jetzt zusammengezimmert im offenen Kirchenschiff von Sankt Bartholomäi stehen.

Dank vieler emsiger Helfer sowie der Unterstützung des städtischen Bauhofs ist der Aufbau des Weihnachtsmarktes inzwischen abgeschlossen. Lichterketten sind angebracht und die Bühne errichtet. „Ohne engagierte Menschen geht es nicht“, bezieht sich Chris Döhring auf all jene, die sich für den Erhalt dieser traditionellen Veranstaltung einsetzen. Ihm selbst ist es wichtig, diesen Einsatz zumindest materiell zu unterstützen und auf diese Weise als Unternehmen, das im Bereich der erneuerbaren Energien in der Region Projekte realisiert, etwas zurückzugeben und das nicht zu ersten Mal.

Finanzierung nur dank Spenden

Erneut zählt die Getec zu den Hauptsponsoren des Zerbster Weihnachtsmarktes. So überbringt Chris Döhring gestern persönlich den symbolischen Scheck über 1000 Euro an Claudia Adolph. Sie ist die Vorsitzende des ausrichtenden Weihnachtsmarktvereins, der sich aus Lions und Rotariern zusammensetzt. „Wir finanzieren alles nur aus Spenden“, gibt sie mit Blick auf die nicht unerheblichen Nebenkosten zu bedenken, die alljährlich zu schultern sind – unter anderem für Strom, Wasser und Sanitärcontainer.

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Nicht zuletzt soll den Besuchern an den beiden Veranstaltungswochenenden ein vielfältiges Programm geboten werden. Neben Zerbster Künstlern wie Schlagersänger Martin „Zimmi“ Zimmermann oder Nathalie und Helmut Aretz will beispielsweise auch Squeezebox Teddy aus Rodleben mit irischer Folklore für Unterhaltung sorgen. Daneben präsentieren sich wieder lokale Vereine, Schulen und Kitas auf der Bühne. „Sie alle erhalten einen kleinen Obolus für ihren Auftritt“, schildert Claudia Adolph. Zudem stellt der Weihnachtsmarktverein ehrenamtlich tätigen Organisationen wie der Feuerwehr, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft oder dem Förderverein des Hospizes einige seiner Hütten gegen ein geringes Nutzungsentgelt zur Verfügung.

Ehrenamt sorgt für Adventsstimmung

Dank der 3000-Euro-Spende der Bürgerstiftung „Wir für Zerbst“ muss auch kein Budenbetreiber mehr einen Kurzschluss befürchten. Um künftig Stromausfälle zu verhindern, „haben wir neue Elektroverteiler angeschafft“, erzählt Claudia Adolph von der kostenintensiven Investition. „Das war eine relativ schnelle Entscheidung, dorthin Geld zu geben, wo sich Ehrenamt manifestiert“, bemerkt Bürgermeister Andreas Dittmann in seiner Funktion als Vorstand der Stiftung.

Er freut sich ebenfalls bereits auf den Zerbster Weihnachtsmarkt, der am Freitag seine Pforten öffnet – auf die besondere Atmosphäre im offenen Kirchenschiff, wo die Besucher plaudernd bei einem Glühwein gesellige Stunden verleben. „Zu unserem Weihnachtsmarkt geht man gezielt, um Leute zu treffen und die Adventszeit zu genießen“, sagt er. „Der Kommerz steht nicht im Vordergrund“, bemerkt Chris Döhring. Derweil betont Dittmann nochmal das Engagement jener, die die besinnliche Veranstaltung erst möglich machen. „Das ist ein Dankeschön wert statt rumzumosern“, wendet er sich an diejenigen, die gern meckern und sagt: „Wir freuen uns über jede konstruktive Kritik und persönliches Einbringen.“