Stadtverwaltung plant Workshop

Zu den Zerbster Klosterhöfes stehen verschiedene Gestaltungsideen zur Diskussion

Mit der Sanierung des einstigen Zerbster Frauenklosters einher geht die Gestaltung des Umfeldes. Inzwischen gibt es einige Ideen, um das historische Areal aufzuwerten. Auch die Zerbster sollen sich einbringen.

Von Daniela Apel

Zerbst

Die Sanierung und der Umbau des früheren Frauenklosters an der Breite schreiten voran. Für September ist derzeit der Umzug des Bau- und Liegenschaftsamtes in den hinteren Klausurflügel geplant. Längst beschäftigt Planer und Verwaltung die Gestaltung des Umfeldes. Auch die Bürger sollen in die Diskussion mit einbezogen werden. Immerhin handelt es sich um einen der letzten historischen Flecken von Zerbst.

Im vergangenen November wurden bereits mehrere Vorentwürfe zur Entwicklung der mittelalterlich geprägten Klosterhöfe vorgestellt. In allen Varianten enthalten war die Erschließung des Geländes von der Puschkinpromenade aus über eine Nuthe-Brücke.

Häuser abreißen oder Areal weiter bebauen?

Die gravierendsten Unterschiede fanden sich im Bereich des Großen Klosterhofs. Eine Idee zielte beispielsweise auf die Schaffung einer öffentlichen Grünfläche im Zentrum des Quartiers ab, wofür die noch vorhandenen Häuser weichen müssten. Oder aber sie bleiben bestehen und das Areal wird stattdessen bebaut.

Auf Abriss lief zudem die Überlegung hinaus, die Westfassade der Klosterkirche wieder freizustellen. Neben der Sichtbarmachung des ältesten noch vorhandenen Gebäudeteils des Komplexes war dies mit dem Gedanken verbunden, dort die Feuerwehrzufahrt anzulegen. Wie Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) jetzt allerdings im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss erklärte, reicht die vorhandene Zufahrt zum Großen Klosterhof doch für Löschfahrzeuge aus.

Separate Feuerwehrzufahrt ist kein Thema mehr

Rege war über die notwendige Feuerwehrzufahrt diskutiert worden. Die neue Zuwegung sollte von der Breite aus durch die dortige Baulücke auf den Großen Klosterhof führen. Nun könnte sich der Rathauschef gut vorstellen, die Lücke wieder zu bebauen, um den Charakter eines geschlossenen Hofes zurückzuerhalten.

Zugleich biete sich die Chance, die Verkehrsführung zu entzerren und einen zwei Meter breiten Durchgang für Fußgänger frei zu lassen, so Dittmann. Diese könnten dann über den Klosterhof spazieren und vorbei am Frauenkloster über die Nuthe-Brücke (nur für Fußgänger) zur Puschkinpromenade gelangen, beschrieb er ein mögliches Szenario.

Architekturstudenten sollen einbezogen werden

Wie der Bürgermeister informierte, ist die Stadtverwaltung dabei, Kontakt zur Hochschule Anhalt aufzunehmen. Dahinter steckt die Absicht, Architekturstudenten für das Projekt zu gewinnen, die weitere Vorschläge entwickeln. Die Chance, die Klosterhöfe zu gestalten, „haben wir nur einmal“, betonte Dittmann.

Verschiedene Varianten, wie der Bereich zwischen dem künftigen Verwaltungsgebäude und der Mauer zum Klosterhof aussehen könnte, stellte Lutz Voßfeldt vom Ingenieurbüro Wasser und Umwelt im Ausschuss vor. In allen finden sich neben Fahrradstellplätzen sieben Parkplätze, darunter ein Behindertenparkplatz.

Rundum gepflasterte Zuwegung im Klosterhof

Dittmann merkte an, dass die Stellflächen nur für Besucher sein könnten. Auf dem gegenüber liegenden Klosterinnenhof könnten derweil Parkplätze für die Verwaltungsmitarbeiter entstehen und für die Lehrer der Ganztagsschule Ciervisti. Denn in dem an der Breite befindlichen Kasernenanbau werden auch künftig einzelne Klassen unterrichtet.

Identisch ist ebenfalls die rundum geschlossene Zuwegung, bei der das gleiche Natursteinpflaster wie im Kleinen Klosterhof verwendet werden soll. Dieses würde auch zur Befestigung der anderen Pflasterflächen genutzt, deren Umfang in den einzelnen Entwürfen minimal variiert.

Grünflächen sollen für Auflockerung sorgen

Denn eine weitere Vorgabe für die Planung war, dass Grünflächen das Areal auflockern. Rosen sowie Kräuter wie Lavendel oder Salbei könnten angepflanzt werden. Kletterrosen wären an der weniger attraktiven Wand hinter den Parkplätzen genauso denkbar wie ein Baum mit Bänken zum Verweilen in der Stadtmauerecke. Auch eine Pflasterführung durch die Baulücke an der Breite als Sichtachse über den Klosterhof hin zum Torbogen griff eine der Varianten auf.

Auf das Privatgrundstück in diesem Innenbereich westlich des Klosters kam der Bürgermeister nochmal zu sprechen. Denn für das Fachwerkhaus existieren ebenfalls bereits Ideen. Dieses könnte zukünftig als Gaststätte genutzt werden oder durch die Tourist-Information, so Dittmann.

Von Spielgeräten bis zur Klosterkirche

Bei der Umfeldgestaltung stellte sich für Silke Schmidt (SPD) die Frage nach der gewünschten Zielgruppe. Sie regte an, dabei ebenfalls an junge Familien zu denken und vielleicht ein paar Spielgeräte aufzustellen.

Unterdessen lenkte der Bauausschussvorsitzende Helmut Seidler (Freie Fraktion Zerbst) den Blick noch einmal auf die Klosterkirche und die zugemauerten Fenster im Westgiebel. Diese würde er genauso gern in die weitere Betrachtung einbeziehen wie die Schaffung eines Kreisverkehrs anstelle der jetzigen Ampel am Frauentorplatz.

Aber auch die Meinung der Bürger ist gefragt. Sie sollen bei der Entscheidung zur Entwicklung der Klosterhöfe nicht außen vor bleiben, sondern sich während eines Workshops aktiv einbringen.

Der Workshop findet am 18. Mai um 18 Uhr in der Zerbster Stadthalle statt.