Handball

Genthins Trainer-Duo und das „Best-of“ der Liga

In den zurückliegenden Jahren formten Göran Karbe und André Wieneke ein Genthiner Frauenteam. In der Volksstimme präsentiert das Duo seine Favoriten.

Von Karolin Pilz
Da ohne aktiven Spielbetrieb der Zeit- und Trainingsaufwand unentschädigt geblieben wäre, entschloss sich das neu formierte Genthiner  Frauen-Team unter dem Trainerduo Göran Karbe (l.) und André Wieneke  vor drei Jahren, an Punktspielen teilzunehmen.
Da ohne aktiven Spielbetrieb der Zeit- und Trainingsaufwand unentschädigt geblieben wäre, entschloss sich das neu formierte Genthiner Frauen-Team unter dem Trainerduo Göran Karbe (l.) und André Wieneke vor drei Jahren, an Punktspielen teilzunehmen. Foto: Archiv

Genthin - „Handball-Hochburg Genthin“ – das ist der Wunsch des Genthiner Trainerduos Göran Karbe und André Wienecke. Seit nunmehr drei Jahren trainiert das Duo die „Chemikerinnen“, die in der 2. Nordliga auf Punktejagd gehen. In der kommenden Saison 2020/21 startet die Mannschaft um die beiden Coaches in die dritte Spielsaison. Während der zurückliegenden Spielzeiten lernte das Duo die Spielmacherinnen der Konkurrenz kennen. In der Volksstimme präsentieren Karbe und Wieneke daher eine Top-Sieben, die sich wie ein „Best-of“ der Liga liest. Folgendes sagen sie über ihre Auswahl:

Tor

Manja Hünecke (Güsener HC): „Viele Jahre stand Manja für Fortschritt Burg zwischen den Pfosten. Als sich die Mannschaft vor einigen Jahren auflöste, wechselte sie zum Güsener HC. Auf dem Spielfeld strahlt sie eine enorme Ruhe aus und lenkt von hinten die Geschicke ihres Teams. Als Trainergespann würden wir sie gern von Chemie Genthin überzeugen, aber ,Abwerben’ kommt für uns nicht infrage – das wünschen wir uns nämlich auch von anderen Trainerkollegen. Im Tor führt jedenfalls kein Weg an Manja vorbei.“

Linksaußen

Mia Fleischer (Chemie Genthin): „Mia auf der Außenposition ist selbsterklärend. Wenn sie fit ist, war sie im Zusammenspiel mit Sarah Vieille im Rückraum das Beste, was wir in der 2. Nordliga anzubieten haben. Hinzu kommt, dass sich Mia und Sarah blind aufeinander verlassen konnten, die beiden waren ein eingespieltes Team. Aus diesem Grund wird Mia auch eine große Lücke in der Mannschaft hinterlassen und wir würden uns freuen, wenn sie irgendwann den Weg zurück zu Chemie Genthin finden würde.“

Rückraum links

Sarah Vieille (Chemie Genthin): „Obwohl sie nicht die große Werferin aus dem Rückraum ist, führt auf dieser Position kaum ein Weg an Sarah vorbei. Aus dem Rückraum werfen muss sie auch gar nicht. Stattdessen setzt sie sich im Eins-gegen-Eins durch, versteht sich wortlos mit Mia auf der linken Außenposition und weiß, wie sie ihre Mitspielerinnen in Szene setzen kann. Dazu kommt ihr Durchsetzungsvermögen und eine Willenskraft, die seinesgleichen sucht.“

Rückraum Mitte

Franziska Schöneberg (Güsener HC): „Vielleicht ist ,Franzi’ nicht mehr die Jüngste, denn mittlerweile hat sie jahrelange Erfahrung auf dem Buckel. Für Fortschritt Burg spielte sie über Jahre hinweg sehr erfolgreich und als sich die Mannschaft auflöste, entschied sie sich für einen Wechsel nach Güsen. Ihr Spiel ist verhältnismäßig ruhig, doch dafür sehr überlegt. Neben ihrer Torgefährlichkeit aus dem Spiel heraus wirft sie auch die Siebenmeter – und die landen meistens im Kasten. Wir haben uns zwar erst eine Partie der Güsenerinnen angesehen, aber Franziska hinterließ einen bleibenden Eindruck. Für uns ist sie daher in der 2. Nordliga die Beste auf dieser Position.“

Franziska Schöneberg bringt langjährige Erfahrung mit.
Franziska Schöneberg bringt langjährige Erfahrung mit.
Foto: Archiv

Rückraum rechts

Thalassia Sophia Lucas (SV BG Goldbeck): „Über sie braucht es nicht viele Worte – 130 Tore pro Saison sprechen für sich. Der kometenhafte Aufstieg der Goldbeckerinnen geht zu größten Teilen auf ihre Kappe, denn sie ist die perfekte Handballerin. Sie vereint einfach alles, was es auf der Platte braucht: variables Wurfbild, 100 Prozent Treffsicherheit, hervorragendes Eins-gegen-Eins, blindes Spielverständnis und wie sie ihre ihre Mitspieler in Szene setzt, ist beeindruckend.“

Rechtsaußen

Sophie Funcke (HSV Haldensleben): „Das was sie auf dem Spielfeld macht, ist großartig. Sie braucht nicht viele Chancen, aber jene, die sie hat, knallt sie dem gegnerischen Torhüter um die Ohren. Zudem ist sie enorm konterstark und auf der rechten Außenposition das Beste, was die Liga zu bieten hat.“

Kreismitte

Lea Dechnik (SG Seehausen): „Aufgrund ihrer Statur zeigt sie auf der Platte eine enorm physische Präsenz und setzt diese auch gekonnt ein. Lea ist ist groß, fängt gefühlt jeden Ball – im Notfall mit nur einer Hand. Wenn sie den Arm hebt und wirft, ist der Ball sicher im Kasten. Von allen Spielerinnen der 2. Nordliga zeichnet sie die höchste Spielintelligenz aus. Aber sie setzt nicht nur sich selbst stark in Szene, sondern auch ihre gesamte Mannschaft.“

Trainer

Denny Lukas (SV BG Goldbeck): „Ehre, wem Ehre gebührt. Mit seiner Mannschaft ist er ohne Niederlage durch die Saison durchmarschiert. Sie waren schlichtweg eine Übermacht und daran hat er einen großen Anteil. Die Laufwege der Truppe sind perfekt, was das Team spielerisch zur Schau stellt, ist beeindruckend und der Aufstieg in die 1. Nordliga ging verdient an Denny und seine Damen.“

Sarah Vieille gehört zu den torgefährlichsten Spielerinnen der „Chemikerinnen“.
Sarah Vieille gehört zu den torgefährlichsten Spielerinnen der „Chemikerinnen“.
Foto: Archiv