Fußball

Verbandsliga künftig ein- oder zweigleisig?

Die Überlegungen gehen beim FSA dahin, die Staffeln aufzusplitten (Verbandsliga) beziehungsweise auszudehnen (Landesligen, Landesklassen)

Daniel Stehr (rechts) und die Männer des SSV 80 Gardelegen um Trainer Norbert Scheinert würden gern in einer eingleisigen Verbandsliga spielen.
Daniel Stehr (rechts) und die Männer des SSV 80 Gardelegen um Trainer Norbert Scheinert würden gern in einer eingleisigen Verbandsliga spielen. Foto: Thomas Koepke

Salzwedel/Magdeburg - Thomas Koepke und Robert Kegler

Am vergangenen Mittwoch erreichte die Vereine der Verbandsliga Sachsen-Anhalt eine Mail vom Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA), in der die zwei anvisierten Modelle für die Spielzeit 2021/2022 mit dazugehörigen Rahmenterminplan vorgestellt wurden.

Dabei kristallisierten sich im Vorfeld zwei machbare Modelle heraus, die nun zur Diskussion stehen.

Modell A: Eine Staffel und 38 Spieltage

In der Variante A würde nach dem Verzicht vom FSV Saxonia Tangermünde eine 19er-Staffel mit Hin-und Rückrunde (38 Spieltage) ausgetragen werden. Damit hätte man das gleiche Modell wie in der zuvor abgebrochenen Spielzeit 2020/2021. Start der neuen Saison wäre dann allerdings bereits Mitte Juli – konkret am Wochenende vom 23. bis 25. Juli 2021.

Mit dem 19. Spieltag würde laut dem Entwurf Mitte Dezember die Winterpause beginnen, die dann am 11. Februar 2022 endet. Am 25. Juni wäre die lange Saison dann vorbei. Sollte ein Saisonstart allerdings aus pandemischen Gründen nicht Mitte Juli möglich sein, kämen sicherlich englischen Wochen hinzu.

Da die Spieltage in der Verbandsliga ohnehin wie bisher auf die Tage Freitag, Sonnabend und Sonntag verteilt waren, könnte es auch ohne englische Wochen zu einigen Doppelbelastungen an einem Wochenende kommen.

Modell B: Zwei Staffel und 28 Spieltage.

In der Variante B würde die höchste Liga des Landes dagegen in zwei Staffeln aufgeteilt werden, in der jeweils eine komplette Hin- und Rückrunde absolviert wird. Der Saisonstart würde hier erst Ende August (27. bis 29. August 2021) erfolgen, Wochenspieltage müssten – unter normalen Bedingungen – nicht mit eingeplant werden.

Finalrunden bei Variante B in der Verbandsliga

Nach neun Spieltagen endet die Hinrunde dann am Wochenende 10. bis 12. Dezember 2021. Ende Februar würde dann der Spielbetrieb beider Staffeln wieder aufgenommen werden, um die Rückrunde zu absolvieren. Nach Beendigung der 18 Spieltage erfolgt dann eine Meister- beziehungsweise Abstiegsrunde mit weiteren zehn Spieltagen. Allerdings erscheint nach dem Verzicht von Saxonia Tangermünde dieses Modell als schwer darstellbar, da in der einen Staffel so neun und in der anderen Staffel zehn Mannschaften spielen würden.

Zum geplanten Staffeltag am 2. Juni 2021 werden die Vereine der Verbandsliga in einer Präsenzveranstaltung (Neugattersleben) gemeinsam mit dem Vorstand des FSA beraten, welche Variante in der nächsten Spielzeit darstellbar und auch umsetzbar ist.

Die Meinungen der beteiligten Mannschaften gehen dazu im Vorfeld durchaus auseinander. In Gardelegen favorisiert man eindeutig das eingleisige Modell der Verbandsliga.

„Ich persönlich halte nichts von einer zweigleisigen Verbandsliga und einer Auf- und Abstiegsrunde. Ich finde die Liga sollte so bleiben wie sie ist. Sie ist die höchste Liga im Land, sozusagen das Aushängeschild. Ich würde selbst bei 20 Mannschaften noch für eine Liga plädieren“, so SSV-Trainer Norbert Scheinert.

Der befürchtet auch, „man sich in der Vorrunde auf Platz sechs kämpft und dann im Rahmen der Platzierungsrunde doch noch absteigen kann“.

Für ihn ist dieses Modell auch zu sehr an die Ausbildungsliga der D-Jugend, der Talenteliga, gekoppelt. „Da ist es ähnlich. Aber da stehen eben die Ergebnisse nicht im Vordergrund, in einer Verbandsliga der Männer als höchste Spielklasse aber schon“, so Scheinert weiter.

Der hätte auch nichts dagegen, auch mal unter der Woche oder am Wochenende zweimal zu spielen. „Jeder, der sich für die Verbandsliga qualifiziert und entscheidet, weiß, was auf ihn zukommt. Sicherlich ist das alles noch Freizeit- und Amateursport, aber einen gewissen Anspruch gibt es da schon. Wir würden gern in einer eingleisigen Liga spielen“, so der Übungsleiter.

Indes bereitet man an der Milde aber bereits wieder das Training der Männermannschaft vor. Die Inzidenzwerte lagen nunmehr bereits fünf Werktage in Serie unterhalb der 100er und im Altmarkkreis Salzwedel in den letzten Tagen sogar unterhalb der 50er Marke. Das heißt, dass auch die Gardelegener Männer wieder ins Training einsteigen können.

„Wir werden am Dienstag nach Pfingsten wieder ins Training einsteigen und hoffen natürlich, dass wir uns dann erstmal wieder ordentlich bewegen können. Beim letzten Mal war es ja aufgrund der Notbremse schnell wieder vorbei. Allerdings halte ich persönlich die Ansteckungsgefahr im Freien für nicht sehr hoch. Allerdings nehmen wir die Verordnungen und Regeln sehr ernst und werden alle Auflage für ein geordnetes Training erfüllen“, ergänzt Scheinert.

Und je nach Planung des Saisonstarts für die Spielzeit 2021/2022 werden die Gardelegener auch noch eine kleine und kurze Sommerpause einbauen, um dann mit frischer Energie durchzustarten. „Wir werden jetzt den Mai erstmal trainieren, vielleicht bis Mitte Juni hinein. Allerdings sind wir da auch von den Inzidenzwerten und Verordnungen abhängig“, so der SSV-Trainer.

Mehrheit stimmt wohl für eine Staffel der Eliteliga

Anders sieht man es weiter südlicher. Mit Blick auf die neue Spielzeit plädiert der Chefcoach des FC Romonta Amsdorf für eine zweigeteilte Verbandsliga mit anschließendem Play-Off- und Play-Down-Modus. „Eine eingleisige Verbandsliga mit 20 möglichen Teams ist aus meiner Sicht nicht darstellbar. Wie sind alle Amateure und können keine englischen Wochen spielen. Es ist zwar davon auszugehen, dass die mögliche Süd-Staffel stärker wäre, aber dafür hätten wir viele Derbys. Anschließend kann man ja in den Folgejahren die Zahl der Mannschaften wieder reduzieren“, äußert sich Farih Kadic.

Allerdings favorisiert die Mehrheit der Liga wohl das eingleisige Modell, dass den Verantwortlichen des Spielausschusses des FSA doch einige Sorgenfalten auf die Stirn treiben würde. Dort würde man eher, so war zu hören, zum zweigleisigen Modell tendieren. Dort hätte man mehr zeitliche Handlungsspielräume, sollte die pandemische Lage weiterhin angespannt bleiben.

Ebenso werden die Staffelerweiterungen in den Landesligen und Landesklasse heiß diskutiert. Hier schwebt den FSA-Verantwortlichen eine dreiadrige Landesliga und neun Staffeln in der Landesklasse vor. Aber auch hier werden die beteiligten Vereine mit ins Boot geholt und mehrere Varianten zur Auswahl stehen.

Norbert Scheinert ist Trainer des SSV Gardelegen.
Norbert Scheinert ist Trainer des SSV Gardelegen.
Foto: Thomas Koepke