Fußball-Verbandsliga

MSC Preussen feiert nach 0:3-Rückstand einen „gefühlten Auftaktsieg“

Das Auftaktspiel der neuen Verbandsliga-Saison war für den MSC Preussen ein Spiegelbild der vergangenen Wochen: Beim 3:3 gegen Eintracht Elster folgte auf anfängliche Niedergeschlagenheit noch ein sehr freudiges Happy End.

Von Kevin Gehring
Torsten Marks? taktische Anweisungen in der Halbzeit haben gefruchtet: Nach 0:3-Rückstand kamen Daniel Stridde (r.) und Co. noch zu einem 3:3, einem ?gefühlten Auftaktsieg? in Elster.
Torsten Marks? taktische Anweisungen in der Halbzeit haben gefruchtet: Nach 0:3-Rückstand kamen Daniel Stridde (r.) und Co. noch zu einem 3:3, einem ?gefühlten Auftaktsieg? in Elster. Foto: Sven Sonnenberg

Magdeburg - Als Torsten Marks am Sonnabend in der Halbzeit zu seiner Mannschaft sprach, blickte er in frustrierte und fassungslose Gesichter. Zu diesem Zeitpunkt lag Verbandsliga-Aufsteiger MSC Preussen zu Gast in Elster bereits mit 0:3 zurück. Doch nach dem Seitenwechsel bekam Marks ein anderes Gesicht seiner Mannschaft zu sehen – und durfte sich nach dem 3:3 letzten Endes noch über „einen gefühlten Auftaktsieg“ freuen.

Dieser Saisonstart beim SV Eintracht Elster passte genau zu den Entwicklungen der vergangenen Wochen beim MSC, war „das perfekte Drehbuch“, wie Marks mit einem Schmunzeln befand. Denn auf große Ernüchterung folgte große Freude – so wie zuletzt schon beim juristischen Verfahren gegen den Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA). Erst waren die Preussen betrübt, dass sie trotz der Einladung zum Verbandstag nicht aufsteigen durften. Dann folgte am Dienstag am grünen Tisch doch noch die frohe Kunde über den Aufstieg – ein Happy End wie in Elster.

Fehler und Aufregung sorgen für Rückstand

Zunächst aber gelang den Preussen beim kurzfristig terminierten Saisonstart wenig. Schon nach vier Minuten sorgte der einst im FCM-Nachwuchs ausgebildete Marc Plewa für die Elsteraner Führung, die er (34.) und Marc Dauter (37.) mit einem Doppelschlag nach einer guten halben Stunde auf 3:0 ausbauten.

„Auch, wenn wir uns am Ende freuen dürfen, über diese erste Halbzeit müssen wir noch sprechen“, sagte Marks in der Auswertung. „Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, haben die Aufregung an uns herangelassen, haben nicht mit der letzten Überzeugung gespielt. Und Elster hat das richtig gut gemacht.“

Doch zur Pause fand Marks offenbar die richtigen Worte. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass ich nicht sehen möchte, wie sie sich aufgibt, und dass wir unser Kämpferherz beweisen müssen“, erzählte der Preussen-Coach, der sehr zufrieden auf den zweiten Durchgang blickte: „Nach dem Seitenwechsel war es ein ganz anderes Spiel. Plötzlich waren wir am Drücker und mit jedem Treffer wuchs das Selbstvertrauen.“

Schaarschmidt mit dem Dosenöffner

Als Dosenöffner brauchte es einen Standard, eine Ecke, die der aufgerückte Innenverteidiger Tim Schaarschmidt einköpfte. „Das war die Belohnung für unseren enormen Aufwand nach dem Seitenwechsel und hat noch einmal neue Kräfte freigesetzt.“ Zum Beispiel bei Angreifer Daniel Stridde, der in der 74. Minute mit viel Dynamik in den Strafraum zog und von Elster-Schlussmann Maximilian Heidel nur unfair gestoppt werden konnte. Den Strafstoß übernahm Tom Saager, der humorlos in den Winkel verwandelte.

Neben der wesentlich besseren spielerischen Leistung kam dann auch noch „das nötige Glück“ hinzu, als das vermeintliche 4:2 zur Entscheidung aufgrund eines Foulspiels an Preussen-Schlussmann Steven Ebeling zurückgepfiffen wurde.

Ausgerechnet Röhl gleicht aus

Stattdessen zappelte das Spielgerät im Gegenzug auf der anderen Seite. Dabei war es ausgerechnet Steven Röhl, der in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem MSC Preussen aus der Stadtoberliga bis in die Verbandsliga aufgestiegen war, der den umjubelten Ausgleich erzielte (82.), bevor er voller Freude auf seinen Trainer an der Seitenlinie zusteuerte.

„Eigentlich hätten wir das Spiel dann in der Nachspielzeit sogar noch gewinnen müssen“, berichtete Marks von Daniel Zolls und Lukas Friedrichs Großchancen zum Sieg. „Aber vielleicht wäre das an diesem Nachmittag auch zu viel des Guten gewesen.“ Am Ende aber überwog die blanke Freude über das fulminante Comeback: „Das ist eines dieser Spiele gewesen, das man auch in zwanzig Jahren nicht vergessen wird.“