Handball

Pokalerfolg krönt schwierige Saison für SCM-Nachwuchs

Die A-Jugend des SC Magdeburg siegte am Ende souverän im Finale bei der SG Pforzheim/Eutingen und feierte damit den Triumph beim erstmals ausgetragenen DHB-Pokal. Für Trainer Julian Bauer und sein Team ist es ein „Trostpflaster“ für das bittere Ausscheiden im Meisterrennen.

Von Hans-Joachim Malli
Julian Bauer (4. von links) hat mit seiner A-Jugend die richtige Taktik zum Erfolg gefunden.
Julian Bauer (4. von links) hat mit seiner A-Jugend die richtige Taktik zum Erfolg gefunden. Foto: Popova

Magdeburg - Übermüdet, aber superglücklich kamen die A-Jugendhandballer des SC Magdeburg am frühen Montagmorgen gegen 2 Uhr medaillenbehangen und mit dem DHB-Pokal im Gepäck wieder an der heimatlichen Getec-Arena an.

Gut acht Stunden früher hatte der über weite Strecken geschonte Kapitän Elias Ruddat von Chef-Nachwuchsbundestrainer Jochen Beppler und U-21-Bundestrainer Martin Heuberger Siegerpokal und Siegerwimpel nach dem 31:25 (15:14)-Erfolg bei der SG Pforzheim/Eutingen überreicht bekommen. Zuvor schon kam Linksaußen Ruddat nach Spielschluss in der Pforzheimer Berta-Benz-Sporthalle fast mehr ins Schwitzen als bei seinem 15-minütigen Kurzeinsatz, als er coronakonform anstelle der DHB-Oberen seinen Mannschaftskameraden und Trainern die Siegermedaillen umhängte.

Saison vernünftig zu Ende gebracht

Der Kurzeinsatz von Ruddat, der beim glücklichen 38:35 nach Verlängerung im Halbfinale eine Woche zuvor gegen den SC DHfK Leipzig als zehnfacher Torschütze glänzte, am Sonntag aber nur einen Treffer vom Siebenmeterpunkt zum Pokaltriumph beitrug, gehörte zum Erfolgsrezept des Trainers. Julian Bauer: „Bei Elias haben wir diesmal etwas rotiert. Der dafür gekommene Robin Pfeil hat seine Sache sehr gut gemacht.“

Bei aller Freude verwies der Coach darauf, dass man den Pokalerfolg als „Trostpflaster“ für das brutale Aus im Meisterschaftsspiel gegen Flensburg vernünftig einzuordnen vermag, haben doch längst nicht alle Teams an der Premiere des DHB-Pokalwettbewerbs der A-Jugend teilgenommen. Dennoch, und das freut Coach Bauer am meisten, habe man „nach der Enttäuschung von Flensburg trotzdem die Saison vernünftig zu Ende gebracht.“ Und dafür verdiene die Truppe ein Riesenlob.

SCM kann Fehler nach der Pause korrigieren

Die Magdeburger wurden ihrer Favoritenstellung am Ende gerecht, hatten allerdings im ersten Abschnitt mit erheblicher Gegenwehr und zu vielen eigenen Fehlern zu kämpfen. So gerieten die Elbestädter nach einer 3:1-Führung mehrfach in Rückstand, hatten erst kurz vor der Pause die Zügel wieder fester in der Hand. Vor allem die Pforzheimer Rückraumspieler Vincent Virzi (9 Tore) und Silas Schneider (7/2) machten da den Gästen zu schaffen.

„Da hatten wir Probleme auf den Halbpositionen und auch in der Kreisverteidigung. Zudem unterliefen uns zu viele technische Fehler, versuchten einige immer noch einen Extra-Trick zu viel, so dass ich immer wieder anmahnen musste, bei den Basics zu bleiben“, erklärte Bauer.

Magdeburger Torhüter steigern sich

In der zweiten Halbzeit wendete sich das Blatt schnell zu Gunsten der Grün-Roten, steigerten sich auch die Torhüter Michel Fiedler (12 Paraden) und der später gekommene Felix Mohs (4). Beim 21:16 zwangen die Magdeburger die Gastgeber zu einer Auszeit (39. Minute), führten anschließend aber sogar mit sieben Toren (23:16/42.). Zwar streuten die Hausherren noch einmal einen 4:0-Lauf zum zwischenzeitlichen 21:24 (50.) ein, doch ernsthaft gefährden konnten sie den SCM, bei dem mit Niclas Behrendt sowie den U-17-Nationalspielern Fritz-Leon Haake und Georg Löwen ja drei Stammkräfte fehlten, nicht mehr.

Nachdem bei der A-Jugend des SCM der Jahrgangswechsel schon vor den Pokalspielen eingeleitet wurde, Akteure der Jahrgänge 2003 und 2004 eingebaut und zu Leistungsträgern wurden, haben die Spieler der „alten A-Jugend“ (Geburtsjahrgang 2002) bereits seit dieser Woche Urlaub, während die neu formierte A-Jugend noch bis zum 9. Juli eine Übergangsphase mit leichtem Training bestreitet, ehe es ab 5. August wieder in die Vollen geht.

Kaderplanung für neue Saison ist abgeschlossen

Auch die Personalplanung für die neue Saison ist prinzipiell abgeschlossen. Niclas Behrendt, Carl Haake, Elias Ruddat, Joshua Eberhard, Tim Kloor und Felix Eißing rücken endgültig zu den SCM-Youngsters und Trainer Stephan „Apollo“ Just auf. Die jungen Michel Fiedler, Felix Mohs (beide Tor), der Halbrechte Yasmin Noah Jaidi, der in Pforzheim mit fünf Treffern ein Top-Ergebnis ablieferte, Linksaußen Robin Pfeil, Rückraumspieler Josias Liehr, der Halblinke Julius Drachau, die Kreisspieler Leon Hein, Georg Löwen und Tim Maximilian Hertzfeld sowie die Rückraum-Mitte-Spieler Alexander Möller und Fritz-Leon Haake spielen künftig ausschließlich in der A-Jugend des SC Magdeburg.

Noch einmal werden die bisherigen, aktuellen und neuen Spieler der A-Jugend vor den Sommerferien bei einem Grillabend zusammenkommen, um die von Corona stark beeinflusste, am Ende aber versöhnliche Saison ausklingen zu lassen. Zugleich dürfte in lockerer Runde diskutiert werden, wie die aktuelle Dominanz der Füchse Berlin (Deutscher Meister 2021 sowohl bei der A-Jugend wie auch der B-Jugend) vielleicht schon bald gebrochen werden kann.

Zunächst aber können sich die SCM-Talente erster DHB-Pokalsieger überhaupt nennen. Die weißen Siegershirts und mattgolden glänzenden Medaillen werden dabei sicherlich einen Ehrenplatz bei jedem Beteiligten finden.