SCM-Youngsters

SCM-Urgestein Niklas Danowski geht bei den Youngsters von Bord

Fast sein gesamtes Leben spielte der gebürtige Magdeburger Niklas Danowski Handball beim SCM. Nun sucht er sein Glück beim Drittligisten Oranienburger HC. Nach Kapitän Justus Kluge verlässt damit ein weiteres Urgestein die SCM-Youngsters.

Von Hans-Joachim Malli 27.07.2021, 00:15
Niklas Danowski wird künftig keine Tore mehr für die Magdeburger werfen,
Niklas Danowski wird künftig keine Tore mehr für die Magdeburger werfen, Foto: Eroll Popova

Magdeburg - Als die SCM-Youngsters kürzlich mit der traditionellen Radtour nach Gommern und dem dortigen Triathlon in die Vorbereitung auf die neue Drittliga-Saison starteten, fehlten mit Justus Kluge und Niklas Danowski zwei Urgesteine, die jahrelang das Gesicht des Teams prägten.

Während Linksaußen Kluge (23), der in der vergangenen Saison die meiste Zeit im Profiteam anstelle des langzeitverletzten Matthias Musche aushalf, sich künftig ausschließlich seinem Medizinstudium widmen will, wechselte Kreisspieler Danowski (23) nach 19 Jahren beim SCM den Verein und schloss sich Ligakonkurrent Oranienburger HC an.

„Handball-Zwillinge“ Kluge und Danowski

Die gleichaltrigen Kluge und Danowski könnte man auch als die „Handball-Zwillinge“ des SCM bezeichnen. Beide wuchsen in Magdeburg-Nordwest auf, besuchten den selben Kindergarten und begannen ganz früh mit dem Handballspielen beim SCM. Den im März verstorbenen Gerhard Most geben beide als Entdecker und ersten Trainer an. Beide spielten über Jahre hinweg in den gleichen Teams, wurden mit der A-Jugend 2016 deutscher Vizemeister.

Ein letztes Mal standen sie Ende Oktober 2020 bei der 21:33-Klatsche in Rostock gemeinsam für die Youngsters auf der Platte. Während Youngsters-Kapitän Kluge in das Bundesliga-Team aufrückte, wurde Danowski erst durch den Lockdown und dann durch eine langwierige Fußverletzung ausgebremst. Ausgerechnet im Ligapokalspiel gegen den Oranienburger HC (25:25) gab Danowski nach siebenmonatiger Pause sein Comeback in der SCM-Zweiten, um ein Vierteljahr später zu dem ambitionierten Drittligisten aus Brandenburg zu wechseln.

Mit persönlicher Entwicklung unzufrieden

Obwohl der bullige und abwehrstarke Kreisspieler sporadisch auch in der Bundesliga, im DHB- und EHF-Pokal zum Einsatz kam, fühlte er sich bei den Grün-Roten nicht ausreichend wertgeschätzt. „Ich war in den letzten zwei, drei Jahren einfach unzufrieden mit dem, was im Verein passierte, und mit meiner persönlichen Entwicklung. Darum suchte ich eine neue Herausforderung, wollte eigentlich schon im Vorjahr nach Oranienburg wechseln“, verrät der Ur-Magdeburger Niklas Danowski im Gespräch. Dann aber wechselte OHC-Trainer Christian Pahl in eine andere Funktion innerhalb des Vereins. Doch als der auf den Trainerposten zurückgekehrte Pahl sich während des Urlaubs bei Danowski wieder meldete, stand für den SCM-Dauerbrenner der Wechsel zu den Oranienburgern fest.

„Ich habe richtig Bock darauf, einen neuen Schritt zu gehen. Ziel ist es, mit dem OHC in der Aufstiegsrunde und mittelfristig in der 2. Liga zu spielen“, so Danowski, der sich in der Entscheidung zum Vereinswechsel sowohl von seinem ehemaligen Mitspieler und besten Kumpel Leon Raster („Mit ihm stehe ich täglich in Kontakt“) als auch von Freundin Lena Engelmann, Tochter von Physiotherapeut Guido Engelmann, bestärkt sieht.

Lebensmittelpunkt bleibt an der Elbe

Während des Lockdowns und der langen Verletzungspause hatte der langjährige, aber noch immer junge SCM-Kreisspieler Zeit, über seine Zukunft nachzudenken. „Natürlich bestand mein bisheriges Leben fast ausschließlich aus dem SCM. Doch wurde ich zuletzt immer unzufriedener, nicht zuletzt aufgrund der Belastung. Immerhin war ich täglich von 7 bis 20 Uhr außer Haus, erst beim Job, danach beim Training. Das wurde mir irgendwann zu stressig.“

Niklas Danowski will auch künftig seinen Lebensmittelpunkt in Magdeburg haben, hier wohnen und arbeiten. „Das ist meine Geburtsstadt, meine Heimat, hier habe ich meine Familie und Freunde.“ Seinen Job als Finanzer beim Fußball-Landesverband will er fortsetzen: „Das macht mir Spaß, ich arbeite künftig verkürzt“. Drei- bis viermal in der Woche wird Danowski mit seinem neuen Team in Oranienburg mittrainieren, sich ansonsten zu Hause fit halten.

Dass er als Kreisläufer durchaus zu Höherem berufen ist, will der Schwarzschopf nicht nur seinem früheren Lieblingstrainer Manfred Jahn, sondern auch seinem Kumpel Leon Rastner, der künftig für den MHV Schweinfurt aufläuft, und seinem früheren Dauerkonkurrenten beim SCM, Justin Kurch, beweisen. „Ich bin zu hundertprozentig fit“, versichert Niklas Danowski und will dies nach einer langen Zeit in Grün und Rot nun beim Oranienburger HC unter Beweis stellen.