Fußball

Fußballverband Sachsen-Anhalt: Stahlknecht darf „spielen“

Holger Stahlknecht wurde „eingewechselt“ und darf sich nun auf einem neuen „Spielfeld“ beweisen.

Von Kevin Gehring
Bei der Wahl des Präsidenten setzte sich Holger Stahlknecht (rechts) gegen seinen Kontrahenten Michael Rehschuh  durch.
Bei der Wahl des Präsidenten setzte sich Holger Stahlknecht (rechts) gegen seinen Kontrahenten Michael Rehschuh durch. Foto: Popova

Magdeburg - Der frühere Innenminister wurde am Samstag zum neuen Präsidenten des Fußballverbandes SachsenAnhalt (FSA) gewählt.

„Ihr seid heute die Trainer. Ihr stellt die Mannschaft für die nächsten vier Jahre auf. Jetzt rufe ich euch zu: Trainer, ich bin fit, ich bin motiviert, ich bin spielbereit. Bitte stellt mich auf“, hatte Holger Stahlknecht am Sonnabend beim neunten ordentlichen Verbandstag des FSA an die anwesenden Delegierten im Maritim-Hotel appelliert. Sein Wunsch wurde erfüllt – eine Viertelstunde später stand Stahlknechts „Einwechslung“ fest.

Bei der Wahl um das Amt des FSA-Präsidenten, das zuletzt Frank Hering kommissarisch bekleidet hatte, setzte sich der frühere Innenminister Sachsen-Anhalts deutlich gegen den einzigen Gegenkandidaten und bisherigen Vizepräsidenten Michael Rehschuh durch. 59 Delegierte stimmten im Tagesordnungspunkt 17 für Stahlknecht, dem gegenüber standen 23 Stimmen für Rehschuh und zwei ungültige Stimmzettel. „Danke, dass sie mich eingewechselt haben und ich jetzt spielen kann“, freute sich der neue FSA-Präsident bei seiner kurzen Antrittsrede: „Jetzt werden wir sehen, wo ich mich auf dem Spielfeld einbringe – vielleicht im Mittelfeld als Ideengeber.“

Denn Stahlknecht versteht sich als Teamplayer, möchte den zuletzt durch einen Finanzskandal und eine langwierige Posse um den Landespokal angekratzten Verband nicht im Alleingang wieder auf Kurs führen. Diese Aufgabe will er gemeinsam mit seinem neu gewählten Präsidium mit den Vize-Präsidenten Jens Franke, Jörg Bihlmeyer, Lothar Bornkessel, René Cuneaus und Sören Osterland angehen.

„Ich glaube, die Trainer haben heute eine gute Wahl für die Mannschaft getroffen“, strahlte Stahlknecht auf die Zusammensetzung angesprochen. Insbesondere mit Cuneaus und Osterland weiß der 56-Jährige zwei enge Vertraute an seiner Seite.

Seine ersten Amtshandlungen als FSA-Präsident nahm Stahlknecht noch am Sonnabend auf dem Verbandstag vor, leitete nach seiner Wahl durch die verbliebenen Tagesordnungspunkte, ehe er die Veranstaltung ikonisch beendete: „Wochenende, hoch die Hände.“

Bereits heute ist der frühere CDU-Parteivorsitzende wieder in seiner neuen Funktion unterwegs. „Ich fahre in die Geschäftsstelle, stelle mich und meine Vorstellungen den hauptamtlichen Mitarbeitern des FSA vor“, erzählte er von seinen Plänen.

„Dann werden wir am 8. Juli – das haben wir jetzt vom EM-Halbfinale abhängig gemacht – uns als Präsidium zum ersten Mal treffen“, so Stahlknecht. Nicht nur, um Ideen für die künftige Zusammenarbeit zu entwickeln und zusammenzutragen, sondern auch, um sich auf persönlicher Ebene besser kennenzulernen: Es müsse in ehrenamtlichen Positionen wie jenen im Präsidium schließlich auch Spaß machen.

Feststeht in jedem Fall, dass der Jurist das ihm von den Delegierten geschenkte Vertrauen zu schätzen weiß. „Ich bin ja quasi von der Seitenlinie angesprochen worden. Insofern freue ich mich sehr über dieses sehr gute Resultat.“ Ergebnisse stehen nach Stahlknechts „Einwechslung“ als Präsident des Fußballverbandes nun wohl umso mehr im Fokus.