Fußball

Hopf stellt sich erneut zur Wahl

In diesen Zeiten ist für die Fußballer im Land eines klar: Sie wollen sich endlich wieder um den Sport und nicht sportpolitische Dinge kümmern.

Von Kevin Gehring und Stefan Rühling
Haiko Hopf will Vize-Präsident Finanzen beim Fußballverband Sachsen-Anhalt bleiben.
Haiko Hopf will Vize-Präsident Finanzen beim Fußballverband Sachsen-Anhalt bleiben. Foto: Kevin Gehring

Oschersleben - Auf dem Weg dorthin ist der erste Meilenstein bereits am Samstag gefallen. Dort endete die Bewerbungsfrist für ein Amt im Präsidium des FSA. Auf vorherige Anfrage der Volksstimme hat der Verband jedoch keine Reaktion gezeigt und nicht veröffentlicht, welche Personen sich im Einzelnen für welchen Posten beworben haben. Bekannt sind lediglich die Bewerbungen von Michael Rehschuh und Holger Stahlknecht für das Spitzen-Ehrenamt als Präsident sowie Jens Alicke und Christoph Albrecht für eine Funktion als Vize-Präsident. Aus dem bisherigen Präsidium hat neben Rehschuh nun auch Haiko Hopf öffentlich gemacht, weiterhin aktiv an der Verbandsspitze mitwirken zu wollen – in der Rolle als Vize-Präsident Finanzen.

Für Haiko Hopf war schon im Kindesalter klar, dass sein Lebensweg in enger Verbindung mit dem Fußball stehen würde. Schon in jungen Jahren nahm ihn sein Vater regelmäßig mit ins Ernst-Grube-Stadion, so dass er seinen Idolen des 1. FC Magdeburg zujubeln konnte. Mit dem gemeinsamen Besuch beim ruhmreichen FC Barcelona verbindet Hopf noch heute „tolle Erinnerungen“, erzählt er. Nur, dass er selbst nie dem runden Leder nachjagte, stattdessen im Schwimmen sein sportliches Glück fand, mag seinem Vater nicht gefallen haben.

Nichtsdestotrotz hegt Hopf noch immer eine besondere Beziehung zum Fußball: in den 1990er-Jahren als Schatzmeister des FCM, seit 2016 als Vizepräsident Finanzen beim hiesigen Landesverband. Und diesen Posten würde der 50-Jährige nach dem neunten ordentlichen Verbandstag des FSA am 26. Juni im Maritim-Hotel gerne weiterhin bekleiden. „Ich werde wieder für das Amt kandidieren“, erklärt Hopf in bestimmtem Ton.

Auch eine Kandidatur für das Amt des Präsidenten hätte er sich vorstellen können. Der Bereich Finanzen sei aktuell jedoch „sehr interessant“ und: „Es gibt noch viel zu Ende zu führen.“ Zum Beispiel in puncto Digitalisierung. Diese hat sich Hopf zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2016 besonders auf die Fahnen geschrieben. „Unser Ziel ist ein papierloses Präsidium, ein papierloser Vorstand“, erklärt der studierte Diplomkaufmann zu einem seiner wichtigsten Vorhaben. Ohnehin blickt Hopf zufrieden auf seine Legislaturperiode zurück: „Es sind viele Dinge sehr gut gelaufen. Wir haben unser Finanzsystem umgestellt, um mehr Transparenz für die Vereine und Kreisfachverbände zu gewährleisten. Wir haben die Digitalisierung vorangeführt. Wir haben die Geschäftsstelle verjüngt.“

Doch gab es während seiner Amtszeit – die aufgrund der Corona-Pandemie und des deshalb verschobenen Verbandstags um ein Jahr verlängert wurde – auch schlechte Tage. Wie beispielsweise den 2. Dezember 2020.

Emotionaler Dezember

„Das war sicherlich der emotionalste meiner Amtszeit“, meint Hopf rückblickend. Es war nicht nur der Tag, an dem der große Finanzskandal aufgedeckt wurde, dass eine FSA-Buchhalterin mehr als 400000 Euro veruntreut haben soll. Es war zugleich der Todestag von Ex-FSA- und NOFV-Präsident Erwin Bugar.

„Das war keine leichte Zeit für mich“, erinnert sich Hopf. Schließlich hat er die „kooperative Zusammenarbeit“ mit dem ehemaligen Präsidenten stets geschätzt. Parallel brachte der Finanzskandal den FSA in Erklärungsnot: „Für mich war das damals wie für den gesamten Landesverband ein großer Schock.“

Doch dem Tiefpunkt zum Trotz will der 50-Jährige sein Engagement fortsetzen. „Die Diversität ist für mich das Spannende am Amateurfußball“, erzählt er. „Wichtig für mich ist es, dass wir alle Bereiche abdecken: die Frauen, die Mädels, die Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen, die Senioren, aber auch die Ü-Mannschaften.“ Und wichtig ist ihm die Zusammenarbeit: „Wenn ein gutes Team am Ende des Tages dabei herauskommt, ist es eigentlich egal, wer nun Präsident und Vizepräsident ist.“

Das Gefühl, dass das Präsidium während der vergangenen fünf Jahre „ordentlich zusammengearbeitet hat“, hatte Hopf stets. Nach außen gedrungene Querelen innerhalb des Verbandes stempelt er als „Meinungsverschiedenheiten“ ab. Sein Ziel ist jedoch noch dasselbe wie zu seinem Amtsantritt 2016: „Das, was ich liebe, der Fußball, soll im Vordergrund stehen und der Verband im Hintergrund das entsprechende Umfeld dafür schaffen.“