Jubiläum

Abteilung Rudern von Union Schönebeck stellt sich vor

Der Grundstein für den heutigen Verein Union Schönebeck wurde 1861 gelegt. In diesem Jahr feiert der Verein somit sein 160-jähriges Bestehen.

Wanderfahrten auf der Elbe, aber auch auf anderen Gewässern, sind zu einem festen Ritual der Ruder von Union Schönebeck geworden. Auf dem Wasser fühlen sich die Mitglieder eben am wohlsten.
Wanderfahrten auf der Elbe, aber auch auf anderen Gewässern, sind zu einem festen Ritual der Ruder von Union Schönebeck geworden. Auf dem Wasser fühlen sich die Mitglieder eben am wohlsten. Foto: Verein

Schönebeck - vs

Doch nicht nur das 160-jährige Bestehen soll gefeiert werden. Im Jahr 2016 fusionierten die Vereine Schönebecker SC und Schönebecker SV zu Union. Somit steht die Feier auch im Zeichen der Fusion. Jeden Mittwoch werden zu diesem Anlass die Abteilungen von Union 1861 Schönebeck vorgestellt. Vom Land geht es nun zurück auf das Wasser. Die Abteilung Rudern stellt sich näher vor.

Die Lebensader der Stadt Schönebeck ist die Elbe. Seit jeher fühlten sich die Menschen der Region zu ihr hingezogen. So überrascht es kaum, dass bereits im Jahr 1906 der Ruderclub Victoria in der Stadt gegründet wurde und die vom Fluss ausgehende Faszination mit der sportlichen Betätigung verband. Seit dieser Zeit hat sich der Rudersport in Schönebeck stetig entwickelt und nichts von dieser Faszination eingebüßt.

Die Abteilung Rudern von Union 1861 Schönebeck hat viele Etappen durchlaufen, um schließlich am jetzigen Standort ihre Heimstätte zu finden. Das erste Ruderbootshaus stand auf der Grünewalder Elbseite, nahe der Ernst-Thälmann-Brücke. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich der Sportverein Fichte, dem auch die Ruderer angehörten. Trainingsort war das Bootshaus Delphin, welches sie sich damals mit den Kanuten, Seglern und Schwimmern teilten.

Im Jahr 1950 trat dieser Verein der BSG Chemie Schönebeck bei. Der erste Sektionsleiter war Karl Töpfer. Ihm folgten Franz Lewy, Klaus Krieg, Volker Smolka, Hans Dieter Richter, Rainer Ignatius, Joachim Schulke und der jetzige Abteilungsleiter Carsten Manzke.

Jährlich wurden Regatten auf der Elbe ausgerichtet, die viele Schaulustige anzogen. Mitte der 1970er Jahre wurde die Tradition der Schönebecker-Freundschaftsruder-Regatten jedoch eingestellt, da der Schiffsverkehr auf der Elbe und die damit verbundenen bürokratischen Hindernisse zu groß wurden.

Umzug läutet neuen Abschnitt ein

Mit dem Umzug der Abteilung Rudern in das Buschhaus und von dort in das Schützenhaus begann ein neuer Abschnitt in der Entwicklung des Rudersportes in Schönebeck. Die Trainingsbedingungen wurden schrittweise verbessert und die Ausstattung mit Bootsmaterial ermöglichte es, sich breiter zu entwickeln. Ein weiterer Anschub war die Einrichtung eines Trainingszentrums Rudern. Der Kinder- und Jugendsport wurde gezielt entwickelt. Es gab eine breite Unterstützung beim Kauf von Bootsmaterial und Sportgeräten. Engagierte Trainer und Übungsleiter begeisterten die Jugendlichen für den Rudersport. Viele sportliche Erfolge bei Meisterschaften belegen die hervorragende Arbeit.

Einige Erfolge waren zum Beispiel die DDR-Meisterschaft im Doppelvierer mit Steuermann im Jahr 1972 in der Besetzung D. Lister, J. Welzin, J. Teichert, Th. Bothe und L. Steffens. Im Jahr 1980 wurden S. Wochermeier und St. Körner DDR-Meister im Doppelzweier. Beide wurden im selben Jahr DDR-Spartakiade-Sieger im Doppelzweier. Mit dem DDR-Meistertitel 1983 begann der sportliche Werdegang von Gabi Klappoth (heute Wölfer). Die jetzige Nachwuchstrainerin des SC Magdeburg errang in der Folge viele Siege und war auch als Trainerin der Abteilung Rudern sehr erfolgreich.

Einen Sieg zur DDR-Bestenermittlung 1988 erruderten St. Koch, W. Sydlik, J. Schulke und T. Mayer im Doppelvierer. Die letzten DDR-Meister waren 1990 D. Schleußner und M. Schwebke im Doppelzweier.

Der politische Umbruch erforderte auch im Rudern eine neue Organisation der sportlichen Arbeit. Die Kinder- und Jugendarbeit wurde weitergeführt und in der Folge konnten viele Erfolge eingefahren werden. Sieger im Bundesentscheid wurden unter anderem A. Dittmar, K. Sydlik und J. Köppl.

Tim Bartels erlernte das Rudern in Schönebeck und wurde 2006 Weltmeister bei den Junioren im Doppelzweier, 2008 Deutscher Meister im Einer und Doppelzweier und nahm auch erfolgreich an Europameisterschaften teil. Auch der jetzige Landestrainer Rudern, Paul Zander, hat an der Elbe das Rudern erlernt und trägt die Faszination für den Sport weiter. Er wurde 2008 Juniorenweltmeister im Achter und mehrfach Deutscher Meister in verschiedenen Klassen.

Zudem wurden viele Landesmeistertitel errudert. Die Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften der Masters Ruderer gehörten ebenfalls zum festen Bestandteil der Abteilung. Gabi Wölfer und Wieland Sydlik waren jeweils im Einer und in weiteren Bootsklassen erfolgreich. Im Doppelzweier und Doppelvierer wurde J. Koch Sieger beim Master Championat 2018, sowie 2019 im Doppelzweier. Hier bewahrheitet sich seit je her der Spruch „Elbe rudern macht hart“.

Mut zum Weitermachen nie verloren

Aber nicht nur die sportliche Arbeit prägte die Abteilung Rudern. Auch die Elbe hinterließ in den Jahrzehnten ihre Spuren. Große und kleine jährliche Hochwasser bestimmen den Rhythmus, wenn man am und mit dem Fluss lebt. Dachten alle, 2002 war der Hochwasserhöhepunkt erreicht, so wurden sie 2013 eines Besseren belehrt. Eine Welle der Hilfsbereitschaft nach 2002 brachte Hoffnung und Mut zum Weitermachen. Nach dem Hochwasser 2013 war allerdings bald klar, dass das Bootshaus nicht mehr zu halten ist. Die Abteilung suchte nach Lösungen und fand in der Stadt Schönebeck einen Partner bei der Umsetzung der Vorstellungen. Mit der Hilfe von Fördermitteln der EU, des Landes und Eigenmitteln konnte 2018 ein neues Bootshaus seiner Bestimmung übergeben werden.

Die sportliche Arbeit geht seither mit einer neuen Qualität weiter. Auch wenn der Sportbetrieb zur Zeit nur sehr eingeschränkt laufen kann.

Neben der Wettkampfarbeit kommt der Freizeitgedanke auch nicht zu kurz. Wanderruderfahrten auf bekannten und fremden Gewässern gehören zum Rudersport, wie zum Beispiel Ostsee-Rudern, Weser-Fahrten und viele weitere Ruderreviere. Gesellige Veranstaltungen im Bootshaus gehören zum Leben der Abteilung einfach dazu.

Abteilungsleiter Carsten Manzke (r.) und Gert Grosser, der seit 64 Jahren Mitglied beim RC ist, bei einer Bootstaufe.
Abteilungsleiter Carsten Manzke (r.) und Gert Grosser, der seit 64 Jahren Mitglied beim RC ist, bei einer Bootstaufe.
Foto: Verein
Paul Zander (r.) wurde 2008 Weltmeister im Junior-Achter. Inzwischen ist er Trainer in Magdeburg.
Paul Zander (r.) wurde 2008 Weltmeister im Junior-Achter. Inzwischen ist er Trainer in Magdeburg.
Foto: Verein
Zur traditionellen Saisoneröffnung wird zur Elbbrücke gerudert. Egal ob jung oder alt, alle sind dabei und stärken so das Gemeinschaftsgefühl.
Zur traditionellen Saisoneröffnung wird zur Elbbrücke gerudert. Egal ob jung oder alt, alle sind dabei und stärken so das Gemeinschaftsgefühl.
Foto: Verein