Union Schönebeck

Zum 160 Geburtstag von Union Schönebeck stellen sich die Kegler vor

Der Grundstein für den heutigen Verein Union Schönebeck wurde 1861 gelegt. In diesem Jahr feiert der Verein somit sein 160-jähriges Bestehen.

Das erste Mai-Wochenende 2019 ist für die Kegler von Union Schönebeck von großer Bedeutung. Sowohl die Männer als auch die Frauen sicherten sich den Erfolg im Landespokalfinale.
Das erste Mai-Wochenende 2019 ist für die Kegler von Union Schönebeck von großer Bedeutung. Sowohl die Männer als auch die Frauen sicherten sich den Erfolg im Landespokalfinale. Foto: Archiv

Schönebeck

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Doch nicht nur das 160-jährige Bestehen soll gefeiert werden. Im Jahr 2016 fusionierten die Vereine Schönebecker SC und Schönebecker SV zu Union. Somit steht die Feier auch im Zeichen der Fusion. Jeden Mittwoch werden zu diesem Anlass die Abteilungen von Union 1861 Schönebeck vorgestellt. Heute stehen die Kegler im Mittelpunkt.

Am 1. November 1952 gründete die BSG Aktivist Schönebeck die Sektion Kegeln, der zu Beginn 23 Sportlerinnen und Sportler angehörten. Mit einer Frauen- und einer Männermannschaft nahmen Schönebecks Kegler zugleich den Wettspielbetrieb auf. Gespielt wurde dabei zunächst auf zwei, ab 1954 auf vier Bahnen (jeweils zwei Asphalt- und Bohlebahnen). 1959 übernahm die BSG Motor die BSG Aktivist, so dass 60 Sportlerinnen und Sportler, bestehend aus einer Frauen- und zwei Männermannschaften sowie der Versehrtensport die Kugeln unter neuem Namen rollen ließen.

Mitgliederzahl geht durch die Decke

Dem damaligen Trend folgend initiierte Sektionsleiter Rudi Milius den 1972/73 vollzogenen Umbau der Bahnanlage auf vier Asphaltbahnen. Da das Asphaltkegeln nicht nur im Wettkampf-, sondern auch im Freizeitbereich immer mehr Anklang fand, erhöhte sich die Zahl der Mitglieder ungemein. Von 84 Mitgliedern im Jahr 1979 stieg die Keglerzahl bis 1982 auf 159 und wuchs nahezu ungebremst bis 1989 auf den Höchstwert von 324 Keglerinnen und Keglern an.

Neben der Zahl der Sportlerinnen und Sportler schritt auch die Technik weiter voran. So konnte dank der Unterstützung des Traktoren- und Dieselmotorenwerkes 1981 eine automatische Kegelaufstellanlage installiert werden, wodurch die Kegel nun nicht mehr per Hand aufgestellt werden mussten. Vor allem dank des damaligen Sektionsleiters Peter Richter wurden 1989/90 neue Kunststoffbahnen gelegt und im Folgejahr neue Kegelaufstellautomaten installiert, ehe 1996 durch den Umbau der Sportstätte ein gemütliches Keglerheim entstand. Mit viel Hingabe und Ausdauer gelang Richter schließlich ein weiterer prägender Schritt: Nach dem Richtfest im September 2004 konnte trotz Widrigkeiten am 27. Januar 2006 die neue, moderne Kunststoff-Bahnanlage mit acht Bahnen in der Barbarastraße fertiggestellt werden, die bis heute von den Keglerinnen und Keglern gehegt und gepflegt wird und auch auswärtige Spieler sowie Freizeitsportler in ihren Bann zieht.

Aus sportlicher Sicht ging es für die Abteilung Kegeln schnell aufwärts. Mit zahlreichen Medaillenplätzen und Meistertiteln in Einzel- und Mannschaftswettbewerben war Schönebeck rasch über die damalige Kreisgrenze hinaus bekannt. Als erster Sportler der Sektion erreichte Peter Richter als Bezirksmeister 1973 die DDR-Meisterschaften und belegte einen respektablen 18. Platz. Auch Ronald Althaus und Ines Hosse sollten wenig später in den Genuss dieser Meisterschaften kommen.

Ein Erfolgsgeheimnis der Abteilung Kegeln war und ist dabei die großartige Nachwuchsarbeit. Bereits 1979 wurde die weibliche Jugend unter Leitung von Erika Cramer Bezirksmeister. 1985 gelang dies auch der männlichen Jugend und den Leitern Johanna und Heinz Bach, die im Anschluss an den DDR-Meisterschaften teilnahmen. 1995 beziehungsweise 1996 wurden Simone Richter und Jessica Vorstadt Landesmeisterinnen und nahmen an den Deutschen Meisterschaften teil. Erstere unterstützt nach den damaligen persönlichen Erfolgen heute gemeinsam mit Gudrun Lemgau den Nachwuchs. Die Jugendtrainerinnen sorgten dabei des Öfteren für sensationelle Erfolge: So wurde Nico Just im Jahr 2011 deutscher Meister in der Altersklasse U14 und krönte damit sich und die erfolgreiche Jugendarbeit der Abteilung Kegeln. Auch heute ist die Jugend ungebremst erfolgreich und verzeichnete bei den letzten Kreiseinzelmeisterschaften ganze sieben Medaillen und fünf Startplätze für die Landeseinzelmeisterschaften.

Mit einer großartigen Jugendarbeit im Rücken scheint es wenig verwunderlich, dass auch im Erwachsenenbereich die Erfolge nicht ausbleiben. So feierte die 1. Frauenmannschaft 2012 den Aufstieg in die 3. Bundesliga und setzte damit einen weiteren Meilenstein nach 60 Jahren Vereinsgeschichte. Ihrem Beispiel folgend gelang auch der 1. Männermannschaft im Jahr 2013 der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Zahlreiche Erfolge im Einzel und als Mannschaft

Im Anschluss feierte Thomas Große 2016 als Landesmeister den Einzug in das Achtelfinale der Deutschen Einzelmeisterschaften. Ein Jahr später gelang es den Frauen und im Folgejahr auch den Männern nach kurzzeitiger Abstinenz erneut, in die 2. Bundesliga aufzusteigen, in der sie nunmehr fest verweilen.

Doch auch im Einzelwettbewerb gehen die Erfolge weiter: 2018 konnte sich Vicky Otto nach der Goldmedaille auf Landesebene den dritten Platz und damit Bronze bei den Deutschen Einzelmeisterschaften (DEM) sichern. 2019 erreichte Nico Just ebenfalls als Landesmeister die DEM und kam bis ins Viertelfinale. Eine Woche später feierte er mit der 1. Männer- sowie der 1. Frauenmannschaft den Doppelsieg im Landespokalfinale. Bei den Landeseinzelmeisterschaften gewann Felix Kaliner im selben Jahr die Silbermedaille und wurde bei den DEM der 17.-beste Spieler Deutschlands.

Derartige Erfolge sind immer auch das Ergebnis eines grandiosen vereinsinternen Klimas und der Hingabe Einzelner für den Kegelsport. Und so bedankt sich die Abteilung Kegeln bei allen Sponsoren, treuen aktiven wie passiven Mitgliedern und der hingebungsvollen Arbeit vieler Sportler, allen voran Dietmar Stacke, der in einer Vielzahl von Funktionen wie unter anderem Bahnwart, Abteilungsleiter oder Übungsleiter das Abteilungsleben deutlich mitprägte.

Natürlich machen sich aber auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie spürbar. Bereits Anfang März wurde der Spielbetrieb eingestellt. Ein erneuter Saisonabbruch nach kurzer Vorbereitung und wenigen Spieltagen im Herbst 2020 folgte. Doch alles Negative bringt auch positive Seiten vor. So bekam der Kraft- und Ausdauersport eine ganz neue und vor allem größere Rolle zugeteilt. Zudem ist die Hoffnung auf sinkende Fallzahlen und einem rechtzeitigen Start des Ligenspielbetriebs im September 2021 groß, so dass in naher Zukunft weitere Erfolge gefeiert werden können.