Handball

Trainingsauftakt beim HV Rot-Weiss Staßfurt

Nach 14 Tagen „ruhigem Trainings“ hat Sachsen-Anhalt-Ligist Rot-Weiss Stassfurt in dieser Woche mit der intensiven Vorbereitung auf die kommende Saison begonnen.

Von Tobias Zschäpe
Die Spieler, wie hier Calvin Kleineidam, Falko Nowak,  Florian Lück,  Tim Steffen und Robert Reiske (v.l.), hörten aufmerksam zu. Die volle Konzentration liegt auf dem gemeinsamen Ziel, dem Oberliga-Aufstieg.
Die Spieler, wie hier Calvin Kleineidam, Falko Nowak, Florian Lück, Tim Steffen und Robert Reiske (v.l.), hörten aufmerksam zu. Die volle Konzentration liegt auf dem gemeinsamen Ziel, dem Oberliga-Aufstieg. Foto: HV Rot-Weiss Staßfurt

Staßfurt - „Spiel, Spaß und Spannung“ – unter diesem Motto standen die ersten gemeinsamen Trainingseinheiten des HV Rot-Weiss Staßfurt nach der zurückliegenden siebenmonatigen Zwangspause. Die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer aus der Bodestadt starteten – passend dazu – am Internationalen Kindertag, 1. Juni, in die gemeinsame Vorbereitung auf die kommende Spielzeit 2021/22. „Nach so einer langen Pause muss man langsam anfangen und kann nicht gleich in die Vollen gehen“, erklärt RWS-Coach Sebastian Retting. „Viele haben sich in den vergangenen Monaten wenig sportlich betätigt. Ich glaube niemand, der intensiv Sport treibt, hatte jemals eine so lange Pause zu überbrücken.“

Und so begrüßten er und Co-Trainer Sebastian Scholz die Spieler der ersten Mannschaft mit einem abwechslungsreichen Programm zu den ersten Einheiten. Herz-Kreislauf- und Koordinationsübungen standen beispielsweise auf der Agenda. Doch eins wurde dabei direkt klar: Alle hatten Lust, endlich wieder anzufangen. „Es war schön zu sehen, dass der komplette Kader dabei war“, erinnert sich Retting zurück.

Lieven Rach bleibt Verein erhalten

Dazu zählte auch Lieven Rach, hinter dem berufsbedingt zuletzt noch ein Fragezeichen stand. Er wird dem Verein auf eigenen Wunsch weiter treu bleiben – auch wenn derzeit noch unklar ist, in welchem Umfang er die Rot-Weissen unterstützen kann. Insbesondere, wie regelmäßig er am Training teilnehmen kann, wird sich oft nur kurzfristig zeigen, weshalb ihm Retting in einem Gespräch auch klargemacht hat, dass er ihm keine Stammplatzgarantie geben kann. „Ich habe ihm gesagt, dass es auch sein kann, dass er zunächst auf der Bank sitzt, denn es macht einen Unterschied, ob ein Spieler dreimal in der Woche zum Training kommen und sich dabei intensiv auf den nächsten Gegner einstellen kann, oder nicht“, erklärt der Coach.

Dennoch wollen das Trainerteam und der Verein Rach nicht fallen lassen und ihm die Möglichkeit geben, für Staßfurt zu spielen. „Ich kenne Lieven noch aus der Zeit, als ich selbst als Spieler im Mannschaftsbus saß und er mit seinem Onkel zu den Spielen mitgefahren ist. Er brennt für den Verein, deshalb wollen wir ihn unterstützen.“

Zusätzlich zum 15-Mann-Aufgebot, welches bereits in der vergangenen Spielzeit in den Staßfurter Trikots auflief, gesellte sich beim Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb auch ein neues Gesicht. John Tuchen, aktuell A-Jugendspieler in Aschersleben, wird künftig bei der Staßfurter Männermannschaft mittrainieren. Retting hält große Stücke auf den 17-jährigen Linkshänder, der langsam an den Männerbereich herangeführt werden soll. „Nachdem ihm in der vergangenen Saison fast ein ganzes Jahr B-Jugend verloren gegangen ist, wird er dieses Jahr noch im Ascherslebener Nachwuchs spielen. Aber er soll auch sehen, dass er bei uns eine Perspektive hat, im Männerbereich zu spielen“, sagt der Trainer über den „Staßfurter Jung“.

Nachwuchsspieler vermehrt einbinden

Zukünftig will der Verein wieder vermehrt auf den eigenen Nachwuchs setzen. Geht es nach Retting, sollen auf Tuchen weitere Staßfurter Nachwuchsspieler nach und nach eine Chance in der ersten Mannschaft erhalten.

In welcher Liga die Staßfurt bis dahin spielen wollen, daraus macht im Verein niemand einen Hehl. Ziel ist es, nach drei missglückten Versuchen in die Oberliga zurückzukehren. Deshalb macht der HV Rot-Weiss ab dem heutigen Montag ernst. Am vergangenen Freitag beendete die Mannschaft den „Spiel, Spaß und Spannung“-Teil der Vorbereitung und stieß dabei zum Abschluss noch gemeinsam auf die Geburt von Rückraum-Spieler Steffen Cieszynskis zweitem Kind Leo an.

Ab heute geht es nun aber in die Vollen. Zum „offiziellen Trainingsauftakt“ trifft sich die Mannschaft um 19 Uhr im Staßfurter Stadion der Einheit. Nach der traditionellen Begrüßung durch den Vorstand beginnt anschließend die erste intensive Einheit. Fortan wird der HV Rot-Weiss dreimal statt zweimal pro Woche trainieren. Auch Freundschaftsspiele sind für die kommenden Monate geplant, dazu befindet sich der Verein unter anderem in Gesprächen mit Köthen, Halle und dem SV Hermsdorf (Thüringenliga). Wann und mit wie vielen Zuschauern diese stattfinden können, ist jedoch noch unklar.

John Tuchen (l.) spielt vorerst noch A-Jugend in Aschersleben, trainiert aber bereits bei den Staßfurter Männern mit.
John Tuchen (l.) spielt vorerst noch A-Jugend in Aschersleben, trainiert aber bereits bei den Staßfurter Männern mit.
Foto: HV Rot-Weiss Staßfurt