Fußball

Harz-Clubs mit Staffel-Einteilung des FSA zufrieden

Was sagen die Trainer zur Einteilung der Fußball-Ligen auf Landesebene? Die Volksstimme hat bei Trainern aus Verbands- und Landesliga sowie Landesklasse nachgefragt.

Von Marco Heide
Darlingerodes Kapitän Florian Festerling (rechts) kämpft mit seinen Mitspielern in der kommenden Saison in der Landesklasse 4 um Punkte. Trainer Karsten Heindorf sieht eine sehr attrraktive Staffel.
Darlingerodes Kapitän Florian Festerling (rechts) kämpft mit seinen Mitspielern in der kommenden Saison in der Landesklasse 4 um Punkte. Trainer Karsten Heindorf sieht eine sehr attrraktive Staffel. Foto: Ingolf Geßler

Wernigerode - Der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) hat am Montagabend die Einteilung der Ligen auf Landesebene veröffentlicht (wir berichteten). Aus 10 Staffeln werden 14. Während in der Landesliga und Landesklasse die Mannschaftsstärke in den Staffeln reduziert wurde, erwartet die Verbandsligisten auch ein neuer Spielmodus, der aber auch noch nicht hundertprozentig feststeht. Fakt ist: Es gibt eine Vorrunde und im Anschluss eine Meisterrunde, in der die jeweils vier besten Teams aus den beiden Staffeln spielen. Für alle anderen geht es in der Platzierungsrunde um den Klassenerhalt.

Ich kann die Entscheidung nachvollziehen, da nicht klar ist, ob die Pandemie vorbei ist.

Marco Wagner, Trainer SV 1890 Westerhausen

Marco Wagner, Trainer des Verbandsligisten SV 1890 Westerhausen, hätte eine eingleisige Staffel favorisiert. Aber: „Ich kann die Entscheidung nachvollziehen, da nicht klar ist, ob die Pandemie vorbei ist“, sagt Wagner. Das Zwei-Staffel-System sorgt für weniger Spieltage, sodass Spielausfälle bei einem Wiederaufflammen des Infektionsgeschehens besser abgefedert werden können.

Für Wagner wäre wichtig, dass die Teams die Punkte aus der Vorrunde mitnehmen, die sie gegen Mannschaften geholt haben, auf die sie in der Meister- oder Platzierungsrunde treffen. Aus seiner Sicht wäre es ärgerlich, wenn man gegen ein Topteam oder einen Konkurrenten um den Klassenerhalt punktet, dann aber in der zweiten Saisonphase verliert, vielleicht auch durch Verletzungspech.

Dazu kommt, dass aus Sicht von Wagner zum Ende der Vorrunde Partien nicht mehr ernst genommen werden, weil die Teilnahme an der Meister- oder Platzierungsrunde sicher ist, es aber keine Rolle spielt, wie viele Punkte vorab geholt werden, da die Zähler nicht in die neue Runde rüberkommen.

Aber bei all diesen Gedanken ist für Marco Wagner eines klar: „Am Ende des Liedes sind wir alle froh, dass wir wieder Fußball spielen können.“ Sportliches Ziel des Westerhausen-Trainers ist es, mit seinem Team am Ende der Vorrunde unter den besten vier Mannschaften zu sein. Dass der SVW in der Süd-Staffel gelandet ist, bewertet Wagner positiv. Auch wenn beide Ligen von der Qualität her ähnlich sind, glaubt er, dass die Nord-Staffel etwas ekliger zu spielen ist, da dort mehr Teams unterwegs sind, die über Einsatz und Kampf in das Spiel kommen.

Uns war wichtig, dass wir weiterhin unsere Derbys haben.

André Dzial, Trainer Blankenburger FV

André Dzial, Trainer beim Blankenburger FV, ist mit der Staffeleinteilung in der Landesliga zufrieden. „Uns war wichtig, dass wir weiterhin unsere Derbys haben. Außerdem ist es interessant, dass wir künftig neue Mannschaften aus dem Hallenser Raum kennenlernen“, sagt Dzial. Der BFV wolle eine gute Rolle in der Landesliga Mitte spielen und möglichst unter die ersten Fünf kommen, erklärt der Chefcoach.

Seit Montag ist der BFV wieder im Training. Das erste Saison-Highlight steht bereits vor dem ersten Punktspiel an. Am Sonnabend, 26. Juni, treffen die Blankenburger auf den 1. FC Magdeburg. „Wir hoffen, dass wir die Zuschauerkapazität aufgrund der neuen Lockerungen von 500 auf 1000 erhöhen können“, blickt André Dzial voraus.

Auf eine „sehr attraktive Landesklasse“ freut sich Karsten Heindorf, der mit Mike Stötzner das neue Trainergespann beim SV Darlingerode/Drübeck bildet. Für Heindorf ist die Landesklasse 4 eine sportliche Herausforderung, da mit Grün-Weiß Rieder und dem SV Hötensleben zwei starke Aufsteiger in der Staffel sind. Dennoch: „Wir wollen möglichst früh den Klassenerhalt sichern“, sagt Heindorf. Wie auch die anderen Trainer ist Karsten Heindorf froh, dass es endlich wieder losgeht.

Allerdings können sich nicht alle Übungsleiter in Sachsen-Anhalt mit der Staffeleinteilung so gut arrangieren wie Wagner, Dzial und Heindorf. „Ich bin sehr aufgebracht und enttäuscht. Der Fußballverband Sachsen-Anhalt spricht immer von Transparenz und Kommunikation und lässt die Mannschaften dann bei so einer Entscheidung außen vor. Der FSA hat klar gesagt, dass es Auf- und Absteiger gibt. Hätte man sich daran gehalten, hätte es die Probleme nie gegeben. Jetzt sind die Mannschaften die Leidtragenden dieser Entscheidung und müssen es ausbaden. Wir werden gegen diese Entscheidung auch Einspruch einlegen“, ärgert sich Dirksen Höft, Trainer des FSV Heide Letzlingen aus der Altmark, der künftig gegen Clubs aus dem Bördekreis und Magdeburg spielen und auf die Derbys gegen die Nachbarn verzichten muss.

„Ich bin von der Verkleinerung der Liga nicht so begeistert. Aufgrund weniger Spiele ist natürlich auch der Spielraum für Fehler kleiner geworden. Zwei Niederlagen werden wohl schon bedeuten, dass man nicht mehr oben mitspielt. Was mich etwas verwundert, ist der Fakt, dass die Teams bei dieser Entscheidung außen vor geblieben sind. Obwohl vor ein paar Wochen noch kommuniziert wurde, dass Modelle erarbeitet werden und diese dann diskutiert werden. Wir wurden jedenfalls nicht gefragt, weshalb ich auch im ersten Moment sehr überrascht über diese Meldung war“, kommt auch Kritik vom Trainer des SV Eintracht Salzwedel, Helge Kietzke.