Volleyball

Nachwuchsmannschaft des TSV Rot-Weiß Zerbst hat sich aufgelöst

Bei den Nachwuchs-Volleyballern des TSV Rot-Weiß Zerbst haben sich die Wege der 16- bis 18-Jährigen nach Schulende getrennt.

Von Hans-Jürgen Schilling
Ohne ihren Kapitän Brian Diesing stellten sich die Jugendspieler am 3. Spieltag der Hobby-Mix-Liga dem Fotografen. Übungsleiter Wolfgang Mamsch (links) trainierte diesen Sechser, der in seiner Hochzeit immerhin 15 Spieler umfasste.
Ohne ihren Kapitän Brian Diesing stellten sich die Jugendspieler am 3. Spieltag der Hobby-Mix-Liga dem Fotografen. Übungsleiter Wolfgang Mamsch (links) trainierte diesen Sechser, der in seiner Hochzeit immerhin 15 Spieler umfasste. Fotos: Hans-Jürgen Schilling

Zerbst - Dazu kam der personelle Aderlass durch die vielen Einschränkungen in Folge der Corona-Pandemie. Angesetzte Trainingseinheiten unter den jeweils geltenden Corona-Bedingungen wurden von den Jugendlichen dann doch nicht so angenommen, wie es sich die beiden TSV-Übungsleiter erhofft hatten.

Wolfgang Mamsch und Hans-Jürgen Schilling hielten bis zum Schluss die organisatorischen Fäden in der Hand. Immer wieder kontaktierten sie mündlich und über die bestehende Whats-App-Gruppe die Jugendlichen.

Nur sechs bis acht Jugendliche noch dabei

So blieben zum Schluss noch sechs bis acht Jugendliche bei der Stange. Die meisten schlossen im letzten Jahr erfolgreich die Schule ab und sind mittlerweile in der Ausbildung oder beim Studium. Das letzte Training des Sechsers fand nun Ende Juni mit kurzer Erwärmung und einem Spiel in der Sporthalle an der Fuhrstraße statt.

Aufgefüllt mit TSV-Volleyballern aus dem Hobby-Männerbereich und den Übungsleitern kamen leider nur acht Spieler zusammen. Offen und ehrlich wurde in einer anschließenden Gesprächsrunde über den Entwicklungsweg des Sechsers gesprochen. Dabei kamen die gemeinsamen Erlebnisse der letzten zweieinhalb Jahre zur Sprache. Erstaunlich, die Jugendlichen konnten sich noch an manches Spiel, an manche Trainingseinheit und auch an so manche Auseinandersetzung gut erinnern.

Als Kapitän bedankte sich Brian Diesing mit doch nahegehenden Worten bei beiden Übungsleitern. Der angehende Erzieher war im Juni 2019 der Hauptorganisator des Zustandekommens der Jugendmannschaft und einer der aktivsten Spieler beim Training sowie an den Spieltagen.

Mannschaftsmitglied Robby Niemand aus einer Wohngruppe des Albert–Schweitzer–Familienwerkes hatte sich in den letzten Wochen ebenfalls stark eingebracht, ist sicherlich einer der jungen Volleyballer, der mit seinen guten technischen Voraussetzungen irgendwann im Erwachsenenbereich der Region zu sehen sein wird. Der geborene Köthener ärgerte sich immer mächtig, wenn die Teilnahme beim Training sehr gering war.

Ähnlich, dabei mit seiner Meinung kaum hinter dem Berg haltend, reagierte oft Samuel Schulz aus Güterglück. Der 17–Jährige war mächtig „sauer“, wenn bei einigen die Bereitschaft zum und beim Training fehlte. Der Güterglücker weiß auch, dass sein eigenes Verhalten anfangs zu mancher Zerreißprobe führte. Der angehende Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik, der bei einem traditionsreichen Zerbster Metallbauunternehmen seine Lehre absolviert, bedankte sich mit sehr ehrlichen Worten bei beiden Übungsleitern.

„Auch von mir ein Danke. Wir hatten zwar des Öfteren Auseinandersetzungen, aber dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass ihr euch uns angenommen habt. Danke für alles“, so der Auszubildende, der zusätzlich zum Volleyball bei den Boxern angeheuert hat. Hier hat er schon einige Trainingseinheiten unter Trainer Christian Friedrich absolviert.

Wie es nun für die jungen Volleyballer weitergehen könnte, darüber haben beide Übungsleiter mit den Jugendlichen mögliche sportliche Wege besprochen. Die meisten können und werden sich weiter beim TSV Rot-Weiß Zerbst einbringen. In den letzten Wochen nahmen einige bereits freitags am Training der „Monsterblocker“ teil.

„Sie machen ihre Sache gut. Wir müssen sie bei möglichen Punktspielen dann auch einsetzen“, meinte TSV-Urgestein Dieter Handrich.

Frischen Wind bei den Herren reinbringen

„Dadurch wird die Mannschaft endlich verjüngt. Die Jungs bringen frischen Wind rein“, ergänzte Wolfgang Mamsch.

Zudem wurde allen vorgeschlagen, bei eigenem Interesse am Männertraining des TSV, wenn es dazu nach den Corona-Wochen kommen sollte, teilzunehmen.

In Abstimmung mit den Lindauer Volleyballern besteht wöchentlich die Möglichkeit, den talentiertesten und engagiertesten von ihnen eine Trainingsbeteiligung zu ermöglichen. Hier müssten vorher jeweils persönliche Gespräche erfolgen.

Nicht ausgeschlossen, dass einer von ihnen in absehbarer Zeit im Kader der Landesliga–Mannschaft auftaucht. „Das Schnuppertraining bei uns ist machbar“, so Lindaus Abteilungsleiter Guido Müller.

Talentierte Volleyballer verbleiben in der Region

Somit kann gesichert werden, dass einige talentierte Volleyballer beim TSV oder zumindest in der Region weiter verbleiben. „Die Mitgliedschaft bei uns (TSV Rot-Weiß Zerbst – d. Red.) wurde automatisch ab dem 1. Juli verlängert. Die Beitragssätze werden erst einmal so belassen“, äußerte sich TSV- Präsident Wolfgang König. „Natürlich würden sich die Volleyballer der Region, ob das in Lindau oder bei uns beim TSV ist, über jeden weiteren jungen Spieler und natürlich auch Spielerin freuen“, so König.

Die gegenwärtige Situation im Nachwuchsbereich der Volleyballer zeigt es überall: Es werden sehnlichst Jugendliche gesucht, die diese attraktive und interessante Sportart betreiben wollen. „Kommt zu uns“, hört man immer lauter die Verantwortlichen aus den Vereinen rufen. Wird von den Kindern und Jugendlichen der Ruf erhört?