Magdeburg l Mit Konzerten, Kunstaktionen und Bastelstraßen haben sich am Sonnabend Akteure von 170 Schulen, Vereinen, Initiativen und Kirchengemeinden für ein weltoffenes und buntes Magdeburg ausgesprochen. Rund 10.000 Menschen kamen zur 8. Meile der Demokratie. Landtagspräsident Dieter Steinecke (CDU): „Die hier in Magdeburg etwas anderes wollen, bekommen keine Chance.“

Mit „die“ meint er die Rechten. Seit der Jahrtausendwende missbrauchen Neonazis den Tag der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 für ihre Zwecke.

Zeitweise kamen mehr als tausend Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet in die Landeshauptstadt. Doch in diesem Jahr blieb bis zum Schluss offen, ob es überhaupt einen Aufmarsch gibt. Die „Initiative gegen das Vergessen“ als bisheriger Organisator zog sich im vergangenen Jahr zurück. Dieses Vakuum haben nun ganz offensichtlich andere versucht auszufüllen, was aber nur sehr begrenzt gelang. Rechtsextremismus-Experte David Begrich: „Von dem alljährlichen Rechtenaufmarsch ist nur noch eine kleine Trümmertruppe übrig. Nach dem Ausstieg von Szenegrößen konnte der organisatorische Staffelstab nicht weiter gegeben werden.“

8. Meile der Demokratie

Magdeburg (ad) l Trotz Schneegestöbers sind am Sonnabend rund 10 000 Besucher zur 8. Meile der Demokratie nach Magdeburg gekommen.

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Schülerinnen der IGS Regine Hildebrandt.  Foto: Wiehe

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  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innenstadt.  Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innenstadt. Foto: Wiehe

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Stelzenläfuer von der Waldorfschule.  Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Stelzenläfuer v...

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Martin-Rühmann-Band.  Foto: Wiehe

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  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Interviews auf der Bühne.  Foto: Wiehe

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  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: tolle Aktion des Ökumenischen Domgymnasiunms in Anspielung auf Hitlers Hetzschrift Mein Kampf. Hier allerdings präsentieren Paula Matteo und Jesko das kunterbunte Rezeptbuch Mein Mampf. Der Erlös geht in die Arbeit mit Flüchtlingen an der Schule.  Foto: Wiehe

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  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innenstadt.  Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innenstadt. Foto: Wiehe

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt.  Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt. Foto: Wiehe

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt.  Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt. Foto: Wiehe

  • Aktion von Stadträten, des Arbeitskreises Gedenkjahr 2013 und des Miteinander e.V.  an der Gedenkstele am Rathaus. Erinnert wird an verfolgte Politiker in der Nazizeit wie SPD-Oberbürgermeister Ernst Reuter.  Foto: Wiehe

    Aktion von Stadträten, des Arbeitskreises Gedenkjahr 2013 und des Miteinander e.V. an der G...

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: VHS Leiter Ralf Liebe erklärt Ministerpräsident Haseloff, was die Volkshochschule für die Integration von Flüchtlingen leistet.  Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: VHS Leiter Ralf Lieb...

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Loriot trägt ein Stirnband mit dem Aufnäher steh auf gegen Nazis. Anja Leiß, Leiterin der Evang. Grundschule MD, und Mutti A. Bendler (v.l.) verkaufen die Stirnbänder mit Bekenntnis. Der Erlös der Gemeinschaftsaktion mehrerer Einrichtungen fließt in Lehrbücher für Flüchtlinge.  Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Loriot trägt ei...

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Der Studierendenrat der Hochschule MD-Stendal schenkt roten Glühweihn statt brauner Suppe aus.  Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt: Der Studierendenrat ...

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt. Foto: Wiehe

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt. Foto: Wiehe

  • Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt. Foto: Dinger

    Impressionen von der 8. Meile der Demokratie in der Magdeburger Innnenstadt. Foto: Dinger

  • Kranzniederlegung am Westfriedhof. Foto: Dinger

    Kranzniederlegung am Westfriedhof. Foto: Dinger

  • Die Polizei war mit schwerer Technik angerückt. Foto: Dinger

    Die Polizei war mit schwerer Technik angerückt. Foto: Dinger

  • 230 Teilnehmer waren zur Rechten-Demo gekommen. Foto: Dinger

    230 Teilnehmer waren zur Rechten-Demo gekommen. Foto: Dinger

  • Die Rechten-Demo führte vom Hauptbahnhof zum Westfriedhof und zurück. Foto: Dinger

    Die Rechten-Demo führte vom Hauptbahnhof zum Westfriedhof und zurück. Foto: Dinger

  • Die Polizei war mit 800 Beamten im Einsatz. Foto: Dinger

    Die Polizei war mit 800 Beamten im Einsatz. Foto: Dinger

  • Am Westfriedhof hielten die Rechten eine Zwischenkundgebung ab. Die Polizei trennte das rechte und linke Lager strikt. Auch Seiteneingänge - wie auf diesem Bild - wurden bewacht. Foto: Dinger

    Am Westfriedhof hielten die Rechten eine Zwischenkundgebung ab. Die Polizei trennte das rechte un...

  • Auch eine Reiterstaffel der Polizei sicherte den Demo-Verlauf. Foto: Dinger

    Auch eine Reiterstaffel der Polizei sicherte den Demo-Verlauf. Foto: Dinger

  • Eine Straßenblockade auf der Liebknechtstraße wurde geräumt. Foto: Dinger

    Eine Straßenblockade auf der Liebknechtstraße wurde geräumt. Foto: Dinger

  • Unter den Rechten waren auch Teilnehmer aus Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Foto: Dinger

    Unter den Rechten waren auch Teilnehmer aus Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Foto: Dinger

  • Zwischenkundgebung Westfriedhof. Rednerin der Rechten war eine Stadträtin aus Bautzen. Foto: Dinger

    Zwischenkundgebung Westfriedhof. Rednerin der Rechten war eine Stadträtin aus Bautzen. Foto:...

Den Aufmarsch am Sonnabend mit etwas mehr als 200 Teilnehmern rekrutrierte sich vor allem aus Mitgliedern der Partei "Die Rechte" und dem Umfeld des Pegida-Ablegers Magida.

Sachsen-Anhalts Verfassungsschutz-Chef Jochen Hollmann sieht mehrere Ursachen für den Rückgang der Teilnehmer zahlen. So betonte er, dass der in den zurückliegenden Jahren zugenommene Druck auf die Rechten jetzt Wirkung gezeigt habe. Er meinte aber auch: „Für die rechte Szene sind nun vorrangig Flüchtlinge das Thema und nicht der Zweite Weltkrieg.“

Sorge bereite ihm die Gewalt durch die linksextreme Szene, sagte Hollmann.

Es kam am Wochenende zu mehreren Angriffen durch Linksextreme, bei denen ein 34-Jähriger lebensgefährlich am Kopf verletzt wurde. Der Mann war mit neun weiteren Teilnehmern des Rechten-Aufmarsches durch zwei Dutzend Angreifer auf dem Weg nach Hause am Bahnhof in Oschersleben verprügelt worden. Die Täter, die nach Aussagen der Polizei vermutlich aus der linksautonomen Szene kommen, hatten der Gruppe aufgelauert. Sie gingen vermummt mit Eisenstangen und Holzlatten unvermittelt auf sie los. Auch drei weitere Opfer im Alter von 25 bis 33 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht.

Auch am Neustädter Bahnhof in Magdeburg drohten am Sonnabendabend Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Demonstranten, weshalb die Polizei nach eigenen Angaben Platzverweise an rund 80 Menschen aussprach, die einen Zug mit etwa 40 Anhängern der rechten Szene erwarteten. Ein Aufeinandertreffen beider Lager konnte verhindert werden. Die Beamten mussten die Platzverweise mit „körperlicher Gewalt“ durchsetzen. Einige Anhänger der linken Szene zogen den Angaben zufolge später weiter zu einer Spontandemo am Olvenstedter Platz.

Bereits am Vorabend war es zu einem Zwischenfall gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden am Rande einer Demonstration vier Polizisten von Linksextremen verletzt. Zwei Polizisten erlitten leichte Verletzungen durch Steinwürfe, zwei Beamte wurden durch Pyrotechnik verletzt. „Zwei Polizisten sind dienstunfähig“, so Polizeisprecher Frank Küssner. Die Kripo ermittelt in 15 Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Verstoß Sprengstoffgesetz und Beleidigung. Oberbürgermeister Lutz Trümper (parteilos) sagte: „Die Gewalt gegen die Polizisten ist völlig inakzeptabel.“