Klietz l Es herrschte ein Kommen und Gehen am Montag beim Mühlentag in Klietz. Nicht nur Dorfbewohner und andere Stammgäste, die jedes Jahr dabei sind, wenn sich die Flügel der Mühle in Bewegung setzen, schauten vorbei, sondern auch viele Durchreisende auf der Umleitungsstrecke hielten spontan an. Und auch die Kinder aus dem Schullandheim von Berliner Verein „Wildfang“ bekamen einen Einblick in die Arbeit des Müllers.

Gezeigt wurde an dem Tag aber auch, welch schwere körperliche Arbeit einst nötig war, bis das Korn überhaupt zur Mühle getragen werden konnte. Der Heimatverein hatte Roggen und Weizen – die Ernte von 2016 – mitgebracht und zu Garben aufgestellt. Uwe Läufer und seine Mitstreiter zeigten und ließen die Kinder selbst ausprobieren, wie man einst die Garben ausgeschlagen hat – per Hand oder mit dem Dreschflegel. Weitere alte Gerätschaften waren ausgestellt. Und auch ganz primitive Gegenstände, mit denen das Korn einst zerkleinert wurde: Steine. Viel leichter war es dagegen mit der kleinen Handmühle.

Rüdiger Sigmund im Einsatz

Die große Mühle, erbaut 1880 und nach dem Verfall zu DDR-Zeiten Ende der 90er Jahre wiederaufgebaut, ließ von Zeit zu Zeit die Flügel kreisen. Ein Motor ersetzt dabei die Windkraft. Rüdiger Sigmund und Detlef Furchheim hießen die vielen Besucher willkommen, erklärten immer wieder, wie aus Korn Schrot und Mehl wird.

Bilder

Und was man aus dem Mehl alles machen kann, konnten sich die Besucher dann auch gleich schmecken lassen. Bäckermeister Cornelius Glaser mit Unterstützung seiner Eltern bot Kuchen und Torten und Brötchen mit Bratwurst an.

Kettensägen ausgestellt

Noch etwas Altes war beim Mühlentag zu sehen: Kettensägen. Waldi Eckert stellte einen kleinen Teil seiner umfangreichen Sammlung aus, die ältesten Maschinen, mit denen er selbst bei der Forst gearbeitet hat, stammen aus den 60er und 70er Jahren.

Die organisatorischen Fäden bei der Vorbereitung des Mühlenfestes lagen dieses Jahr in den Händen von Jürgen Masch. Der ehemalige Klietzer Bürgermeister und auch sein Nachfolger Hermann Paschke wirken im Heimatverein mit, der sich nach der Neuformierung verstärkt der Mühle widmet. „Ich danke allen, die mitgewirkt haben! Das sind Rüdiger Sigmund und Detlef Furchheim, Familie Läufer, Glasers, Waldi Eckert und die Bauhofmitarbeiter. Schön, dass ihre Mühe mit so vielen Besuchern belohnt wurde.“

Hoffen auf baldigen Anstrich

Zum Mühlenfest 2018 wird die hölzerne Hülle der Mühle dann hoffentlich auch endlich den seit 2013 versprochenen Anstrich erhalten. Immer wieder kam der Gemeinde etwas dazwischen, „jetzt lässt sich das nicht mehr aufschieben“, mahnt Rüdiger Sigmund ein baldiges Handeln an. Denn das Holz sieht nicht nur unschön aus, es bedarf auch dringend eines neuen Schutzes vor Wind und Regen.