Berlin (dpa) - Vor zehn Jahren galt Jack Peñate zumindest in seiner Heimat Großbritannien als kommender Topstar. Umso seltsamer, dass der Londoner dann seit dem zweiten Album "Everything Is New" (2009) praktisch nichts mehr von sich hören ließ. Bis jetzt - ganz am Ende eines künstlerisch irgendwie verlorenen Jahrzehnts.

Der Gospel-Track "Prayer", erste Single und jetzt Opener des Comeback-Werks "After You" (XL/Beggars), deutete es bereits an: Jack Peñate hat die Akkus offenkundig gründlich aufgeladen. Die neuen Lieder leben von seiner intensiven R&B-Stimme und Arrangements, die den mittlerweile 35 Jahre alten Singer-Songwriter irgendwo zwischen US-Soul und britischen Indiepop verorten. Nicht umsonst zählt Peñate die legendären amerikanischen Crossover-Künstler Todd Rundgren, Shuggie Otis und Arthur Russell zu seinen Vorbildern.

Peñate, der einst mit Adele auf Tour ging und zuletzt mit David Byrne arbeitete, nutzte die Auszeit wohl auch, um sich als Produzent weiterzubilden. Zudem habe er in der Zwischenzeit "Hunderte, wenn nicht Tausende Songs" geschrieben, von denen zehn nun auf "After You" zu hören sind. Das Album "durchschreitet viele Stilrichtungen und fühlt sich doch einheitlich an", sagte der Musiker kürzlich im Interview von "Bedroomdisco".

Mit "After You" könnte es Peñate nun - wie schon vor gut zehn Jahren beim erfolgreichen Debüt "Matinée" (2007) - vielen Popfans rechtmachen. Wer Marvin Gaye, The xx, den souligen David Bowie der mittleren 70er, The Style Council oder auch Ed Sheeran mag, dürfte auf dem dritten Werk des Briten manch Schönes finden.

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