Berlin (dpa) - Wenn eine Band partout nicht erwachsen werden will, kann das ziemlich peinlich klingen. Oder sie macht etwas Gutes aus der ewig juvenilen Unbekümmertheit - siehe Slade, AC/DC oder Redd Kross.

Letztere treten jetzt wieder mit einem 55 Jahre alten Frontmann namens Jeff McDonald an, um ihr neues Album "Beyond The Door" (Merge/Cargo) vorzustellen, das alle Elemente eines kalifornischen Bubblegum-Klassikers enthält: Powerpop, Glam-Rock (der Opener heißt nicht umsonst "The Party", andere "Ice Cream" oder "The Party Underground"), punk-naher, hochmelodischer Krach im Stil der frühen Cars ("There's No One Like You") - das sind die Ingredienzen der gänzlich unbeschwerten Redd-Kross-Musik.

"Beyond The Door" sei inspiriert von der "totalen Bereitschaft, die verdammt nochmal beste Zeit zu erleben, solange wir noch da sind", schreiben die Brüder Jeff und Steven McDonald als treibende Kräfte dieser seit fast 40 Jahren aktiven Band. Mit zwei weiteren festen Mitgliedern und einer Reihe von Gästen erschaffen Redd Kross eine Retro-Welt des immerwährenden Surfens, BMX-Bike-Fahrens und Randale-Machens in einer US-Kleinstadt.

Doch doof oder primitiv ist das alles keineswegs - ironisch schon eher. Redd Kross machen nach eigener Einschätzung "subversive entertainment in a high pop celebrity style". Ein Riesenspaß für Band und Fans ist auch diese erst siebte, 33 Minuten lange Studioplatte seit dem bezeichnend betitelten Debüt "Born Innocent" (1982) allemal. Mit "When Do I Get To Sing 'My Way'" klingt das Album angemessen euphorisch aus. Let's party!

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