Berlin (dpa) - Konzertveranstalter Marek Lieberberg (73) sieht wegen der Corona-Pandemie auf seine Branche düstere Zeiten zukommen. "Man muss sich das vorstellen wie nach einem Krieg: die Branche liegt in Trümmern", sagte der Geschäftsführer von Live Nation Deutschland in der 3sat-Sendung Kulturzeit am Montagabend.

"Man muss sehen, wie man auf den Trümmern aufbaut, es werden keine Strukturen mehr da sein und man wird auch nicht wissen, ob das Publikum noch die Ressourcen haben wird, um sich Konzerte zu leisten."

Großveranstaltungen sind in Deutschland bis 31. August verboten. Lieberberg kritisierte den Umgang der Politik mit der Live-Branche in der Corona-Krise. "Wir sind sofort als verzichtbar eingestuft worden. Wir waren die ersten, die der Bann getroffen hat und wir werden die letzten sein, wenn die Verbote wieder aufgehoben werden", sagte er.

Hunderttausende Menschen seien bei Dienstleistern, Aufbauhelfern, Ordnern, Caterern, Reinigungskräften und Hallenbetreibern betroffen. Lieberberg forderte "einen Schutzschirm für die Unternehmen, denen der Atem ausgeht".

Live Nation Deutschland veranstaltet den Angaben zufolge etwa 1500 Konzerte und Events pro Jahr, die von fünf bis sechs Millionen Menschen besucht werden.