Die Sprache der Politik nähert sich der Realität an. Zumindest wenn es um den Bundeswehreinsatz in Afghanistan geht. Die Kanzlerin hat erstmals das Wort Krieg benutzt, freilich mit Einschränkung. Sie sprach von "Kämpfen, wie man sie im Krieg hat". Es wurde höchste Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen und die Dinge beim Namen zu nennen. In Afghanistan sind Krieg und ein Ende nicht in Sicht. Gerade im Einsatzgebiet der Bundeswehr im Landesnorden scheint das Ziel "Stabilisierung und Aufbau des Landes", wie im Mandat vom Dezember 2001 formuliert, derzeit nicht erreichbar. 45 Soldaten, neun allein in diesem Jahr, sind bisher gefallen, nicht beim Brunnen- und Schulhausbau, sondern vorwiegend bei Anschlägen oder bei Kämpfen mit den Taliban.

Der Mangel an Fortschritten, auch wenn solche immer wieder reklamiert werden, nährt Zweifel an dem Engagement. Deshalb braucht die Bundeswehr nicht nur die Klarheit des Wortes, sondern in erster Linie Klarheit hinsichtlich der Perspektive: Fortdauer des Einsatzes mit allem, was dazu notwendig ist, oder Abzug. (Politik)