Loburg (dpa) l Der wegen seines Peilsenders im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehende Weißstorch Albert hat zwei seiner vier Jungen aus dem Nest geworfen und damit getötet. Hintergrund sei vermutlich Nahrungsknappheit, die sich wegen der Trockenheit der vergangenen Tage verstärkt haben könnte, sagte Christoph Kaatz vom Storchenhof Loburg am Dienstag und bestätigte damit einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung."

Es sei nicht ungewöhnlich, dass Störche bei Nahrungsknappheit ihren Nachwuchs reduzieren. "Die meinen auf einmal: Es reicht nicht für alle", sagte Kaatz. Für Weißstörche sei es angesichts der intensiven Landwirtschaft schwierig, genügend Nahrung zu finden. "Wir müssen unbedingt unsere Landnutzung etwas ändern", mahnte Kaatz. So seien mehr Brachflächen oder auch flache Gewässer notwendig.

Der Storchenhof Loburg in der Nähe von Burg kümmert sich vor allem um verletzte Störche und wildert sie später wieder aus. Derzeit leben 15 Jungstörche auf dem Hof. Storchenvater Albert von Lotto besitzt einen modernen Funksender, über den sich seine Flugrouten genau aufzeichnen lassen. Daraus ist etwa erkennbar, dass der Storch vergangenen Winter in Afrika weilte. Seinen Namen verdankt der Storch Sachsen-Anhalts Lotto-Gesellschaft - die hat den Sender gesponsert.