Zichtau l Eigentlich gäbe es im Moment gar keinen Handlungsbedarf. Voraussichtlich 61 Schüler werden die Peter-Härtling-Grundschule Estedt im Schuljahr 2013/14 besuchen, immerhin 9 Schüler mehr als das Land Sachsen-Anhalt für Grundschulen in der dünn besiedelten Altmark vorschreibt. Eine Schließung droht also aktuell nicht.

Dennoch hat sich die Elternschaft der Grundschule jetzt an die Ortschaftsräte der Dörfer im Einzugsbereich der Schule gewandt. In ihrer Initiative bitten die Eltern die Ortschaften um eine Stellungnahme zur Zukunft der Einrichtung. Am Donnerstagabend lag das Papier nun auf dem Tisch der Zichtauer Ortsräte.

Vieler Diskussionsbeiträge bedurfte es hier nicht, um zu der gewünschten Stellungnahme zu kommen. Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die Initiative unterstützt. "Aus meiner Sicht ist es wichtig, die Schule zu erhalten", sagte Läsecke. Nicht nur, dass die Fahrtstrecke für Zichtauer Kinder mit der Grundschule Estedt auf sieben Kilometer begrenzt bleibe. Die Einrichtung biete den Vorteil, dass sie Grundschule und Kindertagesstätte unter einem Dach vorhalte.

Zudem habe der Hauptausschuss gerade erst die Planungsleistungen für die Sanierung der Estedter Kindertagesstätte beschlossen.

Ortschaftsratsmitglied Rainer Schmidt schloss sich der Meinung Läseckes an. "Jede Schule ist erhaltenswert, egal ob 15 oder 30 Schüler", sagte er.

Thorsten Bombach forderte schließlich, der Stadtverwaltung als Trägerin der Einrichtung eine Empfehlung des Ortschaftsrates zukommen zu lassen. Darin soll es sinngemäß heißen: Der Ortschaftsrat Zichtau empfiehlt der Stadt, alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, den Grundschulstandort Estedt zu erhalten.

Der Weiterleitung dieser Empfehlung stimmten die Ortschaftsräte einstimmig zu. Über die Zukunft der Estedter Grundschule entscheidet nach Zuarbeit der Stadt Gardelegen der Kreistag im Rahmen der Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung.