Der schlechte Zustand des Hohenbelliner Weges in Brettin, bereits Gegenstand einer Unterschriftensammlung, kam am Donnerstag auf den Tisch der Ortschaftsratssitzung. Anlieger machten erneut Druck und signalisierten dringenden Handlungsbedarf. Eine Notlösung zeichnet sich nun ab.

Brettin l Der Zustand des Hohenbelliner Weges ist für die Anlieger seit langem ein hochemotional besetztes Thema. "Meine Tochter kann nachts nicht mehr schlafen", berichtete am Donnerstag dem Ortschaftsrat ein Vater.

Die Straße, gebaut aus Betonteilen, ist unvermindert starken Belastungen durch den Lkw-Verkehr ausgesetzt. Verursacher sind die Milchwerke Stendal, die sich im ehemaligen Depot auch noch für die nächsten Jahre eingemietet haben.

Jerichows Bürgermeister Harald Bothe versuchte gleich zum Auftakt der Ortschaftsratssitzung, den Ärger der anwesenden Einwohner im Zaum zu halten: "Wir haben Straßen in der Einheitsgemeinde, die schlechter sind. Die Stadt ist gern bereit, etwas zu tun, doch wir müssen den finanziellen Hintergrund betrachten." Bothe informierte darüber, dass er Gespräche mit den Milchwerken geführt habe, ob eine finanzielle Beteiligung an einer Sanierung der Straße, in welcher Form auch immer, möglich sei. Der Brettiner Verantwortliche wolle in dieser Angelegenheit beim Konzern vorsprechen. "Ich glaube aber nicht daran, dass sich dieser an den Kosten beteiligt", sagte Bothe illusionslos. Er unterbreitete den sichtlich verärgerten und zunehmend unruhiger werdenden Anliegern den Vorschlag, zumindest mit einer notdürftigen Sanierung, zu der das Aufschneiden und Ausgießen der Fugen gehören soll, die Straße wieder für fünf bis zehn Jahre in einen vernünftigen Zustand zu versetzen. Dafür liegt der Stadt Jerichow inzwischen ein Angebot eines Ingenieurbüros über 25000 Euro vor.

Ein grundhafter Ausbau wird von vornherein abgelehnt, weil damit - auf der Grundlage der für Brettin geltenden einmaligen Straßenausbaubeitragssatzung - hohe Belastungen auf die Anlieger zukommen würden.

Im Verlaufe der Sitzung entzündete sich ein heftiger Disput an der Frage, wie sinnvoll die 25 000 Euro-Variante sei. Gleichzeitig wurde diskutiert, ob eine Geschwindkeitsbegrenzung auf 10 km/h Wirkung zeigen würde. Bürgermeister Bothe ließ in dieser Debatte keine Alternative zu: "Von den 25 000 Euro, die uns zur Verfügung stehen, können wir zunächst auch für 5000 Euro einige Löcher dicht machen. Doch dann ist der Betrag auch auf 20 000 Euro abgeschmolzen".

Die Haushaltssituation gebe derzeit nicht mehr her, als auf eine Sanierung, die nur einige Jahre Bestand haben wird, zurückzugreifen, appellierte er an die Anlieger des Hohenbelliner Weges. Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass die Sanierung voraussichtlich im nächsten Jahr in Angriff genommen werden kann. Dafür müssten allerdings nach gesetzlicher Vorgabe noch zwei weitere Angebote eingeholt werden, was wiederum Zeit in Anspruch nehmen werde.

Nicht gerade jubelnd und immer noch ein wenig skeptisch nahmen dies die von Lärm gebeutelten Anlieger zur Kenntnis. Den Vorschlag von Bodo Hohmann, ebenfalls ein Anlieger, an besonders sensiblen Stellen der Straße Aufpflasterungen aufzubringen, fand sowohl die Zustimmung der Ortschaftsräte, des Ortsbürgermeisters als auch des Bürgermeisters.

Harald Bothe informierte, dass für die Strecke ein Geschwindigkeitsmessgerät beantragt sei, um den Verkehrsfluss zu erfassen.