Jerichow l Da knatterte und röhrte es am Sonnabend vor dem Kloster, als Michaela und Michael Busse frisch vermählt aus dem Tore traten. Die Oldtimerfreunde Jerichow hatten mit ihren Maschinen Aufstellung bezogen. Und für das frisch gebackene Ehepaar drehten sie noch einmal richtig auf, bevor das Klirren und Prosten der Sektgläser zu vernehmen war.

Nach zehn Jahren hatte sich das Paar endlich getraut. "An Weihnachten 2011, nach der Bescherung, ging Michael auf die Knie und fragte mich, ob er für immer mein Prinz sein darf. Ich hatte es erst nicht wirklich verstanden, bis ich den Verlobungsring sah, dann war alles klar", erinnert sich Michaela Busse, geborene Kühne, an den Heiratsantrag.

Kennengelernt haben sich die Genthinerin und der Rochauer über eine Kontaktanzeige in der Volksstimme. "Eine Freundin hatte eine Anzeige geschaltet. Viele Zuschriften kamen, die von Michael kam zuletzt. Und ich fand das Bild und den Brief ganz toll. Dann haben wir uns lange geschrieben und telefoniert", erinnert sich Michaela Busse. Klassisch ging das Kennenlernen dann weiter. Beim ersten Treffen backte sie Apfelstrudel - "den ich anbrennen ließ" -, er brachte einen kleinen Rosenstrauß mit. "Und auf einmal war er weg, mit den Worten, er müsse zum Tanzen. Damals kannte ich das Männerballet beim Karnevalsverein aus Rochau noch nicht und dachte, der kommt nicht wieder." Aber er kam wieder.

Acht Jahre wohnten sie getrennt, dann zogen sie zusammen nach Jerichow. "Hier fühlen wir uns ganz wohl, haben tolle Nachbarn und schnell Kontakt zu den Oldtimerfreunden gefunden, die uns mit ganz offenen Armen empfingen."

An diesem Sonnabend sollte es dann soweit sein: Standesamtliche Trauung, große kirchliche Trauung, ein großes Fest mit 150 Gästen. Doch ein Arbeitsunfall machte den beiden einen Strich durch die Rechnung. Michael Busse kann derzeit nur an Krücken laufen. Die Feier und die kirchliche Trauung sagten sie ab. Doch das Ja-Wort auf dem Standesamt, das wollten sie sich trotzdem geben. Danach ein kleines familiäres Kaffeetrinken mit der Familie. "Und wir hatten den perfekten Hochzeitstag!", sagt die Braut im Nachhinein. "Die Standesbeamtin war toll, Friseur toll, Freunde toll, Kaffeetrinken toll, Torte ein Gedicht....ich habe nüscht zu meckern gefunden", schwärmt Michaela Busse jetzt. Die große Feier wird es aber noch geben, dann aber im nächsten Jahr.