Genthin (kbö) l Viele Bürger wünschen ihren Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel einen guten Rutsch in das neue Jahr, doch mit einem praktischen Rutsch hat diese Redensart nichts zu tun.

Der Silvestergruß "Guter Rutsch" ist unter Umständen auf eine Verballhornung aus dem Jiddischen oder Bibel-Hebräischen zurückzuführen und leitet sich vom hebräischen Rosch ha-Schana tov ab. Das bedeutet in etwa soviel wie "Kopf des Jahres" oder gutes Neujahr. Die Floskel dürfte Anfang des 20. Jahrhunderts im Deutschen geläufig geworden sein.

Doch Woher stammt eigentlich Silvester? Es ist ein Namenstag, der zu kalendarischen Ehren gelangte. Der Name bezieht sich auf Papst Silvester I., der am 31. Dezember 335 verstarb und dem zu Ehren von der römischen Kirche ein heiliger Tag festgelegt und auf zwei Tage ausgedehnt wurde. Der Silvester- und Neujahrstag waren ursprünglich Arbeitstage und wurden erst im Laufe der Jahrhunderte unter dem Einfluss des Christentums zu zwei arbeitsfreien Tagen (Taufe Christi), die mit Umzügen und vielerlei Mummenschanz sowie viel Lärm bzw. lautem Knall und Hexereien begangen wurden.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts kam das neuzeitliche pyrotechnische Feuerwerk auf, das damals wie heute die angenommenen bösen Geister sowie Hexereien des alten Jahres vertreiben und das neue Jahr im heutigen dritten Jahrtausend verkünden soll.